Brauchen wir Gott?

Gott wird zu häufig missbraucht. Jeder wähnt sich gerne in Gott, gerade wir flüchten teilweise zu Gott, da man bei Erkrankung echte Probleme hat und die Medizin auch teils mit ihrem Latein fertig ist.
Ich habe auch viel für mich gebetet in den ersten Jahren, als die Erkrankung ausgebrochen ist. Teils war es bei mir auch so eine Erlöserpsychose, also ich hatte 2011 ja im Gottesdienst ein paar Botschaften von Gott und dass mir alle Engel beistehen werden, was mir teils Angst gemacht und mich in den Wahn getrieben hat, aber auch Kraft gegeben, dass mich Gott schützt und den Weg zeigt.
Stimmen hatte ich so keine, aber eher Einfälle, Inspiration, glückliche Zufälle. Manchmal auch etwas Unglück in der Liebe, wurde dann meist im Vorfeld psychotisch, aber auch das hatte eher für mich etwas Schützendes, weil ich damals zu krank war und diese Zeit für die Aufarbeitung meiner Probleme und Suche nach einer medikamentösen Lösung gebraucht habe.
Hatte dann schon Erfolg, aber der Teufel und das Böse sind real. Mir wurden viele Steine in den Weg gelegt, wie es sicher auch andere Betroffene erleben, aber ich habe einen Weg gefunden, aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Drehtürpatienten trifft es bezüglich der Psychiatrie und Schizophrenie auch recht gut.

Alle Menschen, jeder von uns hat Gutes und Böses in sich. Die Frage ist eher, was man selbst in sich fördert und ob der Teufel über einen Macht bekommt. Bei uns, glaube ich, liegen beide Pole vor, nur der Reiz des Bösen oder auf uns gerichtete Bösartigkeit kann auch viel stärker sein, als normal oder gesund ist. Wahn ist eher wie eine übermäßige Überzeugung, und manchmal ist die gelebte Realität dem Wahnhaften sehr viel näher als das, was man bei Patienten als Wahn und krank abtut.

Psychose sehe ich eher als eine Möglichkeit, die eigene vielleicht vernachlässigte Persönlichkeit neu zu entdecken und zu fördern, damit man eben, ohne im Wahn übermäßig ernst genommen zu werden, auch von den eigenen Fehlern oder Dummheiten in einfachen Dingen etwas dazulernt.
Lernen tut man ja von Fehlern auch teils mehr, als wenn man immer alles richtig macht.

In der Bibel heißt es ja auch, dass er jene, die er liebt, auch züchtigt und so. Also vielleicht sind Erkrankungen, Misserfolge usw. auch ein Schutz vor etwas Schlimmerem, oder wenn man ein verdorbenes Leben führt.

Sprüche 3,11–12 „Mein Sohn, verwirf nicht die Zurechtweisung des HERRN und sei nicht unwillig über seine Züchtigung. Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat.“
Hebräer 12,6 „Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er; und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“
Offenbarung 3,19 „Welche ich liebe, die strafe und züchtige ich.“

Angesichts dessen muss es keine Strafe sein, etwas zu erleiden. Trotzdem liegt es an uns, diese Situation zum Besseren zu wenden, und das kann ja auch der innere Kampf gegen die eigenen Sünden sein, denn anderweitig sind und bleiben wir blind für das Gute, wenn wir das Böse mehr begehren als als das was gut für uns ist.