Können wir unser drittes Auge öffnen?

Das man ohne Medikamente klar kommt ist unwahrscheinlich bei einer Schizophrenie die auch ohne Drogen auftaucht. Man geht ein gewaltiges Risiko ein. Jeder Schub verschlechtert das Wohlbefinden. Ich frag mich warum viele Betroffene absetzen wollen. Ist es fehlende Akzeptanz ?
Mir sind im Krankenhaus, und auch danach in den Therapiegruppen, Menschen begegnet, die unter hohen Dosen ihrer Medikamente völlig "ausser Betrieb" waren.
Körperlich, geistig und emotional.
Und es ist ja nicht so, dass sie sich trotz aller Einschränkungen dessen nicht bewusst gewesen wären.
Ich selbst hatte das Glück, von vornherein niedrige Dosen bekommen zu haben, was aber wahrscheinlich auch nur der Tatsache geschuldet war, daß ich erst ins Krankenhaus ging, als die Akutphase schon ausgeklungen war.

Viele dieser Menschen hatten mehrere akute Phasen erlebt, und waren quasi dauerhaft auf soviel Medikamenten.

Ich kann den Wunsch, die Medikamente loszuwerden, total verstehen!
Und bin einfach nur dankbar, diesen Umständen bis jetzt nicht ausgeliefert gewesen zu sein.

Der Zustand unter hohen Medikamentendosen mag eine Alternative zum Leben mit Wahn, Sinnestäuschungen und fehlendem Zugang zur Gemeinschaft sein, kann aber so extrem behindern, dass ich nicht verstehen kann, wie man nicht verstehen kann, daß man so auch nicht "leben" mag.