Erzählt von euch

Ja ich habe auch Schizophrenie. Das ganze hat Anfang 20 angefangen. Ich habe sehr viel gekifft. Irgendwann hat es angefangen, dass ich Geräusche von Nachbarn auf mich bezogen habe. Dann bin ich einmal, als ich bei meinen Eltern war, ausgerastet. Meine Mutter hat mich dann in die Psychiatrie geschickt. Ich wohnte damals nicht mehr bei ihnen. Da hatte ich bereits Medikamente genommen, aber die haben nicht gewirkt, weil ich weiter gekifft habe. Immer wenn ich bekifft war, hatte ich sehr viel Angst unter Leuten zu gehen. Ich hatte da schon die Symptome, dass mich jeder beobachtet und dass andere wissen, was ich denke. Aus der Psychiatrie bin ich bald entlassen worden. So ist das dann weiter gegangen, bis es mir elend ging. Ich habe damals studiert. Mit dem Studium ist nichts mehr weiter gegangen. Eigentlich war ich schon bei der Diplomarbeit. Dann habe ich das Studium abgebrochen und musste wieder zu meinen Eltern ziehen. Aber ich konnte zu Hause nicht mehr sein, ich hatte sehr große Angst, weil ich dachte alle kennen mich hier. Dann habe ich zum Glück meine Frau kennengelernt. Die hat mich dann motiviert, das Studium zu beenden und nach einiger Zeit konnte ich zusammen mit ihr mit dem Kiffen aufhören, nachdem ich wieder einen Schub hatte. Seit da ist es langsam bergauf gegangen. Meine Schwiegermutter war zufällig Psychiater. Bei der war ich dann in Behandlung. Mit den Medikamenten ging es eigentlich immer, aber so ganz gut ist es nie geworden. Vor allem wenn ich versucht habe, die Medikamente abzusetzen, ist es wieder schlimmer geworden. Ich glaube vor allem immer, dass mich Leute im Internet allen bekannt gemacht haben und alles wissen über mich. Dass andere meine Gedanken lesen können oder dass ich Gedanken übertragen kann. Ich habe dann Angst aus dem Haus zu gehen. Usw. Jetzt denke ich, dass ich wahrscheinlich mein ganzes Leben Medikamente nehmen muss. Mittlerweile bin ich bei einem anderen Arzt, da meine Schwiegermutter in Rente ist. Ich nehme eigentlich immer Risperidon, vor zwei Jahren haben wir das auf 4mg erhöht, da ich wieder einen Schub hatte. Dann ist es einige Zeit recht gut geworden, obwohl die Symptome nicht ganz weg waren. Bis wir vor kurzem auf Reagila umsteigen wollten. Dann hatte ich aber wieder einen Schub, vielleicht auch weil ich Alkohol getrunken habe, obwohl das unter Risperidon nie ein Problem war. Aber nun haben wir wieder auf Risperidon umgestellt, da die Symptome so schlimm waren wie noch nie. Langsam wird es jetzt wieder besser.