Eine Karriere anzustreben, gab ich in meinem 9-monatigen tagesklinischen Aufenthalt bei mir in meiner Region ebenso auf. Ich bekam nicht umsonst aufgrund der schweren Krankheit die (volle) Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsrente. Das wäre paradox, wenn du als Betroffener eine volle EM-Rente beziehst und trotzdem eine berufliche Karriere in Augenschein nimmst. Das ergibt keinen Sinn und funktioniert nicht. Als ich noch jünger war, wollte ich natürlich eine Top-Karriere hinlegen und die Welt verändern. Heute bin ich froh, dass ich nicht bis zum 67. Lebensjahr oder vielleicht noch länger in dieses Hamsterrad muss, trotz meiner sehr guten Ausbildung. Dadurch bin ich mein eigener Herr über meine restliche Lebenszeit. Die beiden Faktoren mit den Namen beruflicher Stress und Arbeitsverdichtung nehmen doch in fast allen Branchen zu, weil es durch den demografischen Wandel weniger geeignetes Personal in Form von Fachkräften gibt. In meinen Klinikaufenthalten lernte ich einige Leute mit Burnout kennen. Meist war ein Ausscheiden dieser Menschen aus der Tretmühle nicht möglich, da sie noch Verpflichtungen, wie Kinder oder Schulden auf eine Eigentumswohnung oder ein Haus, hatten.