Medikamente absetzen

Hi Maggi

Cannabis zu beschönigen
Ich habe gesagt, dass es schwierig sei, ohne zu sein. Und im Gegenteil von beschönigen geschrieben, wie ich ausschleichen kann, damit es hoffentlich funktioniert, ohne zu leben und mit weniger Antispychotikum besser zu leben. Mein Text könnte von jemand anderem sogar als Warnung aufgefasst werden.

@Daniels Splitstar,
Echte Drogen wie Cannabis, Nikotin oder Alkohol haben das Problem, dass man anders als bei Antidepressiva (etwa auch Bupropion) immer mehr davon braucht oder die Einnahme schwer kontrollieren kann. Nikotin etwa kann absolut schädlich für die Lunge sein, aber auch sehr viele Giftstoffe bei der Verbrennung haben, was beim Cannabis ja ähnlich sein sollte.
Maggi, was sind denn echte Drogen für dich?
Mein Versuch wäre von: "Substanz mit hohem Suchtpotential" zu denken und sprechen. Die Grenzen sind nämlich fliessen.

Cannabis wird im medizinischen Bereich häufig mit Vaporizern appliziert, da hast du keinen Schaden wie beim Rauchen für diese Patienten.

Mit Bupropion habe ich Erfahrungen. Auch zu Bupropion (Wellbutrin) wird eine Toleranz entwickelt. Es hat nicht wenige Risiken, und die Wirkungsweise ist sehr ähnlich zu bekannten Stimulanzen. Ja, man bräuchte immer mehr, um die ursprüngliche Wirkung voll aufrecht zu erhalten, da es aber langsamer wirkt, ist der Suchtfaktor viel kleiner. Für eine gewisse Phase kann das Wunder bewirken aber als Langzeitmedikation war und wäre mir das zu heftig.

Solche Kritik und überdenken muss ja nix negatives sein.
Meine Wahrnehmung war, dass du überdetailiert erklärt hast, an der Logik hat sich für mich aber nichts geändert hat.

Ich wollte auch lange mit dem Zigarettenrauchen aufhören, was mir praktisch auf längere Zeit unmöglich war, da der Suchtdruck bei Schizophrenie auch durch die Antipsychotika erhöht ist. Das könnte auch bei dir für dein Cannabis ein Grund sein, da Antipsychotika selbst den Suchtdruck verstärken.
Meines Wissen erhöht die Krankheit Schizophrenie die Wahrschenlichkeit zu Süchten (auch substanzlos) und davon, süchtig zu bleiben. Ja du hast Recht, auch weil die Antipsychotika wirken, ist die Wahrscheinlich und der Suchtdruck höher.

Antipsychotika wirken systemisch und erwirken "Weniger Dopamin" in allen Hirnarealen, heisst: Antipsychotika blockieren Dopaminrezeptoren nicht nur dort, wo es gewünscht ist, sondern im gesamten dopaminergen System.

Und daraus entstehen oder verstärken sich die Negativsymptome, durch die Krankheit und die APs. Darum ja auch das Bupropion in deiner Medikementenempfehlung, da es dagegen wirkt - aber eben auch systemisch -> halt andere Nebenwirkungen.
Darum auch Rauchen oder andere Suchtmittel, weil sie dagegen wirken. Daneben machen all diese Dinge die dagegenwirken selber viele Probleme.

Darum wollte ich das Problem am Kern angehen, also zu hohe Antipsychotika Dosis langsam, begleitet zu verringern und gleichzeitig die Krücke "Cannabis" ausschleichen / aufzhören.

Ich hoffe du verstehst jetzt besser, was ich sagen wollte?

Also an sich sorry, wenn ich dir unrecht getan habe und ganz so sicher bin ich mir nicht. Mir geht es darum eben das richtige Synonym oder wie du dir das mit der Dopamin-Aufnahme vorstellst sichtbar zu machen, also du kannst das ja auch aufzeigen, was du darunter verstehst.
Ich zum beispiel dachte das Dopamin entsteht in den D2 Rezeptoren selbst und wird durch Antipsychotika in der Ausschüttung von Dopamin abgehalten. Es ist aber eher andersherum, dass das Dopamin anders ausgeschüttet wird und ein Teil der Rezeptoren wo das Dopamin andockt etwa bereits belegt durchs Antipsychotikum ist.
Also eine eher umgekehrte Sicht als ich das etwa vorher betrachtet habe.
Von daher finde ich eine Klärung solcher möglichen Missverständnisse wichtig, um eine gemeinsame Vorstellung und Sprache von den Abläufen zu gewinnen, da ein Effekt von Medikamente da ist und man die Erklärung daraus eher herleitet.
Ja weisst du, ich finde es manchmal besser, abstrakter zu bleiben, solange man die Logik behält und versteht. Hoffe du verstehst das.

Ist jetzt ein bisschen ausgeartet. Eigentlich wollte ich nur meine Sicht darlegen und habe gehofft anderen damit zu helfen. Da ich es eben auch erst gerade besser verstanden haben.

Wir täten gut kritisch, aufgeklärt und auch vorsichtig bezüglich Medikamenten zu sein. Die Aufklärung von Psychiatern und anderem Medizinischem Fachpersonal lässt zu oft zu wünschen übrig. Schon gar nicht daran denken, ein ganzheitliches Bild davon zu bekommen.

Schönes Wochenende!