Brauchen wir Gott?

„Wenn dich dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf es von dir; es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“Matthäus 5,29
Ein ähnlicher Vers folgt direkt danach:
„Und wenn dich deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir; es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle fährt.“Matthäus 5,30

Das ist ein extrem bösartiges Gottesbild - finde ich und mag das nicht glauben.
Kann man bösartig finden, ich glaube, du missverstehst es nur. Etwa schreien Kinder ja auch, wenn diese sich stoßen, ohne dass etwas Schlimmes passiert oder passieren muss. Dieser Schmerz ist für den Lernprozess ja auch wichtig, damit Kinder wissen, wie es schmerzt, wenn man von einer Klippe herunterspringt, also Gefahr erkennen, wenn diese da ist.

Bei Schizophrenie mag der Vergleich weniger einfach sein, oder gar bei schweren Unfällen.
Züchtigen kann man eben so verstehen, dass man kleine Sünden wie ein Kleinkind durch leichten Schmerz bestraft bekommt, damit man lernen kann und keinen viel größeren Schmerz erleidet.

Züchtigen im Sinne von: „Der ist es wert, eine Durststrecke zu ertragen.", damit die Seele oder etwas anderes bewahrt bleibt, was auch für uns als Betroffene wichtiger sein kann.
Ich habe auch viel Mobbing im Internet ertragen müssen, neben der Erkrankung, aber man kann auch daran wachsen und manchmal gerade wegen solcher Steine, die einem in den Weg gelegt werden, wachsen oder positive Momente, liebevolle Menschen und Begegnungen besser zu schätzen wissen.

Insofern keine Bösartigkeit, wenn man das mit keinen Menschenrechtsverletzungen, Körperstrafen wie im Islam verbindet, sondern auf einer christlichen Ebene bleibt: „Wer von euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein."


@lernender,
du hast ja anscheinend auch 5 mg Aripiprazol, was von der Verträglichkeit ja ganz okay im Vergleich zu anderen Antipsychotika sein kann. Ich habe das damals Jahre absetzen wollen, und das war unter dem Mobbing vor 10 Jahren oder zu Beginn der Erkrankung bei mir vor 15 Jahren wirklich kein Leben. Ich hatte auch mehr Negativsymptome, brauchte viel Schlaf, viel Zeit für mich und war teils schon viel, wenn ich mich 10–30 min am Tag unter Leute begeben habe, was zuvor unter Risperidon ganz schlimm war.

Ich weiß nicht, ob du schon Burpopion zum Aripiprazol getestet hast. Aber bei mir hat sich, seit ich das gefunden habe, mein Leben zum Besseren gewendet, was ich bei den permanenten Absetzversuchen dann auch schon Wochen nach der Einnahme deutlich gemerkt habe. Insofern kann ich das wirklich nur empfehlen, da das vorher bei mir auch wie eine Vorhölle war und mir wegen der Negativsymptome auch die Aripiprazoleinnahme trotz guter Verträglichkeit schwergefallen ist. Immerhin deutlich besser als Risperdal.

Wenn du Hilfe annehmen kannst, dann wäre Bupropion etwas, was dein Leben grundlegend ändern kann, auch wenn es nur ein "mildes Antidepressivum" ist und kein kompletter Ersatz von Antipsychotika.

Heute bin ich schon auch noch erkrankt, aber ich schaffe es weitgehend ohne Antipsychotika und wirke abseits des Forums sehr normal und bekomme mein Leben wieder für meine Ansprüche ausreichend in den Griff. Dann, wenn man bessere Zeiten kommen sieht, können die Erfahrungen durch die Erkrankung auch leichter positiv betrachtet werden. Nur, man muss etwas tun, etwa mit den nötigen Umstellungen, auch wenn es erst mal nur Bupropion ist und viele sich das zu "einfach" vorstellen. Zumindest kann das sehr helfen, und damals hat man mir in dem Mobbingforum die nützliche Wirkung des Bupropions abgesprochen. Ja, müssten ja schon zig viel schlauere Psychiater, Wissenschaftler und so draufgekommen sein. Lieber hat man mich als dümmsten Menschen bezeichnet und behauptet, dass quasi kein Psychiater überhaupt diesen Wirkstoff aufschreiben würde. Heute sieht die Realität anders aus, aber entweder waren die Mobber damals selbst sehr krank, oder man wusste damals schon, dass Bupropion mehr nützt, und wollte es verhindern. Vielleicht ist auch der Teufel in diese Betroffene damals gefahren, da ich ja Ähnliches mit Gelöschter Benutzer 23473 der Ex die im Forum zwischendurch auftaucht, die eine ähnliche erniedrigende, diskreditierende Argumentation nutzt.

Ich habe damals mal im Radio bei einer Autofahrt gehört, dass der Teufel oder so einen Fluch über die Psychiatrie gelegt hat und deswegen Erkrankungen wie Schizophrenie bis heute unheilbar wären. Also vermutlich war das damals eher eine Halluzination, wobei es ja auch so ein Nachrichtenmythos gewesen sein kann. Müsste ich mal recherchieren, ob es so eine Behauptung gibt.
Gut, es kollidiert mit meiner Psychose, da ich mich von Gott auserwählt gefühlt habe.

Nur dieses Verhalten der Betroffenen im KNS-Forum war eben wie wenn diese vom Teufel oder so übernommen oder verflucht gewesen wären, und gab dafür, dass ich die Empfehlung schon länger weitergebe, an sich wenig Rückmeldungen.

Das ist natürlich traurig und erniedrigend, aber nehmen wir mal an, dass du und andere Betroffene, aber auch Ärzte, glauben, frei in ihren Entscheidungen zu sein, aber diese Freiheit auch durch eigene Arroganz und andere Dinge auch mit Sünden abhandenkommt.
Also vielleicht denkst du ja auch, Bupropion ist Schwachsinn, weil es hier im Forum manchmal so klingen kann, sonst hättest du es ja schon probiert, oder eben der Psychiater hat dichtgemacht.
Ich bin auch auf Widerstände gestoßen und würde diese problematischen Systematiken eben eher als Teufelswerk sehen. Gleichzeitig kann einen Kritik und alles auch stärker machen, solange man halbwegs gesund bleibt, ohne daran zu zerbrechen.

Bei mir ist das schon häufig die Grenze, und ich frage mich auch, welcher Gott betroffenen und allgemein Menschen so schadet. Vielleicht ist es auch die Freiheit des Menschen, die zu wirklich bösen Zuständen führt. Jeder kann für sich etwas dran ändern. Ich habe viele gute Psychiater kennengelernt und glaube, dass langfristig auch die richtigen Weichen gestellt werden, nur meine Angst ist, dass für viele Patienten jede Hilfe zu spät kommt.

Mir sind Moral und Ethik schon sehr wichtig, aber mein Glaube an einen guten Gott ist trotzdem endlich, nach dem, was ich auf der Welt sehe und gesehen habe. Die Kunst ist da eher, wegzuschauen und gesund zu bleiben.