Psychose
Also zunächst einmal glaube ich persönlich nicht daran, dass man ewig in einer Psychose feststecken kann.
Ich habe nur Medikamente bei meiner 1ten Psychose genommen um diese nach dem ersten erfolgreichen chemischen Abbruch meiner Psychose heimlich wieder abzusetzen. Grund dafür waren Erkenntnisse meiner persönlichen Rercherche im Internet, dass ein Absetzen meiner Medikamente mit zunehmenden Zeitraum nicht einfacher wird sondern wesentlich schwerer ist (Abhängigkeitspotential ähnlich stark wie bei einigen Arten von Drogenabhänigen / Alkoholabhängigen). Der Arzt damals hat zu mir gemeint, dass ein Absetzen der Medikamente unter 1 Jahr zu riskant wäre, der hat aber auch bestritten dass meine Medikamente Nebenwirkungen hätten oder dass es eine Medikamentenabähngigkeit überhaupt gibt.
Danach bin anschließend über 1-2 Jahre nach der ersten Psychose immer mal wieder wegen zu starken psychotischen Symptomen in die Klinik eingeliefert worden. Allerdings habe ich die weitere Medikamenteneinnahme stillschweigend verweigert - ich habe also die Psychosen ohne weitere Medikamente ausgesessen. 2 Jahre nach der ersten Psychose war ich dann erstmal aus allen positiv Psychose Phasen draußen, auch weil mein Gehirn biochemisch wahrscheinlich schon zu erschöpft war, für eine weitere Psychose. Danach erstmal 1 Jahr nur negative Symptome - ähnlich wie starker Burnout.
Ich habe meine Leben neu strukturiert, Psychoterhapie und einen Psychologen besucht, ein paar selbt-hilfe Seminare. Außerdem habe ich ein paar kreative Hobbies entdeckt die mir Kraft / Energie und einen Sinn in meiner Freizeit geben.
Parallel konnte ich dann erstmal als Minijober wieder arbeiten.
Also ja, ich denke man kann das auch ohne Medikamente schaffen (vielleicht habe ich aber auch einfach nur Glück gehabt trotz des schweren Verlaufes am Anfang). Zum Glück habe ich niemand anderen gefährdet sodass man mich nicht zwangsmedikamentieren konnte.
PS: Die Psychiatrie ist hauptsächlich nicht dafür da den Patienten zu helfen sondern in erster Linie die Gesellschaft "vor den verrückten / unberechenbaren Menschen" zu schützen. Dafür muss man sich nur mal die Geschichte der Psychiatrie ansehen. Bevor es hinreichend gute Medikamente für die Kontrolle der Patienten gabe wurden früher den Menschen Teile des Gehirns mit einem Meißel zerstört (Lobotomie). Damals hat die Psychiatrie mögliche Nebenwirkungen dieser Behandlung genaus abgestritten wie heute die Medikamenten - Nebenwirkungen ("Dass sind nicht die Nebenwirkungen der Medikamente, sonder die Nebenwirkungen ihrer Krankheit").
5 bis 6 Jahre nach der ersten Psychose lebe ich mittlerweile ein normales Leben - ohne positiv Symptome und sehr selten mit negativ Symptomen (nach sehr vie Stress z.b. auf der Arbeit). Ich würde sagen, dass ich mittlerweile zu 95% genaus so gesund bin wie vor 2 Jahre vor meiner ersten Psychose damals.