Medikamente reduzieren
Seit gut einem Jahr bin ich auf der offenen Station und nehme offiziell "freiwillig" (mir wird aber mit Zwangsmedikation bei Absetzen gedroht) meine psychopharmazeutischen Medikamente. Davor war ich ein Jahr auf der Geschlossenen. Seit August letzten Jahres nehme ich jedoch ohne Wissen des Pflegepersonals, Arztes und Betreuers die Medikamente NICHT (ich tue so, als würde ich sie nehmen und spucke sie im Klo wieder aus). Ich habe also die Medikamente 25g Abilify täglich bereits seit etwa 6 Monaten abgesetzt.
Seit dem geht es mir deutlich besser. Und der Witz ist, dass es keinem aufgefallen ist. Es kann also keiner sagen, dass ich (wieder) psychotisch bzw. paranoid schizophren wäre.
Ich habe dies auf eigene Faust getan, weil ich bei meinem Umfeld auf taube Ohren gestoßen bin: Ich habe eine Vielzahl an Nebenwirkungen aufgewiesen, die sehr beeinträchtigend gewesen sind. Und keiner hat sie Ernst genommen...
Nun habe ich, wie ihr seht, ein Dilemma. Mit wem kann ich reden? Zu dem Arzt habe ich kein Vertrauen, und er würde es wahrscheinlich direkt dem Betreuer weiter sagen, wenn er es wüsste.
Sollte ich einen Arztwechsel vollziehen und ihm die Wahrheit sagen? Nämlich, dass die Nebenwirkungen weitestgehend weg sind und ich keinerlei psychotischen Schübe habe. Wie würde denn der Gutachter / oder Richter reagieren, wenn er die Wahrheit wüsste? Hieße es dann wieder ab in die Zelle?
Was würdet ihr mir nahelegen, um aus der Bredouille rauszukommen?
ps) Ich soll demnächst in ein Betreutes Wohnen verlegt werden und möchte dies auf keinen Fall aus Spiel setzen, da mir meine Freiheit sehr wichtig ist...
ps2) Wie lange würde es dauern den Blutspiegel wiederaufzubauen falls ich das Medikament doch mal zur nächsten Blutprobe nehmen müsste?
gruß Nightwalker aus Hessen