Schnelle Metabolisierung
Ihr Lieben,
ich bin Mutter eines 24-jährigen Sohnes, der Anfang letzten Jahres eine Psychose bekommen hat. Inzwischen ist seine Diagnose paranoide Schizophrenie. Er lebt seit dem wieder bei uns zuhause. Unser Problem ist, dass er, wie sein Vater auch, eine sehr schnelle Metabolisierung aufzeigt. Seine teils hohe Medikation ist nie in den therapeutischen Bereich gekommen, noch nicht einmal annähernd. Er hat im Herbst letzten Jahres 400mg Clozapin eingeschlichen bekommen. Sein Spiegel zeigte im Januar nicht mehr als 120 auf. Dabei fühlte er sich völlig ausgeknockt und hat dabei fast 20kg zugenommen. Unser Wunsch war nun langfristig weg vom Clozapin. Heute ist der Stand 150mg Clozapin und 500mg Sulprid. Sein Spiegel steht bei 60 zu 40. Frustrierend. Sein Psychiater geht auf dieses Problem gar nicht ein, der Spiegel sagt seiner Meinung nicht viel aus.
Was meint ihr dazu?
Statt dem Amisulprid erstmal Aripiprazol(Partialagonist) im Idealfall 5–10 mg probieren. Aripiprazol reduziert die Gewichtszunahme durchs Clozapin und wirkt bereits in kleinen Dosierungen sehr gut. Bei Stimmen sind die Erfahrungen mit Amisulprid häufig etwas besser.
Ich arbeite gerade
Kombinationen bei Therapieresistenz aus. Bitte genau durchlesen!
Auch wenn das noch ein früher Bearbeitungsstand ist, kann es eine sehr gute Orientierungshilfe auch für Ärzte sein.
Über das kleine Drucksymbol kann man das auch ausdrucken, um leichter mit den Ärzten darüber sprechen zu können.
Wenn das Aripiprazol gut wirkt in Kombination mit dem Clozapin, dann könnte dein Sohn später (etwa nach Akutbehandlung) das Clozapin wieder reduzieren oder zum milderen Quetiapin wechseln. Clozapin ist erstmal das Wirkungsvollere, bei der Erhaltungstherapie kommt man häufig Dosismäßig runter und sollte das Clozapin oder Quetiapin eher als Add-on verstehen (Kleinstnötig dosiert im Idealfall ist absetzen möglich).
Hier findest du die
Nebenwirkungsprofile der einzelnen Antipsychotika:
Nebenwirkungen Antipsychotika 10/25
Mit der Metabolisierung bin ich weniger belesen, nur wenn dem so ist, kann es sein, dass tendenziell zu höheren Dosierungen gegriffen werden muss. Ich würde da auch eher langsam steigern, da der Medikamentenspiegel im Blut kein aussagekräftiger Wert ist und die Antipsychotika meist direkt nach der Einnahme bereits die Rezeptoren voll besetzen. Die Metabolisierung, also wie schnell der Wirkstoff in Blut abgebaut wird, muss von daher kein aussagekräftiger Wert sein.
Die frühere Behauptung, dass Neuroleptika Spiegelmedikamente sind, ist mehr oder weniger falsch, häufig spielt der Faktor Zeit bei der Wirkung eine wesentliche Rolle und Überblockierung der Rezeptoren schadet mehr als es hilft. Akathisie beim Aripiprazol etwa kann ein Anzeigen für Überdosierung sein, da diese ab 80 % D2 Blockade auftritt und man bereits bei 70 % im idealen Bereich ist.
Aripiprazol also bei Kleinstdosis ab 5 mg einschleichen. 5–10 mg ist ideal, darüber tritt häufig schon Akathisie auf.
Das Clozapin sollte Akathisiesymptome vom Aripiprazol auch so reduzieren, also wäre Akathisie(Sitzunruhe) ein relativ sicheres Zeichen von Überdosis, wenn man es eindosiert.