Angehöriger sucht Rat

So eine intervalltherapie ist gar nicht mal so schlecht. Allerdings habe ich mal Elontril ein oder zwei Tage lang genommen was mit bopropion und wellbutrin verwandt oder fast wirkgleich ist glaube ich. Ich hatte das elontril nach zwei Tagen wieder abgesetzt da ich mich dadurch wie in einer mattscheibe gefühlt habe total benommen kleine Augen und Schwindel im Kopf. Das war einfach viel zu unangenehm.

Kann man das selbe auch mit Citalopram probieren? Oder Fluoxetin. Das waren die Antidepressiva die ich früher bekommen hatte ( fluoxetin von 2006 bis 2010 und Citalopram von 2011 bis 2014 )auch gut vertragen hatte.

Was das anbelangt wegen xeplion. Meine Mitbewohnerin bekommt 150 mg und hat überhaupt keine nebenwirkungen und macht einen total aufgeweckten Eindruck. Da hatte sie einfach Glück gehabt aber im großen und ganzen ist es halt doch nicht ganz so verträglich.

Da ist ja auch wieder individuell ist bei jedem Menschen.
Allerdings finde ich das total bescheuert dass man ein wirkgleiches Medikament vermarkten will was macht das für ein Sinn für die Patienten. Für die geldmacherei ist das natürlich geil. Trotzdem völliger menschlicher schwachsinn ?

Ich hatte früher mal eine Krasse medikamentenkombi( im Jahre 2012) Citalopram 20 mg aripiprazol 30 Mg und Quetiapin retardt 800 mg. Man konnte sich kaum mit mir noch unterhalten und war sehr in mir gekehrt.

Die medikamentenkombi von abilify mentena depotspritze und amilsuprid 600 mg haben mich total kindlich aufgedreht reden lassen und ich habe den ganzen Tag nur über das Wetter gesprochen. Und bin bei Gewitter mit dem Handy wie verrückt rumgelaufen. Zusätzlich war ich damals sehr starr im Gesicht ohne Mimik.

Ich weiß nicht ob ich aripiprazol als Mono Medikament besser vertrage bei Risperidon habe ich den Vorteil dass ich dadurch viel Wacher und fitter im Kopf bin und auch mehr Mimik habe. Auch die verbale kommunikationsfähigkeit ist viel besser und mein Gedächtnis und die kognitive Funktion. Kann aber auch alles daran liegen dass ich deutlich niedrigere Dosis nehme und früher einfach deutlich mehr Medikamente bekommen habe deswegen kann ich da kein Vergleich machen. Da sich die Dosierungen von früher zu heute sehr stark unterscheiden.
Du hattest da auch mega hohe Dosierungen. Ich nehme üblicherweise 5mg Aripiprazol, manchmal wenn es schneller wirken soll auch 10mg. Die 30mg von denen du schreibst, ist die Maximaldosis dieses Medikaments und da hattest du noch Quetiapin 800mg obendrauf, was auch eine stattliche Dosis ist.

Citalopram oder Fluoxetin sind SSRI's und wirken ganz anders als Bupropion. Citalopram verträgt sich an sich gut mit Risperidon, habe es selbst ausprobiert. Damals nach der Klinik ging es mir da recht übel und ich hatte zu hohe Dosierungen. Das Citalopram hat da etwas stabilisiert, sonst sehe ich da keinen großen Nutzen in deinem Fall.

Ich hatte damals trizyklische Antidepressiva wie Doxepin und Trimipramin mit Risperidon kombiniert und ähnlich wie du beim Bupropion(Elontril = ein Markenname) haben sich diese älteren trizyklischen AD's mit dem Risperidon kaum vertragen. Meiner Meinung nach hat da die sedierende Wirkung des Risperidons stark zugenommen.

Da du eine kleine Risperidon Dosis hast, würde ich dir eher so 5 bis 10mg Aripiprazol empfehlen und damit das Risperidon komplett zu ersetzen. Dann könntest du das Bupropion zum Aripiprazol ausprobieren, was besser funktionieren sollte.
Meiner Erfahrung nach wirken Antidepressiva anders als üblich, wenn man etwa Neuroleptika wie Risperidon einnimmt. Ich hab vorher diese Doxepin ein Trizyklikum bekommen mit 50mg Dosis, wo es später mit Risperidon schon bei 15mg stark sediert hat, also übliche 50mg oder mehr viel zu viel war.
Mit den selektiven Antidepressiva wie Citalopram habe ich da keine Probleme mit Risperidon gehabt, wobei Citalopram anders verstoffwechselt wird und es auch damit zusammenhängen kann. Citalopram wird auch etwas anders verstoffwechselt als andere SSRI's wie etwa Fluoxetin, also anders im Körper abgebaut, was sich auf den Blutspiegel anderer Medikamente wie Risperidon wechselseitig auswirken kann, gerade wenn Medikamente ähnlich im Körper abgebaut werden, kann das den Blutspiegel der Wirkstoffe steigern und so sich verstärkte Nebenwirkungen auch erklären.

Da Bupropion an sich ein SNDRI ist, also ein selektiver Noradrenalin-Dopaminwiederaufnehmehemmer, dachte ich der andere selektive Wirkstoff wie Citalopram, was ja ein SSRI selektiver Serotoninwiederaufnahmehemmer ist, da keine Probleme machen würden, aber da du mit Bupropion Probleme hattest, könnte es durchaus auch am Risperidon liegen, da ich mit den Trizyklika ähnliche Erfahrungen gemacht habe.
Risperidon hat sich bei mir auch so stark ausgewirkt, da Alkohol unter Risperidon ganz anders und sehr schwach gewirkt hat. Insofern ist Aripiprazol als neuerer Wirkstoff der 3. Generation da anders, da war bei mir die Wirkung des Alkohols normal.

Wenn du mich fragst, @marcii_2 könntest du das Risperidon, was du ja glaube, ich in einer Monotherapie nimmst, mit einer äquivalenten Aripiprazoldosis tauschen. Normal wird man da auch eher aufgeschlossener als beim Risperidon. Ich denke, du hattest da einfach viel zu viel, weil Quetiapin 800mg schon allein sehr viel ist und 30mg Aripiprazol dann ja wirklich alles sprengt.

Citalopram ersetzt kein Bupropion und Bupropion hat eben ein paar wichtige Besonderheiten, wie die Noradrenalinwirkung welche ruhig und ausgeglichen macht und die Dopaminwirkung welche konzentriert, wach und gegen Negativsymptome hilft. Durch die Intervalltherapie des Aripiprazols kann das Bupropion, was weiter täglich eingenommen wird, da besser wirken.
Citalopram nehme ich in dem Fall, weil es das Emotionale etwas dämpft, also eher Libido und so was durch diese geringe Intervaldosis des Aripirpazols eher gesteigert ist. In dem Fall hilft das Citalopram auch, um Nebenwirkungen des Bupropions aufzuheben wie Verstopfung und Miktionsstörungen, welche wegen der stärkeren Noradrenalinwirkung auftreten können.

An sich kannst du schon Citalopram mal zum Risperidon probieren, es macht aber wenig Sinn. Interessant wäre, ob Citalopram und Fluoxetin einen Unterschied macht, da Fluoxetin etwas anders verstoffwechselt wird, aber an sich dem Citalopram von der Wirkung ganz ähnlich ist.