Ich kann nicht mehr

Ich verstehe. Jeder muss für sich selbst herausfinden, ob überhaupt und wie sehr er oder sie sich mit den Angstzuständen konfrontieren kann. Und wie ich schon sagte, wenn es Medikamente braucht, dann ist das eben so.

Ich selbst hatte beispielsweise jahrzehntelang Panikattacken, hatte immer Angst, ich bekomme einen Herzinfarkt und sterbe gleich. (Wurde als Herzneurose diagnostiziert). Das hat dann bedeutet, dass ich sehr häufig in den Notambulanzen der Krankenhäuser rumhing (vorzugsweise am Wochenende). Es wurde jedes Mal ein EKG gemacht, dann bekam ich eine Valium-Spritze und wurde wieder heimgeschickt, mit der Aussage, "Ihr Herz ist wunderbar gesund". Bis zur nächsten Attacke mit akuter Todesangst.
Das ging tatsächlich Jahrzehnte so. Eines Tages habe ich dann beschlossen, dass das aufhören muss, weil ich so nicht den Rest meines Lebens verbringen wollte.
Bei den nächsten Panikattacken mit Todesangst bin ich still in mein Zimmer gegangen, habe mich aufs Bett gesetzt und mir gesagt: "Ok., Wenn du jetzt sterben musst, dann ist das halt so" und habe geschlottert vor Angst und darauf gewartet, dass ich sterbe. Das habe ich mehrmals gemacht. Ich war entschlossen mich nicht mehr in solchen Situationen in die Notaufnahme bringen zu lassen. Und dabei bin ich geblieben. Ich bin nicht gestorben und habe auch keine Panikattacken mehr.
Zugegeben, das ist eine Radikalkur und auch sicher nicht für jeden das Richtige.
(Das heißt nicht, dass ich vor nichts mehr Angst habe, aber die Panikattacken sind seit Jahren weg.)

Liebe Grüße,
Nina