Was passiert wenn man vom Amtsarzt als "arbeitsunfähig" gestuft wird?

Die Fallmanagerin meines Sohnes hat ihn vor längerer Zeit aufgefordert, Erwerbsminderungsrente zu beantragen, weil eine Ausbildung und eine unterstützte Beschäftigung wegen psychischer Probleme abgebrochen wurden und er schon lange Leistungen bezieht. Er hat über das Arbeitsamt und Jobcenter einige "Maßnahmen" absolviert, die aber nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Er hat früher Harz 4 bezogen, später Bürgergeld. Um Bürgergeld zu beziehen, muss man eigentlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen (können), vielleicht arbeitslos sein aber ansonsten arbeitsfähig, zumindest einige Stunden am Tag. Ob jemand arbeitsfähig ist wenn der Fallmanager daran zweifelt, wird dann in der Regel vom Amtsarzt entschieden aber man kann natürlich auch eigene Gutachten vom Psychiater oder einem anderen Arzt vorlegen. Oft hat dann aber der Amtsarzt das letzte Wort. Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente meines Sohnes läuft noch und es ist noch nicht raus, wie er entschieden wird. Mein Sohn sagte zu meinem Lebensgefährten, er wolle gar keine Rente, er wolle arbeiten oder eine Ausbildung machen. (Es ist offensichtlich, dass er in seinem jetzigen Zustand überhaupt nicht dazu in der Lage ist, vor allem verlässt er seit 9 Monaten seine Wohnung nicht mehr und hat das laut eigener Aussage auch in nächster Zeit nicht vor). Falls der Rentenantrag abgelehnt wird, muss er erstmal Widerspruch ein legen, falls er endgültig abgelehnt wird, wird er Sozialhilfe beantragen müssen. Es kommt vor, dass die Ämter die Leute hin und her schicken, weil sie wollen, dass das jeweils andere Amt zuständig ist und zahlt. Falls man nicht zu einem Ergebnis und somit nicht zu Geld kommt, bleibt noch die Klage vor dem Sozialgericht. Da kann man dann Prozesskostenhilfe bekommen.

LG, Nina
Hallo Nina, wenn Dein Sohn trotz Erwerbsminderungsrente arbeiten gehen möchte (halt in einem kleineren Stundenumfang) dann geht das. Ich mach z.B. externe Arbeitstherapie in einem Sozialkaufhaus. Ich kann verstehen, dass er gerne arbeiten gehen möchte. Mir ist daheim auch die Decke auf den Kopf gefallen. Ich bin dort auch mit jüngeren Leuten zusammen, die ähnliches erlebt haben. Tut mir gut. Vielleicht wäre sowas ja auch was für Deinen Sohn.