Medikamente absetzen
Ich finde es gut, dass hier verschiedene Perspektiven zusammenkommen – Gelöschtes Mitglied 2533 hat die Überempfindlichkeit der D2‑Rezeptoren im Striatum betont, Daniel hat auf die Selbstmedikation mit Cannabis hingewiesen, und Lernender hat zurecht angemerkt, dass eine rein technische Erklärung nicht alles erfasst. Vielleicht hilft es, die Mechanismen noch einmal klar zu sortieren:
🔹 Antipsychotika
- Sie blockieren D2‑Rezeptoren auf der postsynaptischen Zelle.
- Dopamin wird weiterhin ausgeschüttet und bleibt im synaptischen Spalt, kann aber an weniger Rezeptoren binden.
- Effekt: Die Signalübertragung wird gedämpft → hilfreich gegen Positivsymptome (Wahn, Halluzinationen), aber Risiko für Antriebslosigkeit, Sprachverarmung und kognitive Verlangsamung.
- Wichtig: Es geht nicht darum, dass „weniger Dopamin aufgenommen“ wird, sondern dass weniger Rezeptoren verfügbar sind, um das Signal weiterzugeben.
🔹 Bupropion
- Hemmt DAT (Dopamintransporter) und NET (Noradrenalintransporter) an der präsynaptischen Zelle.
- Dadurch bleiben Dopamin und Noradrenalin länger im Spalt und stimulieren die freien Rezeptoren stärker.
- Im Striatum (DAT‑reich): Dopaminwirkung wird verstärkt → Verbesserung von Antrieb, Kognition und Negativsymptomen. Das kann erklären, warum nach Absetzen von Antipsychotika die Psychose nicht sofort zurückkehrt, sondern hinausgezögert wird.
- Im präfrontalen Kortex (DAT‑arm, NET‑reich): Noradrenalin (und indirekt auch Dopamin) bleibt länger wirksam → weniger Reizbarkeit, bessere Impulskontrolle, weniger innere Unruhe.
🔹 Cannabis im Vergleich
- Cannabis wirkt ebenfalls dopaminerg, aber unkontrolliert und mit dem bekannten Risiko, Psychosen zu verschlechtern oder neue Schübe auszulösen.
- Bupropion dagegen verstärkt die Signalübertragung gezielter und kontrollierter.
- Zusätzlich ist belegt, dass Bupropion Suchtdruck bei Nikotin reduziert – und es gibt Hinweise, dass es auch bei Cannabis helfen kann, weil es das Belohnungssystem moduliert. Damit könnte es eine pharmakologische Alternative zur riskanten Selbstmedikation sein.
Fazit
- Antipsychotika: dämpfen die Signalübertragung → gut gegen Positivsymptome, riskieren Negativsymptome.
- Bupropion: verstärkt die Signalübertragung → bessert Antrieb, Kognition, reduziert Reizbarkeit, kann Rückfälle hinauszögern.
- Cannabis: subjektiv regulierend, aber riskant für Psychosen.
So lässt sich die Logik zusammenführen: Während Antipsychotika global blockieren, wirkt Bupropion regional unterschiedlich (DAT im Striatum, NET im PFC) und kann dadurch zeitweise stabilisieren. Cannabis bleibt dagegen ein unsicherer Weg, auch wenn der Wunsch nach Selbstregulation verständlich ist.
Mit Unterstützung von KI erstellt