Fühlt man sich mit 5mg Abilify/Aripiprazol normal?
"Normal" fühlen ist relativ. An sich ist die Erkrankung ein psychisches Extrem von der Wahrnehmung und die Medikamente zeigen häufig das andere Extrem auf.
5mg Aripiprazol ist eine kleine, häufig noch wirksame Dosis. Da es ein Partialagonist ist, sind die Emotionen und Libido damit besser als bei vielen üblichen Antipsychotika, die häufig innere Leere und so erzeugen. Quetiapin scheint auch Vorteile zu haben, da es schwächer an den Rezeptoren wirkt, die für Emotionen mit zuständig sind.
Dieser Artikel behandelt das mit Libido und Emotionen und warum Partialagonisten wie Aripiprazol, Cariprazin und Brexpiprazol, da weniger stark dämpfen wie übliche Antipsychotika:
Libido vs. Emotionen – Warum partielle Dopamin-Agonisten oft weniger emotional dämpfen
Mit Aripiprazol 5mg kann man gut zurechtkommen, es macht eher aufgeschlossener und man fühlt sich vergleichsweise sehr normal damit, da es auch verhältnismäßig wenig Nebenwirkungen macht und die Kognitionen extrem besser sind als etwa mit Risperidon.
Trotzdem hat man Einschränkungen mit den Antipsychotika und viel Potenzial, was Negativsymptome und kognitive Symptome angeht. Die Schwierigkeit bei Psychose ist auch, mit den Medikamenten eine gesunde Mitte zu finden, wobei ich mir das eher wie ein Pendel vorstelle, also man ist im einen Extrem (Psychose) und schwingt ins andere Extrem (Medikamente), wobei damit das Wahrnehmungsspektrum für einen aufgezeigt wird, was sich auch von Wirkstoff zu Wirkstoff unterscheidet. Diese veränderte Wahrnehmung kann kreative Prozesse auslösen, die für die Heilung wichtig ist und manchmal muss man auch das andere Extrem kennen, um sich über einer gesunden Mitte der Wahrnehmung bewusst zu sein.
Diese gesunde Mitte zu finden, kann sehr schwer sein, da man mit der ohne und mit Medikamente eher zu den Extremen neigt.
Ansonsten stellt sich auch die Frage: "Was ist normal?". Wir sind ja ganz unterschiedlich, auch Gesunde haben Eigenarten, die wohl mit der Neurochemie eng zusammenhängen, ohne dass man von krank sprechen würde, oder dann eben andere Erkrankungsbilder hernehmen würde.
Ich versuche mit der
Intervalltherapie des Aripirpazol's dieses Pendel etwas ausschwingen zu lassen, wobei das eben auch die zusätzlichen Wirkstoffe, das Bupropion und von der Libido/Emotionen SSRI Antidepressiva erfordert, damit die Extreme verringert werden und das ganze über die Zeitintervalle hinweg gemächlich auspendeln kann. Auch das mag ein schwankender Zustand sein, aber man kommt einer normalen Mitte näher.