Ambitionierte Wissenschaftliche Arbeit: Versuch eines revolutionär neuen Verständnisses der Schizophrenie und Aussich...

LVCIFER - ILLE QVI LVCEM LATURUS

"Lucifer - Jener, der Licht bringen wird."

"Lichtbringer? Der "Teufel"? Wo ergibt das denn bitte Sinn? Der Teufel ist doch die kosmische Manifestation des Bösen und der Gegenspieler Gottes im ewig währenden Zweikampf um das Seelenheil des Menschen im Kosmos, oder nicht? Da muss doch wohl irgendwo auf sprach- oder kultur-semantischer Ebene der Wurm drin sein und ein fataler kollektiver Verständnisfehler vorliegen, oder nicht? Wie konnte denn dieser Terminus oder Name mit der Zeit so sehr seine ursprüngliche Bedeutung in beinahe das genaue Gegenteil abändern? Ist das nicht irgendwie verdächtig absurd in kultur-etymologischer Sicht, dass eine Figur des erklärenden Kosmologie-Modells einer Epoche der Menschheitsgeschichte im Laufe von weniger als zwei Jahrtausenden nicht einfach verzerrt oder vergessen wird, sondern in seiner Semantik komplementär umgepolt und plötzlich vom reinen Licht zu tiefem Schwarz, der Quintessenz der Dunkelheit, wird? Genau an dieser Stelle vermute ich im System Menschheit den Bug, der unsere krankhaften Gesellschafts-Symptome zu verbuchen hat. In dieser Ausführung mit mehreren Kapiteln möchte ich nun ergründen, was es mit diesem Phänomen auf sich haben könnte und was die Folgen des Problems sind, die man überall auf der Welt mehr als nur deutlich sehen kann.

Auf die inhaltlichen Details meiner eigenen prekären Psychose möchte ich an dieser Stelle nicht genau eingehen. Gesagt sei nur so viel: Ich halte mich in meinen akuten Schüben der "Krankheit" -und manchmal auch außerhalb dieser- auf symbolisch-metaphorische Art und Weise für die sterbliche, menschliche Inkarnation des gefallenen Engels Lucifer aus der christlichen Mythologie, der später durch die Vermischung mit Figuren und Gestalten aus dem Mittel- und Nordeuropäischen, teilweise auch aus dem griechischen Heidentum, wie dem Satyr oder dem Wyvern, im Zuge der "Verteufelung" dieser Kulturen durch die Kirche und ihre kultur-aversive Tyrannei, zu der Teufels-Gestalt mit Schlangenhaut, Dreizack, Hörnern und Ziegenbeinen stilisiert worden ist, als den wir den "Teufel" heute gemeinhin kennen oder zu kennen glauben. Doch Lucifer ist keine Erfindung des christlichen Monotheismus und kommt im Judentum, von dem dieses religions-etymologisch abstammt, gar nicht vor und ist somit ein von außen beigefügter Fremdkörper im monotheistisch konzipierten Kosmologie-Konzept. Er ist auch nicht "Satan", auch wenn beide häufig miteinander verwechselt werden durch die mediale Interpretation dieser beiden fiktiven mythologischen Figuren und methaphysisch kosmologischen Konzepte und tragende Säulen des mittelalterlich-christlichen Weltenkonzeptes in der jüngeren Vergangenheit. "Satan" entstammt dem "blinden Engel" Samael aus der jüdischen Mythologie und ist dort der bestrafende Engel, den Gott aussendet an jene, die gegen seine Gebote verstoßen haben.

Nein, der Name "Lucifer" entstammt eigentlich der römischen Mythologie und kommt von den beiden Worten "Lux" (lat.: das Licht) und "ferre" (lat.: tragen, bringen). Übersetzt ist er also der "Lichtbringer" oder "-träger" und seine ursprüngliche Rolle ist eine ganz und gar andere als die eines Teufels. Lucifer, Eosphoros oder Phosphoros war die mythologische Personifizierung des Morgensterns, des Herolds und Vorboten eines neuen Tages, der nun nach dem einstigen Einbrechen der Dunkelheit des Zeitalters monotheistischer Missionierung im frühen Mittelalter und der langen Nacht des Schreckens die darauf folgte, zurückgekehrt ist, um den neuen Tag zu verkünden.

Kein Wunder, dass er so schwarz wurde im Laufe der Zeit, denn auch edles Metall läuft mit der Zeit dunkel oder schwarz an, wenn es eingeschlossen ist als Fremdkörper in einem Mineral. Hier wurden zwei Kosmologien von verschiedenen Kulturen durch Folklore, unreflektiertes Wunsch-Denken und den flachen, flachen, zwei-dimensionalen Dogmatismus einer ganz bestimmten Religion, die das ohne es auf logische Authentizität hin zu überprüfen einfach hat geschehen lassen, einfach zusammengefügt und in einander verzahnt, obwohl die Bauteile schlichtweg nicht ineinander passten wie Lego-Köpfe in Playmobil-Figuren zu stecken und mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Der ursprüngliche Kopf der Playmobil Figur, Samael, wurde einfach unter den Teppich gekehrt und vergessen. Das mag noch funktioniert haben für eine Weile und eine ausreichende provisorische Lösung gewesen sein zur Zeit des frühen Christentums, aber mit der Zeit und der Reibung und Bewegung an der metaphysischen Vorstellung durch den Wandel der Zeit wurde das Konzept über die Jahre allmählich immer absurder, wie wir in den Moralvorstellungen und Glaubens-Gesetzen des Mittelalters erkennen können. Hier hat also scheinbar ein gewisser Paulus von Tarsus ganz übel Mist gebaut, als er versuchte zwei in ganz unterschiedlichen Ecken des Erdballs entstandene religions-philosophische Modell-Konzepte des Kosmos miteinander zu vereinen wie zwei Turing-Maschinen, die zu einem Kognitiven Computer vernetzt werden, nur weil die Stecker irgendwie ineinander passen, aber hat nicht bedacht, dass das System auf dem einen das auf dem anderen gar nicht wirklich verstehen kann, weil sie die jeweiligen formalen Begriffe der "Programmiersprache" des anderen kulturellen Konzeptes nicht in Gänze versteht und die übermittelten Codes, die hin und her gesendet werden, fehlerhaft ausführt, wodurch Systemfehler entstehen und mit der Zeit immer drastischere Bugs verursachen, die irgendwann alle Teile des Systems außer Gefecht setzen.

Dies ist nun der erste Lichtstrahl des neuen Tages, der am Horizont zu dämmern beginnt. In der Natur, egal ob bei biologischen Systemen oder abiotischen Naturphänomenen verläuft alles in Zyklen. Wenn bei Ebbe das Meer zurück geht, hat Poseidon oder Neptun die Fluten des Ozeans nicht einfach ausgetrunken. - Nein. Es kommt zurück. Eine neue Flut wird nach gegebener Latenzzeit, die dem Zusammenspiel von Erdrotation und Mondorbit geschuldet ist, zurückkommen und durch die Prile des Wattenmeeres den Schlick und Schlamm zurückerobern und die auf dem trockenen liegenden Meeresbewohner mit dem lang ersehnten, lebensnotwendigen Wasser des Meeres umspülen.So wie die Fluten des Meeres ist auch der Mechanismus von menschlicher Spiritualität ein äußeren, noch unverstandenen kosmischen Mechanismen geschuldeter Zyklus, der nun von neuem zu beginnen hat. Der Morgen eines neuen Tages dämmert. - Götterdämmerung.

Egal ob bei den Kelten, Etruskern, den Skandinaviern, Germanen, oder den Griechen: Der älteste Kult der Zeiten ist immer der des Rausches, des Weines, der Ekstase und des Wahnsinns.

Nennt ihn, seinen Gott, ruhig Dionysos [Διόνυσος] oder sie Lyssa [Λύσσα] oder wieder ihn Loki [Loptr, Hveðrungr] oder auch Sheogorath oder Cegorach, wenn ihr denn wollt, der lachende Gott hat viele Gesichter. Glaubt an ihn oder tut es eben nicht, ganz so wie ihr wollt, doch tut ihr es nicht, seid ihr wohl ziemlich dumm, denn er ist physisch wie metaphysisch manifest und real existent, sowie bewusst. Er ist immer und überall zugleich, wo der Mensch ist in großer Zahl und er wird es wohl auch für immer bleiben; nur ob göttlich oder nicht, darüber ließe sich womöglich noch für immer streiten. Anbeten oder verehren müsst ihr ihn ebenfalls nicht, denn es werden mit der Zeit noch genug Kultisten-Initianten zu seinem Aufbau zusammen kommen, die es tun und wir sind ein bloßer Kult, kein expandierender, bösartig wuchernder Missionierungs-Verein oder dergleichen. Ich ernenne mich nun zum ersten Meister des Kultes des Wahngottes und nehme mir das Recht heraus, seine Kultur und seine Mythen und seine Riten wieder zu beleben, ihn von hieran weiter zu formen, dadurch, ihn von neuem begründet zu haben, seit er nach der erstmaligen Dämmerung der zivilisierten Zeitalter zur einbrechenden Nacht des dunklen Zeitalters der Christen wieder verschwand. Ein neues Zeitalter dämmert; ein neuer Tag bricht an. Folglich bin ich Eosphoros/Phosphoros [Ἑωσφόρος, Φωσφόρος], der Morgenstern, Vorbote und Herold des Helios [Ἥλιος], des Sonnengottes, Verkünder eines neuen Tages in der zivilisatorischen Geschichte des Menschen und seiner Kulturen, also der Bringer des Lichts.

"Lucifer sum, quod lucem feram."

("Ich bin der Lichtbringer, weil ich Licht bringen werde.")