15 Jahre Prodomalphase ? Oder 15 Jahre verrückt und keiner merkt es?

Mero schrieb
Und woher genau weißt du wie sich eine Angst anfühlt in einer Schizophrenen-Phase?

Weil ich verschiedene Typen von Angst kenne, vom Gefühl her, schwer zu beschreiben. Ich kann sowieso besser fühlen als reden. Ich kenne die phobische Angst, mit der alles angefangen hat, die Angst, die man bei einer Angststörung hat, die empfinde ich eig als normale Angst vom Gefühl her, nur dass sie eben umbegründet ist und ich kenne diese seltsame diffuse, bedrohliche Angst, die ich als psychotische Angst bezeichnen würde.

Deine Krankheit hat im Endeffekt dazu geführt das du die Beziehung beendet hast, weil du es aber auch zugelassen hast.

Wenn etwas gut zusammen passt und harmoniert, sollte man nicht die Harmonie entfernen sondern das was die Harmonie stört.

Du hättest deinen Weg auch mit ihm zusammen gehen können, er wäre für dich eine Unterstützung gewesen.

Und wenn du deine Ruhe gebraucht hättest, hättet ihr euch eben erst einmal ne Weile nicht getroffen oder wenn ihr zusammen gewohnt habt, eben jeder sein eigenes Zimmer.

Jeder braucht mal Zeit für sich selbst aber eben auch wieder Nähe und mit guter Kompromissbereitschaft, hätte es gut funktionieren können.

Da hast du mit Sicherheit Recht. Das ist etwas, dass ich auch unbedingt verbessern möchte.











Du ergibst dich einfach deiner Angst und deinen Zwangsgedanken, lässt dich davon fesseln und dann bist du verzweifelt, traurig, besorgt, ängstlich und wartest quasi darauf das der Boogeyman(Psychose) kommt und dich holt, sorry aber das ist der falsche Weg, denn du da ständig gehst und das seit 15 Jahren.

Ich warte nicht auf die Psychose. Die Angst davor habe ich erst seit zwei Jahren. Das ist nicht das Problem sondern die anderen Symptome, die ich habe.




Was soll das denn für ein Leben sein? Möchtest du ewig so weiter machen?

Realisiere doch mal für dich selbst, das diese Haltung zu nichts führt. Löse dich von diesen Ketten, mach deine Therapie und lebe dein Leben du hast noch eine gute Hälfte vor dir und hoffentlich noch mehr.

Überwinde deine Angst vor NW und ziehe es durch, du steckst da tiefer in der Angststörung als ich.

Nein, natürlich möchte ich so nicht mehr weiterleben. Ich habe schon für alles vorgesorgt, sollte es hart auf hart kommen. Ich versuche ja vieles aus, ist ja nicht so, dass ich garnichts mehr mache. Habe erst eine neues Therapie begonnen, aber das bringt mir nichts, weil alles zu kognitiv ist, diese Gespräche, die ich da führe, führe ich auch selbst mit mir, dafür brauche ich keinen Psychologen. Denke, wenn man sich gut reflektieren kann,braucht man diese Gespräche nicht. Ich überlege auch eine Traumatherapie anzufangen, da wird mehr mit dem Körper und mit Emotionen gearbeitet, genau das könnte mich wieder ins Leben zurückholen, denke ich.




Das ist nicht so einfach, die Angst davor zu überwinden. Ich habe es schon sooo oft probiert und am Ende habe ich die Tabletten eingenommen und nach zwei Tagen wieder abgesetzt, dann wieder für 3 Tage eingenommen und wieder abgesetzt. Ich bin sehr ambivalent. Außerdem wurde die diffuse Angst mit Antidepressiva stärker, meine Gedanken haben gerast, ich konnte nicht schlafen, da meinte selbst der Arzt, ich müsste es mit einem Neuroleptikum probieren, aber du weißt doch selbst, wie schwer das ist, sowas einzunehmen, wenn man sich selbst noch nicht als so krank ansieht. Und ich tu mir immer noch schwer und weiß nicht, ob ich es schaffen werde. Ich brauche bestimmt ein Neuroleptikum und ein Antidepressivum. Wenn ich dann wieder absolut kein Empfinden mehr und keine Libido haben werde, ist das auch nicht förderlich für eine Beziehung. Das war mit ein Grund, weshalb ich nie eine Beziehung wollte, wieder ein Grund, abgelehnt zu werden. Oder wenn ich merke, ich habe 1, 2 Kg zugekommen, bekomme ich Panik und höre direkt auf das Medikament einzunehmen. Ich kann da nichts für. Ich wünschte ich könnte diese Pillen einfach so unbekümmert schlucken, aber es ist eben nicht so.

Ich habe Phasen wo ich da wieder raus komme und einigermaßen damit klar komme, aber auch nur weil ich eine "mir egal Angst" Einstellung entwickelt habe. Aber so wirklich glücklich bin ich damit nicht, da mir die Angst öfters wieder einfach die Stimmung vermiest. Daher bin ich wieder bereit was dagegen zu tun und nehme Laif900 und wenn das nichts bringt werde ich ein AD nehmen.

Aber ich tue aktiv was dagegen und ziehe es auch durch, bis ich wieder stabil genug bin es abzusetzen.

Und das solltest du auch tun und nicht einfach Zuhause hocken und darauf warten das dich die Schein-Psychose, die du nicht bekommen wirst, holt!

Wenn Du da wieder raus kommst, heißt es nicht, dass du es besser machst als ich, ich mich nicht genug bemühe und einfach nur zu Hause hocke und nichts tu. Du weißt überhaupt nicht, was ich schon alles versucht habe, da raus zu kommen und du kannst uns beide nicht miteinander vergleichen, da wir nicht die gleiche Störung haben und selbst wenn wir sie hätten, sollte man zwei Menschen mit unterschiedlichen Geschichten nie miteinander vergleichen.




Ich sehe auch sehr viele Dinge gelassener. Wenn ich mich mit anderen Menschen vergleiche z.B. mit meinen Arbeitskollegen, welch Sorgen sie sich manchmal machen oder über was sie sich aufregen, merke ich, wie ich mich verändert habe. Früher war ich auch so. Diese "normalen Sorgen" kenne ich nicht mehr, ich habe auch in Vielem ein "scheiß egal Gefühl" , weil ich einfach weiß, dass man gewisse Dinge akzeptieren muss, wenn man sie nicht verändern kann. Und all meine Störungen, die ich schon hatte, habe ich von alleine weg bekommen mit Übungen und einer veränderten inneren Einstellung, die ich durch die Beschäftigung mit dem Buddhismus gefunden habe. Aber gegen die gegenwärtig vorliegenden Symtome komme ich nicht an, egal wie sehr ich mich bemühe. Ich habe die ersten Jahre, als es anfing, trotzdem alles gemacht, bin mit meinen damaligen Freunden ausgegangen etc aber es hat mir einfach nichts mehr gebracht, mir sogar eher geschadet. Auch jetzt besuche ich manchmal meine Familie oder treffe mich mit der einzigen Freundin, die ich noch habe oder war vor einem Jahr mit meiner Schwägerin im Urlaub, aber es hilft mir alles nicht, denn ich fühle mich und meine Umgebung einfach nicht mehr, alles ist so weit weg, nichts macht Spass, dann noch diese komische diffuse Angst, die mich insbesondere einholt, wenn die Dämmerung einsetzt.. Ich fühle mich dann so unwohl, das ist das allerschlimmste Gefühl. Und gedanklich bin ich immer bei meiner Gesundheit.. Es ist als ob ich nicht loslassen könnte, eine Art Sucht oder Zwang oder Wahn.

Weshalb misstraust du allen? Gibt es gute Gründe dafür? Wenn du gute Gründe hast, dann sind das bestimmt keine Wahnvorstellungen.

Manchmal denke ich, dass man schlecht über mich spricht oder denkt... Aber gut, dass sind vermutlich Gedanken, die man noch irgendwie nachvollziehen kann, wenn der Hintergrund bekannt ist ..

Fremden gegenüber misstraue ich wahnsinnig, zB wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe, denke ich manchmal, dass sie das aktuelle Problem vllt beheben, aber dafür absichtlich ein neues schaffen, dass ich dann bald wieder komme.. oder dass der Zahnarzt absichtlich gesunde Zähne behandelt... klar, das hört sich alles noch recht normal an, aber ein gewisses Misstrauen anderen ggü habe ich nunmal.. hatte mein Vater auch sein Leben lang, bis er dann eines Tages psychotisch wurde.






Die Derealisation wirst du los bekommen auch wenn du sie schon 15 Jahre hast, sobald deine Gedanken endlich ruhe finden, losgelöst von deinen Zwangsgedanken.

Ja, vielleicht hast du Recht. Das ist auch das, was ich darüber gelesen habe. Wenn man das nicht mehr beachtet, so tut, als hätte man es nicht und gedanklich nicht ständig damit beschäftigt ist, kann es weggehen. Ich sollte ein Gefühl dafür bekommen, dass mit mir alles in Ordnung ist, einfach loslassen und nicht mehr zwanghaft an diesen Themen festhalten. Durch das Festhalten denke ich, dass ich Kontrolle über als das habe, aber die habe ich eben nicht. Hier greifen auch die Medikamente ein, die unterbrechen das Denken, deshalb geht's einem dann besser.. gestern dachte ich noch, ich muss Medikamente einnehmen, jetzt denke ich schon wieder, dass es ohne doch irgendwie möglich sein sollte, vllt sollte ich wieder mehr meditieren und mich noch mehr bemühen. Immer dieses Hin und Her.. diese Ambivalenz ist ein Anzeichen der Schizophrenie hat mit eine Ärztin gesagt.

Hmm.. mir kommt gerade eine Idee. Ob dieses Festhalten an der Schizophreniediagnose mir auch eine Art von Kontrolle gibt. Also wenn ich denke, ich habe eine Schizophrenie, dann habe ich vllt das Gefühl, nichts übersehen zu haben und nicht von einer Psychose überrascht zu werden, denn ich weiß ja dann, dass ich sie jederzeit bekommen könnte ?!?




Vertrauen zum Leben ist der Schlüssel zu allem, denn dadurch verliert man die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Und was ist so stark, dass uns Vertrauen geben kann? Ich denke nur der Glaube. Bist du gläubig Mero ?

Wie äußern sich denn deine Wahnideen? Und glaubst du auch an diese Ideen? Bist du davon überzeugt?

Zb mein Gesundheitswahn.. die Beschäftigung mit mir und meiner Gesundheit, die 1000 Ideen, die mich gesund machen könnten, aktuell denke ich an CBD und eine Traumatherapie, die ich selbst bezahlen muss .. mein Schönheitswahn, der jahrelang sehr anstrengend war, ist jetzt aber gut im Griff.. Es ist immer etwas anderes..

Eine zeitlang, als ich viel meditiert habe, habe ich auch eine seltsame Erfahrung gemacht. Ich hatte das Gefühl alles so klar zu sehen, mir selbst ging es gut, hatte keine Ängste mehr und die Derealisation war auch weg oder zumindest besser, aber ich habe viel um andere Menschen geweint, weil ich das Leid anderer Menschen erkannt habe, wie gefangen jeder einzelne von uns doch ist, wie die meisten unbewusst tagein tagaus "leben", ohne sich selbst zu hinterfragen oder zu reflektieren, dass andere grundlos abgewertet werden. Es war komisch und ich wollte meinen Mitmenschen die Augen öffnen, ihnen zeigen, dass sie das richtige Leben noch nicht entdeckt haben, aber hab nicht missioniert, weil ich wusste, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss. Jetzt ist es nicht mehr so ein überwältigendes Gefühl, aber insgesamt habe ich mich schon verändert seitdem.




Auch diese Hypersensibilität, dass ich zB ganz schnell merke, wie sich jemand wirklich fühlt oder wie jemand wirklich tickt hinter seiner Fassade.. Oder welche Absicht hinter einem Verhalten steht zb merke ich, ob sich jemand mit mir treffen möchte, weil es der Person wirklich um mich geht und sie gerne Zeit mit mir verbringen möchte oder ob die Person gerade einfach nicht alleine sein und sich deshalb mit mir treffen möchte. Das haben auch viele Schizophrene.

Ich habe mein Wissen früher oft mit anderen geteilt, habe dann aber gemerkt, dass die Leute trotzdem ihre Erfahrungen machen wollten und mir scheinbar nicht glaubten. Nach langer Zeit hat sich dann das, was ich schon vorher gewusst habe, auch für die anderen Leute gezeigt.

Deshalb bin ich auch nie richtig sauer oder wütend auf jemanden, egal welchen Fehler ein Mensch macht, denn ich habe noch nie jemanden getroffen, der absichtlich so gehandelt hat, um jemand anderen zu verletzten, es ist doch immer so, dass die eigene Not dahinter steht. Mit diesem Denken und dieser Einstellung bin ich meist ganz alleine