📘 B.4.2.3 Clozapin
"Von hinten durch die Brust ins Auge", ginge nämlich sonst der Beweis dafür, dass DA D4 antipsychotisch wirksam wäre (antagonisiert), wenn man nur Clozapin dafür hernimmt, denn dieses agonisiert teilweise muskarinische Acetylcholinrezeptoren M1 und antagonisiert wenn auch im geringen Maße zusätzlich DA D2 (auch hier veränderte DA-Neurotransmission). Insofern wüsste ich gerne, ob deine Antwort / dein Arbeitssheet in der KI-Antworten-Kette einen Link enthalten hat.
Übrigens ist die "Beweisführung 'Von hinten durch die Brust ins Auge!'" die Grundlage der sogenannten Dopaminhypothese der Schizophrenie. Was deren Erfolg bisher keinen Abbruch tut. Sehr oft angefochten, aber nie besiegt, ist sie wegen den bisherigen Geschäftsmodellen der Pharmaindustrie sogar zum solitären "Highlander" geworden. Ich denke, wir sollten das neidlos anerkennen. Es erspart uns ein wenig Stigma und Psychologisierung/"Typisierung", und das ist bei Schizophrenie schon hilfreich; alle fallen über uns her, so gibt es wenigstens eine Klasse Remedia, wir dürfen quasi raus aus der inquisitorischen Folterkammer der übermächtigen Psychiatrie, sobald wir Abbitte getan haben: "Ja, das Haloperidol/Benperidol/Olanzapin/... hat bei mir gewirkt" (sonst würde Verwahrpsychiatrie angewandt, die es auch heute noch oft genug gibt).
Allerdings wird es bald neue Medikamente geben, so dass vielleicht der unglückselige Satz "...seine/ihre Medikamente nehmen..." verschwinden wird - und einiges an paternalistischer Betreuung aufgrund unserer Krankheit mit dazu. Dabei ist nur der Kritikpunkt, dass die Neuen oft nur einen Teilfortschritt bringen (das Cariprazin und das Brexpiprazol), dass man sich gar nicht erst traut, sie für die breite Masse verfügbar zu machen (das KarXT in Deutschland) und dass parallel zur psychiatrischen Auffassung noch die psychologische, dass es eigentlich gar keine "Psychopharmaka" gibt, es sind gesellschaftliche Probleme, die sich in den "psychiatrischen" Krankheitsbildern widerspiegeln, munter wächst und gedeiht wie das nicht immer gern gesehene Unkraut in den Ritzen und Fugen der Bebauung im städtischen Raum. Uns sollte aber vor allem interessieren, dass die Neuen weniger Nebenwirkungen mit sich bringen werden, vielleicht ist es ja ein Experiment wert, auch die atypischen Neuroleptika haben es ja bis in die Akutbehandlung geschafft, vielleicht ist das ein Vor-Bild für die Ereignisse, denen wir (längerfristig dann auch im knauserigen Kranke( n )-Kassen-Deutschland) entgegensehen.