Weiß nicht mehr weiter
Jetzt hat grad das Gesundheitsamt angerufen, haben alles von der Polizei protokolliert, aber die zuständige Sachbearbeiterin wäre erst morgen wieder da. Soll ich morgen wieder anrufen. Habe alles erzählt und die meinten, das mit Anwältin wäre schon gut. Den Psychiater rufe ich gleich nochmal an.
Bei all dem Streit solltest du bedenken das er immer noch krank ist und dein Mann, also er sich wegen seiner Erkrankung so benimmt.
Da er schon mit Selbstmord gedroht hat, solltest du auch so maßvoll bleiben und ihm die Chance geben sich in Behandlung zu begeben damit du etwa im Gegenzug ihm entgegenkommst.
Dein Mann scheint ja spät erkrankt zu sein, von daher spricht einiges gegen eine richtige Schizophrenie, da die ja meist schon zwischen 20-30 ausbricht. Du hast am Anfang etwas von vor 7 Jahren geschrieben und dann müsste er ja schon etwas älter sein.
Vielleicht hat er keine klassische Schizophrenie.
Antipsychotika nehmen auch andere Betroffene sehr ungern ein, dazu kommt das Risperidon eher ein Wirkstoff ist, der schlecht verträglich ist, also man ist zwar von der psychotischen Symptomatik geschützt, er wäre handzahm, nur schränkt das alles trotzdem sehr ein. Von daher wäre vielleicht die Frage, ob er sich zu einem anderen besser verträglichen Antipsychotikum wie Aripiprazol vielleicht überreden lässt, damit dieser Aufstand aufhört.
Beim Risperdal konnte ich damals gar nix mehr, was sich sehr deprimierend anfühlen kann, von daher wäre mit der Medikamente-Einnahme es Empathievoll anzugehen eine Möglichkeit ihm einerseits verständlich zu machen das du auf seiner Seite bist und verstehst, warum er dieses Medikament ablehnt, aber andererseits ihn zu verstehen gibst, dass ihr eine Lösung für das Problem braucht und es auch besser verträgliche Antipsychotika, als das Risperidon gibt.
Im Grunde ist es wichtig das er irgendein Antipsychotikum nimmt, mit dem er zurechtkommt, dann ist das Verständnis für die Notwendigkeit auch besser.
Das Medikamentethema ist eben sensibel, aber das wäre in so einer Situation das Einzige, was ihn aus der Psychose holt. Du könntest ihn etwa fragen, ob er schonmal Aripiprazol (Abilify) hatte, was ein deutlich besser verträglicher Wirkstoff sein soll, ob er dann vielleicht bereit wäre das Antipsychotikum zumindest so lange einzunehmen, bis er sich stabilisiert hat.
In so einer Situation braucht man als Betroffener eine Bezugsperson die keine einseitige Partei (aufseiten der Therapeuten etc.) zeigt. Vielleicht erwischt du ihn ja mal, wenn er zugänglicher ist, da die Schizophrenie häufig auch Schubweise mal stärker und mal schwächer ist. Wenn du ihm zu verstehen gibst, dass Risperidon wirklich kein gut verträglicher Wirkstoff ist aber er trotzdem etwas braucht, dann kannst du ihn zu etwas Verträglicheren vielleicht überreden wo man später dann immer noch schauen kann wie er es für sich optimiert.