Meine Schwester
Guten Abend an alle,
seit ein paar Tagen hat meine Schwester wieder Symptome. Davor war gut ein Jahr lang alles so als wäre nie etwas gewesen.
Akut suche ich um Rat wie ich mich am besten verhalte. Habe in Gesprächen versucht ihr deutlich zu machen, dass ich für sie da bin. Beim letzten Mal hatte das ganze ja starke negative Folgen. Sie hat ihre Arbeitsstelle verloren, wurde mehrfach angezeigt.
Was natürlich für sie sehr belastend war. Das könnten wir zum Glück alles klären.
Natürlich möchte ich alles tun, um diese Folgen abzuwenden. Oder vielleicht ist mir das in dieser Situation auch gar nicht möglich?
Sie meinte sie möchte in Ruhe gelassen werden, um die aktuelle Situation zu verarbeiten.
Also lasse ich sie in Ruhe. Dennoch weiß ich und spüre ich, dass das Gefühl der Sorge in den nächsten Stunden, Tagen steigen und steigen wird.
Aber ein "Kontrollbesuch" sollte ich mir wohl besser verkneifen? (Sie wohnt über mir)
Da es in der Vergangenheit Suizidversuche gab, habe ich Angst sie könnte sich etwas antun. Diese Vorstellung schmerzt so sehr.
Aktuell gibt es dafür keine Anzeichen. Höre aber immer weniger von ihr. Da kommt der Gedanke auf: "Was wenn es drastisch schlechter wird?"
Sie hat null Krankheitseinsicht, sodass ich mir unsicher bin wie ich am besten vorgehe. Natürlich muss Hilfe her, aber die Frage ist wie. Sie wird ja höchstwahrscheinlich misstrauisch/abweisend sein, wenn ich sie zu einem Arztbesuch, Klinkeinweisung überrede und dann verlernt sie wahrscheinlich das Vertrauen zu mir. Ihr Freund meinte nach ihren Schilderungen nur, dass er sich große Sorgen macht und das Gefühl hat, dass sie wieder wahnhaft ist (die beiden wohnen nicht zusammen). Natürlich führte das dazu, dass sie ihm nicht mehr vertraut. Sie wirkte vorhin sehr traurig und enttäuscht.
Ich versuche stark zu sein, nur dann ist die Verzweiflung so stark, dass ich es kaum ertrage.