Angehörigennachfrage ambulante Therapie

Ich blieb dabei und sagte, dass ich denke, dass sie einen Dopaminmangel im Gehirn hat und dass sie dadurch Wahnvorstellungen hat und dass sie nicht mehr in unserer Realität lebt. Ich bat sie erneut sich in psychiatrische Behandlung in der Klinik zu begeben und auch bitte Medikamente anzunehmen.
Bei einer Psychose ist es eher ein Dopaminüberschuss, welcher zu den Positivsymptomen führt. Also die Dopaminhypothese geht von einem Überschuss aus. Da du von Mangel schreibst, wäre das falsch. Die Medikamente blockieren ja im Grunde das Dopamin, also es liegt ein Überschuss vor, wie eine Art Feuerwerk im Kopf.

Wahnvorstellungen kommen also davon, dass man eher zu viel nachdenkt und man sich dann auch Dinge einbildet, die auch zusammengesponnen sein können.

Negativsymptome wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme etc. können auch von Mangel kommen, aber das wird meistens vernachlässigt bei der Behandlung, weshalb Betroffene zum Teil auch zurecht die Behandlung ablehnen.
Es kann sein, dass sie ohne Medikamente besser dran ist, also bessere Selbstheilungschancen hat, ich würde aber auch Medikamente bei so etwas empfehlen, um einen Abstand von der Symptomatik zu bekommen. Eventuell kannst du sie ja so überzeugen, da die Medikamente ermöglichen, dass sie neue Sichtweisen auf ihre Erkrankung (da Einschränkung) bekommt und dann lernt besser damit umzugehen oder sich auch weniger von Medien und anderen Dingen beeinflussen zu lassen, was ja auch zu einer Russenphobie führen kann. Es hilft ihr zu zeigen, dass es auch gute oder normale Russen gibt, wo der Gang zum Friseur vielleicht sogar eine gute Konfrontation wäre, damit sie ihre Überzeugungen nochmal überdenken kann.

Hängt ihre Russenphobie vielleicht mit dem Ukrainekonflikt zusammen, da sie sich in diese Themen zu sehr hineinsteigert? Helfen kann ihr, die Situation aus beiden Perspektiven aufzuzeigen, also Gegenargumente und dass man das, was am Fernsehen und Radio, was als Mainstream läuft, eben als keine Selbstbestätigung hinnimmt, weil das häufig eben auch zwiespältig und verlogen ist, also sich Konfliktparteien etwa gegenseitig die Schuld für etwas zuschieben und sich das Gegenseitig hochschaukelt.
Also von keinem Gegenteil überzeugen, nur vielleicht ein paar andere Sichtweisen einbringen, welche ihr helfen könnten, eine gesündere Einstellung zu Russen zu haben. Die Konfrontation mit der Friseurin könnte also sehr wohl zu einem Umdenken führen, da man dann etwas hat, um seine Vorurteile zu überprüfen, zumindest auf längere Sicht.