Ganz oder garnicht (eure Meinungen)
Ich kann das sehr gut verstehen, dass wenn man sich im Bereich der Psychosen gebildet hat, schnell dazu neigt, seine Erfahrungen über die der Ärzte zu setzen. Nach meiner ersten Psychose war ich davon überzeugt, dass ich vom Olanzapin depressiv geworden bin. Damals wusste ich noch nichts von der typischen postpsychotischen Depression. Also verweigerte ich das Olanzapin bei der zweiten Psychose. Dies hatte zur Folge, dass ich länger mit Haldol behandelt wurde, als nötig. Nun stellt sich heraus, dass eine lange Haldolbehandlung mit deutlich schlechteren Genesungsverläufen verbunden ist. Also habe ich mir quasi selbst ins Fleisch geschnitten. Bedenke außerdem, dass das Misstrauen gegenüber den Ärzten sowie das Denken in Extremen ("ganz oder gar nicht") auch Teil des Psychoseerlebens sein kann.
Die Ärzte haben - bei jeglicher Kritik - ein ganz gutes Bild von den Gesamtzusammenhängen. Gerade im Kontext deiner anderen Erkrankungen würde ich hier ebenfalls vorschlagen, den Ärzten - auch wenns schwerfällt - zu vertrauen. Das Warten auf ein neues Medikament halte ich für nicht lohnenswert, das kann ja je nach Verlauf noch Jahre dauern! Und wenn kein anderes Antipsychotika wirkt, warum sollte dann ausgerechnet das Neue wirken?
Normalerweise greift man in der Akutphase auch noch zu einem typischen Neuroleptikum, da diese breitflächiger wirken als die atypischen. Hast du hier kein Haldol o.Ä. bekommen? Oder bist du wegen dem Selbstmordversuch eingewiesen und nicht wegen einer akuten Psychose?
Gute Besserung aufjedenfall und LG
ehemaliger Pflegefall