Wenig-Medikamente-Strategie und zykloide Psychose

Hallo Jay, ich bin zwar ganz neu hier im Forum aber möchte gleich etwas zu dem Thema sagen.

Ich habe selber auch zykloide Psychosen. Meine Diagnose war erst bipolar, später schizoaffektive Störung (bipolare und schizopherne Elemente gemischt).

Diese Diagnose ist sehr unspezifisch und allein durch das durchlesen dieses Beitrages ist die Bezeichnung: zykloide Psychose bei mir sehr viel treffender.

Ich unterstütze deine Vorgehensweise die Medikamente nur in einem akuten Fall anzuwenden. Meiner Erfahrung nach wird auch in der Psiychatrie extrem überdosiert und mit diesen starken Medikamenten kann man auf längere Sicht keine Erfüllung finden.

Wenn man chronisch Schizophren ist, kann ich verstehen, dass man eine Lösung sucht, die das Leiden auf Dauer reduziert.

Da wir hier aber von der zykloiden Psychose (oder zykloiden Schizophrenie) reden, kann ich aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass ich schon sehr viele verschiedene Medikamentenkombinationen (Nur Neuroleptika, nur Anti-Depressiva, Lithium und auch zeitweise alles zusammen oder in jeder Kombination) genommen habe und dies hat nicht zum Erfolg geführt.

Ich bin 29 Jahre und seit 10 Jahren "erkrankt". Ich werde aber nochmal einen eigenen Beitrag über meine Geschichte verfassen.

Hätte ich immer das gemacht, was mir die Ärzte verschrieben hätten, würde es mir heute noch sehr viel schlechter gehen aber das ist denke ich mal hier jedem klar.

Nach vielen Jahren mit Medikamenten nehme ich zur Zeit nur noch 2,5 mg Zyprexa bis auf Weiteres. Ich habe ein Experiment gemacht und die Dosis 3 Tage lang halbiert und konnte kaum noch schlafen und schon am 3. Tag war ich wie manisch und habe daher vorsichtshalber das Medikament wieder genommen.

Da bei mir aber die Psychosen nur zyklisch auftreten möchte ich auch einen anderen Weg finden, als eine dauerhafte Medikation einzunehmen, die starke Nebenwirkungen hat und auch bei 2,5 mg (niedrige Dosierung) auf Dauer Depressionen, Antriebslosigkeit etc. auslösen.

Da ich durch die langjährige Einnahme des Zyprexa eine Art Dopamin-Übermempfindlichkeit bekommen habe, wird dies wohl nur durch vorangehende Traumabehandlung und ausschleichen über sehr lange Zeit überhaupt praktikabel sein.

Gruß