Wer von euch ist gesund geworden?
Schizophrenie ist nicht mal eine gesicherte Diagnose. Jeder, der irgendwann mal Stimmen gehört hat oder hört, bekommt sofort die Diagnose "paranoide Schizophrenie" verpasst. Es gibt viele Stimmenhörer, die keine Schizophrenie haben (dafür gibt es sogar einen medizinischen Code). Die psychiatrischen Fehldiagnosen liegen bei 30 %. Genauso ist es mit den Medikamenten. Sofort werden Überdosierungen verordnet, und seit einiger Zeit wird immer mehr Polypharmazie angewendet (mehrere Neuroleptika gleichzeitig) ohne Rücksicht auf Verluste (z.B. Negativsymptomatik). Dadurch wird meiner Meinung mehr Schaden angerichtet, als das es nützt. Wenn man mal die Beipackzettel durchliest, sieht man, dass die Nebenwirkungen zahlreich und oft schwer sind (und oft sind als Nebenwirkung Symptome aufgeführt, die das Medikament eigentlich bekämpfen soll, beispielsweise Angstzustände etc.) In etlichen anderen Ländern (unter anderem Finnland, Polen und England) ist man da schon weiter. Mit der Therapieform "Open Dialogue" erzielt man beispielsweise in Finnland hohe Heilungsquoten. Daran verdient allerdings die Pharmaindustrie nichts. Die Pharmalobby ist in Deutschland sehr stark. Wenn statt einem Antipsychotikum zwei oder drei gleichzeitig verordnet werden, wird damit halt zwei bis drei Mal so viel verdient, Psychopharmaka sind ein Milliardengeschäft). Ich sage nicht, dass sie nicht manchmal notwendig sind aber es muss viel vorsichtiger damit umgegangen werden. Ich glaube nicht, dass sich viele Psychiater Gedanken darüber machen, wie es Patienten mit den Überdosierungen oder Mehrfachverschreibungen geht.
Liebe Grüße, Nina