Autismus und Schizophrenie
@Maggi
Erstmal vielen Dank für deine Nachricht!
Ich glaube, dass ein paar Missverständnisse vorliegen.
Er war bei mir und hatte sein Medikament vergessen. Um noch genauer zu sein, ist ihm das mitten in der Nacht aufgefallen (Er hat noch einen zweitwohnsitz, in den er sich zu geregelten Zeiten zurückzieht - immer von Samstagabend auf Mittwoch Vormittag). Er konnte dann nur sehr schlecht schlafen (Er kaum auf drei Stunden Schlaf). Am nächsten Morgen sind wir zu seiner Wohnung gefahren und bei mir Zuhause wieder angekommen, hat er sie dann genommen (erstmal nur 1/3 seiner üblichen Dosis, warum er das gemacht hat, weiß ich aber nicht - vermutlich damit er nicht den ganzen Tag verschläft). Dann schlief er nochmal zwei Stunden bis Mittag und am Abend ist es zwischen uns eskaliert, nachdem er unseren quengelnden Sohn hinlegen wollte.
Am Anfang der Erkrankung stehen wir auch nicht. Er hatte schon Halluzinationen, als er noch ein Kind war und immer wiederkehrende Knallgeräusche in seinem Kopf. Früher hatte er seiner Aussage nach "Gewaber" in seinem Kopf (undefinierbare Worte/Stimmen). Eine frühere Ärztin gab ihm Risperidon, um dieses "Gewaber" zu behandeln, klärte ihn aber nicht darüber auf, dass er eine Schizophrenie hat (oder sie wusste es nicht). Zudem nahm er lange Venlafaxin ein. Zunächst setzte er dann das Antipsychotikum ab, als unser Kleinster wenige Monate alt war und irgendwann auch das Antidepressivum und bekam dafür Lithium, aber mit dem Wissen, dass seine Depression behandelt wird, was nicht restlos der Fall war, da er immer wieder nach Überforderungssituationen und emotionalen Stress durch irgendwelche Missverständnisse in unserer Kommunikation mit Stupor oder Katalepsie reagierte (Bewegungsarmut/-unfähigkeit). Er konnte in so Zuständen dann auch nicht mehr reden. Bevor er das hatte, war er immer sehr gereizt und verteidigte sich vehement, auch wenn ich nichts gesagt habe, was ihn normalerweise hätte angreifen können. Wir hatten auch zwischendurch immer wieder ganz schlimme Konflikte, in denen er mir vorgeworfen hatte, dass ich ihn manipuliere und er mir nichts glaubte. Wir wussten beide die ganze Zeit nicht, was los ist. Das geht schon Jahre so.
Jetzt hat es sich allerdings richtig zugespitzt. Vor drei Wochen ca kam dann der Tiefpunkt und endlich auch die Diagnose von einer neuen Psychiaterin.
Ansonsten nochmal vielen lieben Dank für die wertvollen Infos!
Grüße