Neu: Bereich für Angehörige

Die Frage wäre, ob es einem danach auch wirklich besser geht und ich glaube da liegt das Problem. Neuroleptika oder Antipsychotika greifen ja sehr stark in die Hirnchemie ein, man gewinnt Zeit und Stabilität, aber Heilung steht auf einen anderen Papier und rückt womöglich sogar in die Ferne.
Durch die Behandlung stellt man das Leben auch das Berufsleben des Betroffenen auf den Kopf, was erst recht zu Jobverlust und anderen Problemen beitragen kann, also braucht man gleichzeitig etwas, was einen auffängt und selbst für Angehörige können diese radikalen Veränderungen und Negativsymptome schwierig sein, wenn man als Betroffene/r in Richtung Messi sich entwickelt, keinen Job mehr findet oder diese Jobs einfach zuviel sind.

Ich bin der Überzeugung, dass erstmal die Therapien besser werden müssen wo meine Medikamente-Empfehlung bzw. Leitlinie ein Ansatz ist auch mal Negativsymptome gezielt zu behandeln, die bei der üblichen Behandlung mit Neuroleptika praktisch fast unbehandelt bleiben, wo manche Dinge besser andere auch schlechter werden.

Solange nach der Behandlung keine Krankheitseinsicht durch einen besseren Gesundheitszustand da ist, solange kann man glaube ich keine Zwänge auferlegen, wenn die Behandlungen besser werden, wird man womöglich gar keine Zwänge brauchen, wobei ich auch der Meinung bin das man bei Eigen- und Fremdgefährdung rechtzeitig auch präventiv Lösungen finden sollte gerade, auch wenn Angehörige wirklich das im Sinne ihrer Liebsten tut.
Ich als Betroffener sehe eben das Risiko, dass man sich von der Behandlung zuviel verspricht und die Folgen unterschätzt, die Positives und Negatives mit sich bringen.
Andersherum kann es ja auch sein, dass Betroffene ihre Eltern in Behandlung bringen wollen und dann bei so etwas Aussage gegen Aussage steht, wo Schizophrenie auch eine Erbkrankheit ist, ist das womöglich keine Seltenheit.
Auch berührt die Erkrankung zwischenmenschliche Machtgefüge und da bin ich eben auch eher der Typ der Angst vor Behandlungen hat, die womöglich auch ein Mindestmaß an Härte erfordern, um eine Psychose dann auch wirklich greifen zu können. Man weiß womöglich zu wenig und das Gehirn ist ja etwas Zentrales, also die Medikamente sind zwar reversibel, aber wenn du am Bein oder woanders operiert wirst, wirst du ja vorher auch gefragt.

Ich hätte wenn da ein Gesetz das Problem darstellt, wirklich gern mal Gegenentwürfe oder Alternativvorschläge, denn ich persönlich will in dieser Gesellschaft meine Meinung frei sagen dürfen und weiß, dass ich krank bin, wenn ich für jede Kleinigkeit wo noch keine Gefährdungslage vorliegt, wenn man dann Zwangsbehandelt werden kann, dann sind wir glaube ich schnell in Zuständen wie man es von Diktaturen kennen, wo man Andersdenkende einfach behandelt oder wegsperrt.

Solange es also keine schonenden Therapien wie meine Empfehlung in der Versorgung standardmäßig gibt, sehe ich auch keinen Raum das man für diese schlechten Therapien womöglich sein Leben opfert um anderen weniger auf den Geist zu gehen. Es hat meiner Meinung nach auch Gründe warum Erkrankte krank sind und wenn man an solchen Rechten sägt, dann trifft es meistens die Schwächeren die womöglich im Recht sind, dann aber allem völlig machtlos ausgesetzt sind.
Dieses Machtgefälle was nach der Behandlung ensteht sehe ich als Problem, da braucht man eine Familie die einen auffängt, ansonsten ist die Suizidgefahr auch gegeben die mit der Behandlung und diesen Dingen einhergeht.
Maggi,
glaube nicht, dass es etwas mit Diktatur zu tun hat, ich denke, ein Arzt sollte entscheiden, ob eine Person behandelt werden sollte oder nicht. Der Schizophrene sieht sich in der akuten Phase nicht krank, in vielen Fällen bringt er sich unbewusst in Gefahr. Viele sind heute nicht hier, nicht weil sie Selbstmord begehen, sondern weil sie die Gefahr nicht erkennen, und das wissen alle Ärzte.
Ich umarme dich.