Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung

@Maggi

Deine Kritik an hohen Preisen ist nachvollziehbar. Aber einige Punkte sind so pauschal formuliert, dass sie medizinisch und systemisch zu kurz greifen.
Depotpräparate sind nicht einfach ‘alte Wirkstoffe in Spritzenform’. Die Depot-Technologie ist aufwendig in Herstellung und Zulassung. Zudem spiegeln Listenpreise nicht zwingend die tatsächlichen Erstattungspreise wider, da Rabattverträge eine große Rolle spielen. Du übertreibst mal wieder.

Auch die Aussage, Depots seien grundsätzlich unverträglich oder schädlicher als Tabletten, ist so nicht haltbar. Für viele Patientinnen und Patienten sind sie ein wichtiger Bestandteil der Stabilisierung, besonders bei Adhärenzproblemen.
Therapieentscheidungen sollten individuell getroffen werden, nicht ideologisch.
Über Preise kann und sollte man diskutieren. Aber eine pauschale Abschaffung zu fordern, blendet den klinischen Nutzen für bestimmte Gruppen aus.

Du solltest die Schieflage bzw. Verhältnismäßigkeit mal berücksichtigen, oder verteidigst du diese/n Hersteller!?

Ein Hersteller, der über 40 Jahre extrem große Umsätze macht, ohne ein neues Medikament/Wirkstoff erfinden zu müssen. Andere neue Hersteller bekommen gar keine Erstattungsfähigkeit oder erscheinen nie auf dem deutschen Markt, obwohl diese deutlich verträglicher und in Tablettenform auch wesentlich günstiger sind, trotz Patentform. Wie Lurasidon (atypischer Antagonist) und Brexpiprazol (atypischer Partialagonist)

Wo liegt da für Forschungsunternehmen der Anreiz, wenn man deren Markteinführung trotz besserer Verträglichkeit und günstigerer Preise verhindert?



Man steckt Milliarden in die Forschung eines neuen Wirkstoffs und bekommt dann für Cariprazin, welches 2018 eingeführt wurde, etwa 100 € im Monat mit der Prämisse, dass die Patente in ein paar Jahren abgelaufen sind und die Apotheken zum günstigsten Generikum wechseln müssen. Andere für 1990 eingeführte Medikamente bzw. heutige Depots kosten ca. 600 € pro Monat ohne Umstellungspflichten und ziehen von der Verträglichkeit her viele Folgeerkrankungen nach sich.

Das ist die Krux!


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