Kartenhaus

Aktuell ist sie so klar das sie sich vom Pastor einfach nur eine wörtliche Stellungnahme wünscht nach dem Motto nein ich will dich nicht und ich bin wirklich verheiratet. Dann meint die kann sie loslassen.
Wäre ein großer Schritt überhaupt das klarzustellen. Anders kommt man von so einem Liebeswahn kaum weg.

Man kann normal mit ihr reden und sie öffnet sich. An eine Erkrankung glaubt sie noch nicht. Der religiöse Kontext als Lebensziel besteht weiter.
Welche Erlebnisse oder Erscheinungen hatte sie bisher? Es ist überhaupt gut, wenn sie bei sich erkennt, dass es zumindest Symptome einer Schizophrenie sind. Im Grunde ist Wahn häufig damit verbunden, dass man die Dinge übertreibt, die man anfängt.

Religion oder Religiosität kann bei so einer schweren Erkrankung auch etwas Schutz sein, also ich würde eher fragen, warum sie sich auserwählt fühlt, oder was sie glaubt, was ihr Auftrag ist. Einfach auch um zu sehen, ob eine psychotische Erfahrung oder intensives Erleben bei ihr das mit ausgelöst hat.
Bei mir damals war in der Psychose die Wahrnehmung alles sehr intensiv, also man ist da wie in den kirchlichen Geschichten in der Ich-Perspektive und bezieht alles auf sich. Vielleicht hat sie sich da irgendwie bei etwas bestimmten oder in einer bestimmten Situation angesprochen gefühlt. Religion macht ja auch Angst vor der Hölle und solche Dinge können dann auch wahnhafte Getriebenheit verstärken.
Meist liegen auch so Ängste zugrunde, vielleicht politische Dinge, die sie triggern, wo sie sich reinsteigert?

Vielleicht kannst du da ja so ein Lagebild aufzeigen, was für Dinge sie beschäftigen. Du brauchst sie kaum vom Gegenteil überzeugen, aber vielleicht kannst du ja herausfinden, welche Dinge sie beunruhigen und was sich in ihren Augen ändern müsste.