Wie helfen?

Eigen- oder Fremdgefährdung bedeutet, dass Grund zu der Annahme besteht, dass sie sich selbst oder anderen etwas antun würde, wenn sie nicht in der Psychiatrie ruhig gestellt wird. So lang das nicht der Fall ist, kann man niemanden zwangseinweisen lassen und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Ich verstehe, dass man sich in so einer Situation hilflos und verzweifelt fühlt und gerne etwas tun möchte, aber man sollte nicht aus den Augen verlieren was für ein drastischer und teilweise auch traumatisierender Schritt es ist, einem Menschen die Freiheit zu nehmen. Nach dem was du beschrieben hast, geht von deiner Tante keine Gefahr aus und man kann immer noch mit ihr reden. Finde auch Spekulationen, dass sie nun anfangen würde die Einrichtung zu verkaufen, als jemand, der sie nicht kennt, nicht in Ordnung. Was Wahnvorstellungen betrifft ist man meiner Meinung nach viel zu schnell dabei, Betroffene komplett entmündigen zu wollen, weil sich das Umfeld überfordert fühlt. Das kann ich auch verstehen, aber man kann niemandem Hilfe aufzwingen, besonders nicht professionelle Hilfe. Für mich klingt alles danach, als wäre deine Tante sehr einsam, wenn sie kaum noch die Wohnung verlässt und sich eine Beziehung ausdenkt, die es nicht gibt. Einsamkeit ist nach allem was ich bisher gelesen hab, oft Auslöser für Psychosen. Vielleicht wäre es ein guter erster Schritt ihr Gesellschaft zu leisten ohne darauf zu drängen, dass sie sich einen Therapeuten oder einen Psychiater sucht oder sich beim Arbeitsamt meldet, bis sie bereit ist sich zu öffnen und Rat eher anzunehmen.