Sozialer Umgang (Freundschaft)

ich war vor meiner Erkrankung ein sehr sozialer Mensch, zog mich allerdings in den Jahren danach immer wieder über eine gewisse Zeitspanne zurück. In der Psychiatrie und auch in Therapien wirde mir immer wieder gesagt, Menschen seien soziale Wesen und man müsse sich um Freundschaften kümmern, damit es gesundheitlich nicht berag geht. Und da ich ziemlich ärztehörig gewesen bin, habe ich mich mächtig ins Zeug gelebt, um Freundschaften zu pflegen und aufrechtzuerhalten. Das hat bei mir ziemlich viel Anpassungsdruck ausgelöst. Denn, sich um Freundschaften zu bemühen kann durchaus nach hinten losgehen, weil der Anpassungsdruck, das Bedürfnis den Konventionen zu entsprechen und um Sympathien zu werben einen sehr unsicher machen kann. So merkte ich, dass ich immer unsicherer wurde, nur um den Erwartungen der anderen zu genügen. Dieses Thema kam auch immer wieder in Psychotherapien vor, bis mein Arzt irgendwann mit Themen kam wie Selbstfürsorge, Selbstfreundschaft, etc. Seitdem bin ich ziemlich glücklich mit mir selbst und habe nur 2-3 Freunde. Mit anderen habe ich meistens gebrochen. Es muss wirklich passen und man darf dabei nicht zu viele Kompromisse machen. Ich habe gemerkt, dass man ohne enge Freunde glücklich sein kann. Mann muss in diesem Fall allerdings in der Lage sein, mit sich selbst klarzukommen, sich zu mögen, etc. Dann öffnen sich ohnehin neue Perspektiven für neue Freundschaften. Und wenn nicht, können kleine Alltagsbegegnungen im Supermarkt, bei einem Konzert oder in der Straßenbahn auch sehr erfüllend sein.