15 Jahre Prodomalphase ? Oder 15 Jahre verrückt und keiner merkt es?

Apfelschorle schrieb
Ich habe mir einen Beitrag von dir durchgelesen. Das was du schreibst, ist bei mir auch so. Z.B. dass du dir auch einbilden kannst, keinen Spaß zu haben. Ich habe selbst vor einiger Zeit festgestellt, dass bei mir viele Symptome erst dazukamen, nachdem ich mir selbst eine Diagnose verpasst habe. Das war ZB bei der Depression so und auch bei der Schizophrenie. Ich habe im Internet gelesen, welche Symptome man bei diesen Erkrankungen hat und kurze Zeit später habe ich sie auch bekommen und bin dann zum Arzt gegangen und habe ihm all die Symptome aufgezählt, die ich vorher im Internet recherchiert hatte, ich hab sie ja dann wirklich teilweise gehabt. Und der Arzt hat mir dann meine Selbstdiagnose bestätigt. Das ist so schräg. Mir fällt auch gerade ein, damals, als das bei mir anfing, gab es zwei Ärzte, die mir immer gesagt haben : Mädchen, Bild dir nichts ein, du bist gesund. Danach ging es mir für ein paar Tage richtig gut. Es scheint ja bei dir so ähnlich zu sein, dass deine Gedanken eine riesige Macht haben. Das sollten wir positiv einsetzen und für uns nutzen!

Genau das macht ja die generalisierte Angststörung aus. Man kann sich echt jeden Mist einbilden, dann kommt die Stufe in dem das Gehirn es unterbewusst einspeichert und dann reicht nur noch der Gedanke daran oder man begibt sich in die Situation und schon triggert es hoch und man bekommt Angst.

Vor ein paar Jahren hatte ich wahnsinnige Krebsangst gehabt, da habe ich auch im Internet ständig nach Symptomen gegoogelt und bin dann bei jeder kleinsten Veränderung an meinem Körper zum Arzt gerannt. Wenn der Arzt Entwarnung gegeben hatte, war die Sache für mich dann auch erledigt aber nach ein paar Wochen hatte ich mir dann andere Krebsängste eingebildet.

Irgendwann hat diese Krebsangst dann nachgelassen, da ich für mich selbst dann eine Regel aufgestellt habe.

Wenn die Veränderung an meinem Körper, sei es Schmerz, eine Beule, Knoten, Rötung oder was auch immer nicht innerhalb 2 Wochen verschwunden ist, erst dann gehe ich zum Arzt und lass es abchecken. Seitdem ist diese Angst schon viel weniger geworden, es ist zwar noch vorhanden aber nicht mehr so krass wie zu Anfang.

Die Angst hat einen großen Einfluss auf uns ja, weil wir zu sehr auf uns selbst fixiert sind und jeden Mist analysieren müssen.

Das wiederum bedeutet auch, wenn die Angst vorherrscht sind andere Emotionen gedämmt, daher diese Freudlosigkeit.

Apfelschorle schrieb
Ich denke selbst eig auch nicht, dass ich jetzt schon eine Psychose habe, da mir die Relitätsprüfung noch gelingt. Ich merke auch, dass ich, sobald ich aus dem Haus gehe und mir Menschen über den Weg laufen, es schlimmer wird. Es steckt aufjedenfall eine Angst dahinter, vermutlich immer noch eine soziale Angst, aber es ist eben keine Phobie mehr. Meinte übrigens auch Derealisation und nicht Dissoziaton. Derealisation und eine Art Schwindel verspüre ich dann. Nur denke ich auch, dass der Übergang zur Psychose fließend ist. Psychose entsteht doch auch aus der Angst und wegen fehlendem Urvertrauen. Zuerst habe ich eine Phobie entwickelt, danach die generalisierte Angststörung mit Derealisation. Wenn diese irgendwann als Schutzmechanismus nicht mehr ausreicht, kommt die nächste Stufe und das wäre dann die Psychose. Zumindest denke ich das so.

Du wirst keine Psychose bekommen. Ich hatte damals auch Angst davor aber total unbegründet. Es gibt so viele Menschen mit Angststörung und ich kenne niemanden der berichtet hätte, das er von einer Angststörung eine Psychose bekommen hat.

Ich hatte auch eine Derealisation, bei mir fing es damals an als ich meine Schlafstörung bekommen habe.

Die Schlafstörung habe ich mir übrigens ebenfalls eingebildet.

Ich kenne das Gefühl sehr gut, alles wirkt so unwirklich. Mir hat nur Ablenkung geholfen, mich nicht mehr darauf zu fokussieren.

Nach ein paar Monaten wurde ich es dann Schritt für Schritt los. Du musst wirklich deine innere Ruhe finden und dich auf außen fokussieren, am Weltgeschehen teilnehmen, soziale Kontakte ect.

Apfelschorle schrieb
Wenn ich nicht aufpassen, nicht auf genügend Schlaf achten würde und nicht für so viel Ruhe in meinem Leben sorgen würde, wäre ich bestimmt schon durchgedreht.

Nein würdest du nicht, der menschliche Geist hält sehr viel aus nur sehr sensible Menschen sind gefährdet.

Und da du deine Angst kennst und es schon auch sehr lange hast und es sogar aushalten kannst, gehörst du zu der Kategorie, harte Nuss. Die Angststörung reicht nicht aus um deine Nuss zu knacken, da kannst du dir ganz sicher sein.

Dein Geist ist Gesund.

Apfelschorle schrieb
Ich habe zB nicht erzählt, dass ich auch mal nicht mehr aus meiner Wasserflasche trinken wollte, nachdem ich diese im Fitnessstudio habe unbeaufsichtigt stehen lassen oder dass ich einmal total Panik im Park bekommen habe, als hinter mir eine Person lief und mir eine weitere entgegen kam und ich es für mich hielt, dass die zusammengehören und mich überfallen wollen :(
Typisch, ganz typisch.

Wenn ich auf der Autobahn bin und mir eine ganze Weile ein Auto hinterher fährt, bekomme ich manchmal auch diese Angst, verfolgt zu werden. Also mache ich meine Realitätsprüfung, ist das wirklich so oder bilde ich es mir nur ein. Ich fahre dann raus auf ein Rastplatz und siehe da der Autofahrer fährt weiter und die Sache ist schnell geklärt, es war nur Einbildung.

Apfelschorle schrieb
Sowas habe ich nicht oft und ich konnte noch einen Realitätscheck machen und habe dann aus Trotz trotzdem aus meiner Wasserflasche getrunken, weil ich es sonst als Bestätigung gesehen hätte, paranoid zu sein.

Sehr gut und genau das ist der richtige Weg.

So lernt dein Gehirn mit der Zeit, moment mal ich mache mir unnötig Sorgen, mir passiert ja doch nichts.

Das Gehirn vergisst nur dann die Ängste, wenn die Ängste belanglos geworden sind.

Sozusagen muss eine, "mir egal" Einstellung eintreten, das gleicht einer Heilung.

Apfelschorle schrieb
Du hast mal erwähnt, dass du süchtig nach etwas bist. Wonach denn, wenn ich fragen darf?

Keine Sucht auf die ich Stolz bin. Leider bin ich Spielsüchtig und versuche da schon seit längerer Zeit raus zu kommen.

Aber auf der anderen Seite hilft es mir auch manchmal meine aktuellen Ängste wenn ich welche bekomme zu vergessen, fast schon wie eine Therapie aber leider keine Gute.

Apfelschorle schrieb
Leider habe ich eine panische Angst vor Medikamenten und die letzten 20 Versuche endeten damit, dass ich die Einnahme nach einer Woche abgebrochen habe, sodass meine Psychiaterin und ich beschlossen haben, es erst wieder zu probieren, wenn ich versprechen kann, sie mindestens 4 Wochen einzunehmen.

Wovor hast du denn Angst?