Neu: Bereich für Angehörige

Haldol ist ja nun wirklich kein Medikament, was man so mal für zu Hause gibt? Also für 2-3 Wochen in der Klinik in der Akutbehandlung, lasse ich mir ja noch eingehen, aber selbst das ist für Erkrankte ein heftiger Eingriff. Fluanxol habe ich damals besser vertragen, aber nach der Klinik hatte ich da auch Nachwirkungen.
Normal sind es ja A-typische Wirkstoffe die man zuhause bekommt und da würde ich auch Cariprazin, Aripiprazol oder Brexpiprazol vorschlagen. Suchtprobleme zusätzlich sind schon blöd, wo vielleicht auch ergänzende trizyklische Antidepressiva wie Doxepin in geringer Dosis eventuell helfen können.

Also Haldol für zu Hause zu verordnen oder auf Dauer empfinde ich auch als Straftat, da diese älteren hochpotenten klassischen Antipsychotika schon mit schweren Langzeitnebenwirkungen verbunden sind und man schon generell dazu übergegangen ist nur noch Atypische Antipsychotika für die Erhaltungstherapie zu geben, also das meistens von der Wirkung und so ausreicht und deutlich verträglicher ist. Aber auch da gibt es große Unterschiede, weshalb ich zu einem der genannten Wirkstoffe raten würde als Grundmedikation.



Würde mich mal interessieren, was das für ein Freund gewesen ist. Ich bin für den Einsatz von Medikamenten, aber sehe, was Pharmaindustrie und Psychiater machen auch eher kritisch, weil man sich kaum über den Schaden den man anrichtet im klaren ist und man eben therapeutisch viel weiter sein könnte, wenn hinter der Verordnung kein krasses Profitstreben einzelner großer Pharmakonzerne stecken würde. Haldol, Risperdal, Xeplion weitere dieser Depotspritzen sind ja häufig von einem bestimmten Hersteller Janssen, den die Psychiater scheinbar blind vertrauen, aber es uns kranken da teilweise alles andere als gut damit geht. So eine Monatsdepotspritze, was man von den Wirkstoffen her zur Patentverlängerung hernimmt, kostet um die 1000€ im Monat und der Mehrwert für den Betroffenen ist gleich Null, also da vermarktet man den Grundwirkstoff Risperidon der seit 1990 auf dem Markt ist heute immer noch zu völlig überteuerten Preisen, auskosten des therapeutischen Fortschritts. Das sind zwar Atypische Wirkstoffe, aber auch welche, die mit vielen Nebenwirkungen verbunden sind und es schon bessere Wirkstoffe als Generika gibt.

Ich persönlich kann das unbehagen gegen Pharmalobby und Psychiater insofern schon verstehen, wobei man bei einem guten Psychiater auch selbst auf seine Therapie einwirken kann und sollte, also dann eben selbst sehen muss etwas verträglicheres zu bekommen, wenn schon die medizinische Versorgung in weiten Bereichen versagt hat.

Meine Mutter war nach meiner Diagnose und wie es mir da ging auch am Boden zerstört, ich musste selbst sehen, wo ich bleibe. Hab damals zu Beginn Risperidon und dann die Depotspritzen davon bekommen, also das war kein Leben und da fällt Krankheitseinsicht auch schwer, wenn man solche Psychiatrieerfahrungen hat oder gar mit Haldol entlassen wurde...

Du als Mutter könntest ihm ja Informationen bereitstellen und Alternativen zum Haldol aufzeigen. Ich kann dir da gerne Informationen zuschicken, wo man das mit den Nebenwirkungen und alles auch besser sieht. Wie behandelt man die Suchtprobleme bei ihn eigentlich?
Danke für deine und auch Ninas Gedanken, sie gehen auch mit meinen konform. Aber ich erreiche meinen Sohn nicht, weil die Sucht stärker ist. Ich schwanke zwischen loslassen und kämpfen. Seit Aufhebung der gesetzlichen Betreuung, wofür sich dieser Pseudo Freund (abgesetzte ehrenamtliche Betreuer) eingesetzt hat, verweigert mein Sohn mit dessen Unterstützung jegliche Hilfe von Ärzten und nimmt auch kein Neuroleptika mehr. Statt dessen verwahrlost er zunehmend in der Drogenszene ... (blaues Auge und zwei ausgeschlagen untere Schneidezähne). Er raucht regelmäßig Stein und nimmt Diazepam. Der Pseudo Freund behauptet auch, dass er den gesetzlichen Betreuer verklagt hat. In meinen Augen hat er eindeutig soziopathische Tendenzen, behauptet obendrein dass mein Sohn nicht mehr krankenversichert wäre, weil der gesetzliche Betreuer versäumt hat, Sozialgeld zu beantragen. Auf anfallendd Kosten bleibe ich sitzen. Nach der letzten Entlassung aus der Geschlossenen und nach einer Zwangsmedikation, weil er Medikamente verweigerte oder ausspukte Mitte März konnte ich ihn noch dazu bringen, sich drei Folgemedikationen HALDOL Dekonat in der PIA indizieren zu lassen. Nach Aufhebung der gesetzlichen Betreuung hat er diese dann verweigert und ist seit Juni ohne jeglichen Schutz.

Die Drogenszene macht den Rest, so dass er nur alle zwei Tage völlig fertig auftaucht, um sich mal wieder auszuschlafen und ausreichend Nahrung zu sich zu nehmen. Auch für Kleidung sorge ich, die er jedoch häufig in der Drogenszene verkloppt. Seine Schizophrenie ist inzwischen chronifiziert.

Ich selber komme nicht gar nicht mehr an ihn ran. Er sagt zwar dass er mich sehr lieb hat, aber ich mich da raushalten soll. Da dominiert halt die Drogensucht und somit ist auch das Hilfesystem und das Sozialsystem ohnehin überfordert. Er zieht seine Freiheit unter Drogen vor, auch wenn er dabei drauf geht. Der Begriff "keine Krankheitseinsicht" wird ganz klar durch die sog. Betonspritze HALDOL, obendrein unter Zwangsmedikation verfälscht. Aber wenn ein Pseudo Freund sich völlig darin auslebt, indem er sich als ehrenamtlucher Betreuer gegen Psychiatrien und Medikamente wie Neuroleptika auslebt, ist das m. E. Körperverletzung und schreit nach einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Deshalb setze ich mich erneut für eine gesetzliche Betreuung ein, wozu auch der SPD und der ehemalige gesetzliche Betreuer geraten hat.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nochmals vielen Dank für die Anteilmahme und gute Nacht 🌃