Clozapin mehr Aufwand als Nutzen

Es gibt auch noch das Benperidol, wenn jemand das Erlebnis einer "klassischen" Neuroleptikabehandlung haben will. Ich empfehle es nicht, aber es muss nicht immer Clozapin ausprobiert werden!
Ich bin eher etwas angetan vom Flupentixol in der kurzzeitigen Akuttherapie, wobei auch Aripiprazol ein stark an D2 wirksamer Partialagonist ist, nur leichte Restsymptome aufgrund des Partialagonismus ein anderes (subjektiv schlechteres) Behandlungsergebnis bieten. Benperiden sehe ich auch kritisch. Haloperidol wird im klinischen Alltag wohl trotzdem womöglich zu häufig eingesetzt, da habe ich für die Sonderstellung unter den klassischen hochpotenten keine wirkliche Erklärung.

Starke Akathisie müsste man eben wie EPS als Überdosierung werten und Aripiprazol vielleicht sogar in Tropfenform eindosieren, da die kleinste 5 mg Dosis bereits hochwirksam sein kann und bei 10 mg die maximale Wirksamkeit im Regelfall bereits erreicht ist. Da Aripiprazol und Brexpiprazol beispielsweise auch starke eine Relevante D4 Wirksamkeit hat, bietet sich Quetiapin in der Akuttherapie als niedrig dosiertes Add-on an, um auf Clozapin weitgehend verzichten zu können oder Quetiapin durch Clozapin als Add-on bei echter Therapieresistenz zu ersetzen, da die Cholinerge speichelfördernde Wirkung beim Norclozapin möglicherweise ein relevantes Alleinstellungsmerkmal ist. Ob das Norquetiapin ebenso bietet, sei dahingestellt.