Der Zusammenhang von Gedankenausbreitung und Eigenbezug
Es hat nichts mit Rollenklisches zutun wenn spezifische Gedanken , die man unmöglich anhand von Klisches/Körpersprache/Mimik vorhersagen könnte, nach 1 sekunde wiederholt werden. Wenn Ich abstrakte Gedankengänge wie moralische Wertungen oder andere kompliziertere Konstrukte denke und die mir genauso Wort für Wort an den Kopf geschmissen werden mit einer Wertung oder Mimik von der Gegenseite, ist es aus rein mathematischer Wahrscheinlichkeit lächerlich von einem Zufall zu reden. Diese Muster und Situationen sind zu regelmäßig über 7 Jahre aufgetreten und sie treten immer noch auf. Klar könnte man sagen dieses Phänomen ist erst aufgetreten als Ich es für wahr gehalten habe aber das würde mir praktisch die Fähigkeit zuschreiben ,dass Ich Konzepte in die Realität durch Glauben rufen könnte. Das halte Ich für noch unlogischer und unverhältnismäßig.
Erneut, du unterschätzt die Wiederholungsrate und die Detailgenauigkeit von Klischees. Damit ist nicht gemeint, dass der Staplerfahrer gerne Fußball guckt und nach der Arbeit erstmal ein Bier trinkt. Damit ist gemeint, dass er wahrscheinlich sehr stark zu einem eingeschränkten, sich selbst wiederholenden Vokabular neigt, und deshalb bestimmte Catchphrases immer wieder in den selben Situationen von sich geben wird. "Adi! Masche moo die Klappe discht?" "Hey, gleich wird er wieder wollen, dass wir die Klappe dicht machen."
Das Sprachverhalten der meisten besteht aus sowas, und ganz bestimmt auch nicht nur die der "Dummen". Jeder besitzt sprachliche Ticks und Prioritäten. Sich wiederholende Wünsche und Motivationen. Manche sind auch einfach leicht weiterzudenken, besonders wenn sie mittem in Gedankengängen stehenbleiben, und man lernen musste für sie weiter zu denken, weil sie einfach sehr langsam in Gesprächen sind.
Zusätzlich könnte man auch noch dazu neigen, komplett zu vergessen, dass man gewisse Gedankengänge und Theorien schonmal geäußert hat, wodurch das gegenüber dann natürlich das Gespräch "kopiert wiedergibt", einfach nur damit die langweilige Wiederholung schneller rum geht.
Zumindest weiß ich noch von den Episoden meines Exes, dass er sich besonders gerne in Spiralen und Gedankenloops bewegt hat, sobald er in Richtung Wahn gedriftet ist. Und wenn man dann einen Gesprächspartner hat, der gerne aus dem Maulwurfland möglichst schnell wieder raus möchte, dann merkt der sich wie es da beim letzten Mal rausging und fängt automatisch an mit den gleichen Sätzen und gedanklichen Mustern dem Wahn entgegenzusteuern, dir sozusagen gedanklich vorauszugreifen, damit nicht immer die selben Theorien auf gleiche Art und Weise abgehandelt werden, bzw. damit man aus dem Loop rauskommt und wieder zum neuen Teil des Gesprächs kommen kann. Das habe ich so hoffentlich selbst eher nicht gemacht, aber ich kann mir das sehr gut bei den meisten Gesprächspartnern vorstellen.