"Drüber reden! Aber wie?" - Teilnehmende für Interviews zu Psychoseerfahrungen in der Schweiz gesucht
Hallo Gelöschter Benutzer 23451
Vielen Dank für die Frage.
Nein, es geht nicht darum, ob Personen mit Schizophrenie sich mitteilen können oder ob sie eine verminderte Wortwahl haben. Wir interessieren uns nicht für sprachliche Defizite, sondern - ganz im Gegenteil - wir betrachten die Sprache als eine Ressource, die Menschen dabei hilft, ihr inneres Erleben in Gesprächen mitzuteilen. Psychisches Erleben ist aufgrund der Ungewohntheit und Subjektivität der Erfahrung, aber auch aufgrund von Scham und Angst vor Stigmatisierung, oft nur schwer beschreibbar und viele Menschen - auch ohne Schizophrenie - berichten, dass sie Schwierigkeiten haben, die richtigen Worte für ihr inneres Erleben zu finden. Wir untersuchen, mit welchen kommunikativen Strategien es trotzdem gelingt, Krankheitserfahrungen (nicht nur bei Schizophrenie) in Gesprächen auszudrücken. Solche Strategien sind beispielsweise der Einsatz von Pausen, metaphorisches Sprechen oder der Einsatz von Humor - immer unter der Prämisse, dass dies kommunikative Ressourcen sind, die uns zur Verfügung stehen, um unsere Erfahrungen auszudrücken. Um solche Strategien zu ermitteln, führen wir Gespräche mit Personen, die entweder selbst von einer psychischen Erkrankung (nicht nur Schizophrenie) betroffen sind oder die eine/n Angehörige/n haben.
Diese Interviews werden dann inhalts- und konversationsanalytisch untersucht mit dem Ziel, der Öffentlichkeit diese Strategien als kommunikative Ressource zugänglich zu machen und die Kommunikation über psychische Gesundheit zu verbessern. Dabei sind alle Gesprächsteilnehmenden dazu eingeladen, sich an der Forschung zu beteiligen.
Ich hoffe, das beantwortet die Frage. Sonst gerne nochmal nachhaken.