Abstriche machen

Ich meinte ja nur, dass dieser Text aus meiner Sicht etwas zu heftig verurteilend war, ohne den Unterschied zwischen eurer beider Lebenssituation zu berücksichtigen.
In der Retroperspektive war es vermutlich zu scharf formuliert. Ich war nur geschockt, dass solch schwerstwiegende Krankheitsverläufe der Schizophrenie möglich sind.
Und wieso solltest du später nicht auch ohne deine Eltern zumindest das Überlebensnotwendige schaffen?
Die Erfahrungen mit dieser Erkrankung bzw. meiner Hebephrenie zeigten mir auf, dass ich ohne professionelle Hilfe und die Hilfe meiner Eltern auf der Straße gelandet wäre, weil ich mich um nichts mehr kümmerte. Ich war dermaßen depressiv und antriebslos, dass ich nicht mehr das Bett verlassen wollte und den Wunsch verspürte, den ganzen lieben langen Tag bis zum Tod dort drin zu verbringen. Ich war komplett lebensuntüchtig und hatte den Bezug zur Realität komplett verloren. Sowas hatte ich noch nie in meinem Leben. Deswegen entwickelte ich extreme Ängste, wieder mein Leben selbstständig in die Hand zu nehmen, denn keine Person nimmt es dir ab. Man muss sich selber um sein Leben kümmern und es nach seinen Zielen und Wünschen gestalten.