Hi
@Ainee,
du hast das sehr gut gemacht.
Krankheitseinsicht tritt häufig erst viel später auf und setzt auch eine annehmbare Behandlungsmöglichkeit voraus. Meist ist es schwer antipsychotische Medikamente zu finden, mit denen man auch funktioniert.
Solche normalen Behandlungen können ein tiefer Einschnitt im Leben sein, von daher würde ich vorerst Nahrungsergänzung und alternative Behandlungsformen ausprobieren wollen, ob damit vielleicht Psychiater und härtere Medikamente vermeidbar sind. Meist muss es da zu einem Zwischenfall wie das mit ihrer Verliebtheit oder anderes kommen, da man in der Psychose im Wahn von einem ins andere Thema kommt.
Wahn durch Nachfragen oder hinterfragen zu lösen ist wichtig, meist gibt es in diesen Geschichten aufgrund von mangelder Lebenserfahrung oder leichtgläubigen wahnhaften Denken gewisse Schwachstellen, wie etwa du zu lösen versucht hast, indem sie ihre Trainerin anruft und nachfragt. In der Psychose wird man immer leichtgläubiger für irreale Vorstellungen und anfälliger für Wahn, man vertraut seinen Gefühlen mehr als der Realität, die immer mehr in den Hintergrund gerät. Also es konkurrieren quasi die kranken Wahnvorstellungen, die sich aus unverstandenen Erlebnissen ergeben, mit der gesunden Wahrnehmung, weil man ja trotzdem weiß, was an sich normal ist und wie man das richtig hätte auffassen müssen. Man versucht sich also als Betroffene/r auch selbst zu überzeugen und diese Schwachstellen selbst zu finden, können manchmal sehr simpel sein, wo man akut weniger drauf kommt oder zugänglich ist. Also, selbst wenn du ihr etwas erklärst und sie am Wahn festhält, du solltest ihr immer auch Zeit geben, weil diese verworrenen Gedankenmuster sehr stark sein können und solche Imputs von dir sehr wichtig sind, auch wenn sie ein paar Nächte darüber schlafen muss und klarere Momente braucht, falls sie mal völlig überwältigt von ihren Vorstellungen ist.
Das mit der übertriebenen Verliebtheit kenne ich auch, das ist sehr problematisch. Teils braucht man da womöglich wirklich später Antipsychotika oder etwas emotional dämpfendes, um da auszubrechen. Da sollte sie sich keine unnötigen Hoffnungen machen und zumindest erkennen, dass ihre Gesundheit aktuell wichtiger ist als so eine Beziehung, zumal der Mann ja Kinder und Frau hat, womit sie nur ihren Job aufs Spiel setzen würde, wenn da etwas durchdringt.
Medikamente bzw. Antipsychotika können das emotionale und gefühlsgeleitete Denken reduzieren, dann ist man da eher in der Lage diese Situationen und alles real zu betrachten, gleichzeitig sind diese Medikamente aber auch einschränkend in Motivation, Kognitionen und so, also viele nehmen erstmal ungern oder unfreiwillig diese Medikamente und müssen dann erstmal etwas Verträgliches finden.
Falls sie in eine Behandlung sich begibt, wären längerfristig Behandlungen wie bei der
Medikamente-Orientierung gut, um trotz antipsychotischer Medikamente ein halbwegs normales oder besseres Leben als vor der Medikamente haben zu können. Die Psychose ist manchmal eben chronisch und da führt dann wenig an Medikamenten vorbei, die an sich sehr unterschiedlich von der Verträglichkeit ausfallen.
Vorerst würde ich Nahrungsergänzung, Vitamine und Mineralien empfehlen.
Hier findest du eine Tabelle, wo die für Psychose und Nerven relevantesten Ergänzungsmittel aufgelistet:
Antioxidantischer Therapiensatz - Psychose
Besonders wichtig wäre auch Vitamin B6 und Magnesium, hier findest du einen ausführlichen Artikel mit Dosierungen und worauf man achten muss:
Magnesium und Vitamin B6 in Bezug auf Schizophrenie
- Die hoch dosierte Form von B6 100 mg findest du hier preiswert. Zusätzlich wäre B-Komplex mit allen 8 B-Vitaminen möglich.
- Magnesium reichen normale Dosierungen. Hier relativ preiswert.
- Sulforaphan (Brokkoliextrakt) wäre auch sehr wichtig, da gibt es aktuell auch Studien, die das untersuchen. Hier ein Produkt.
Weitere Ergänzungen:
- Vitamin D, E und C können zusätzlich helfen. D ist das Sonnenvitamin, was auch antidepressiv etwas helfen kann, vor allem wenn man wenig Sonne abbekommt und eher zurückgezogen ist.
- Omega-3-Fettsäuren sind in Fischöl und Algenöl etwa, diese sind auch gut für den Darm. Hier ein Produkt.
- N-Acetylcystein (NAC) soll auch gut sein.
Hier die Tabelle mit besonderes relevanten Ergänzungen, welche im oberen Artikel auch zu finden ist:
| Supplement | Wirkung | Empfohlene Dosierung (Beispiel) |
|---|
| Sulforaphan (Brokkoliextrakt) | Aktivierung des Nrf2-Signalwegs, Reduktion von oxidativem Stress; erste Studien zeigen positive Effekte auf die Negativsymptomatik bei Schizophrenie [2] [3] | Ca. 20–30 mg reines Sulforaphan-Äquivalent pro Tag |
| N-Acetylcystein (NAC) | Vorstufe der Glutathion-Synthese; robustes antivirales und antientzündliches Potenzial, vielfach untersucht bei Schizophrenie | 600–2400 mg täglich, aufgeteilt in 2–3 Dosen |
| Vitamin C | Regeneration von anderen Antioxidantien, Unterstützung des Immunsystems | 500–1000 mg täglich |
| Vitamin E | Schutz von Zellmembranen, aber mit Vorsicht zu dosieren, da Überdosierungen problematisch sein können | 200–400 IE täglich (nicht zu hoch dosieren) |
| Vitamin D | Wichtige Rolle im Immunsystem und in der neuronalen Regulation; häufiges Mangelphänomen bei psychischen Erkrankungen | 800–2000 IE täglich (je nach individuellen Gegebenheiten) |
| B-Vitamine (B6, B9, B12) | Unterstützen den Zellstoffwechsel und die Neurotransmission, senken Homocysteinspiegel, der mit psychiatrischen Symptomen assoziiert ist | Ein gut dosierter B-Komplex (Präparate nach Packungsbeilage) |
| Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) | Entzündungshemmende und neuroprotektive Effekte, synergistisch wirkend mit anderen Antioxidantien | Ca. 1–2 g EPA/DHA täglich |
Das würde ich als Grundmedikation vorschlagen:
Da könnte sie vielleicht das
Sulforaphan (Brokkoliextrakt) 60-120 mg,
Vitamin B6 hochdosiert ca. 100-600 mg später nur 100-bis max. 200 mg täglich (da periphere Neuropathie auftreten kann),
Magnesium 400mg.
B-Komplex mit allen 8 B-Vitaminen zusätzlich zum B6.
Omega 3,
Vitamin E (alle 2 Tage)
Die anderen Ergänzungen C, D und N-Acetylcystein (NAC) in der Tabelle könnte man später nach und nach probieren.
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Das wäre für sie vielleicht eine Therapiemöglichkeit, die sie annehmen kann und in dieser Anfangsphase der Psychose vielleicht helfen kann, vielleicht kommt sie damit um antipsychotische Medikamente bzw. Psychopharmaka herum.