Ambitionierte Wissenschaftliche Arbeit: Versuch eines revolutionär neuen Verständnisses der Schizophrenie und Aussich...
VI.:
Neuro-Psychiatrische Sicht auf unsere Störung:
Die Schizophrenie wird ja gemeinhin mit Neuroleptika, also partiellen Antagonisten an einigen Dopamin-Rezeptoren behandelt. Die Symptome ergeben sich aber nicht durch ein Ungleichgewicht der Transmitterausschüttung dieser Synapsen, die durch eine solche Behandlung wieder korrekt einzurenken wäre, sondern eher durch eine abnormal veränderte, aber in ihrer Wirkung hauptsächlich immens verstärkten Signaltransduktion an den dopaminergen Postsynapsen. Somit ist die Behandlung durch Neuroleptika zwar ein ungefähres Gegensteuern, aber verfälscht gleichzeitig auch zwangsläufig die genaue Funktionsweise aller Kortex- und weiteren Hirn-Areale, die unter anderem mit Dopamin arbeiten. Es kann also nicht die optimale Methode sein und die Psychopharmaka für die Behandlung der Schizophrenie sollten allmählich sich von dieser "Dopamin-Hypothese" lösen und anders entwickelt werden, zumal gerade die Möglichkeit in der Erforschung neuer Behandlungsformen aufzukommen scheint, mit möglicherweise AI-unterstütztem Zell-Engineerung neue Dimensionen der Handhabung der Krankheitssymptome zu erschließen.
Die Schizophrenie ist nach meinem Wissensstand die einzige bekannte psychische Störung, die ausschließlich dem Homo Sapiens vorbehalten ist. Ungefähr gleichbleibende Häufigkeit hinweg durch alle Ethnien, Kulturen, Bevölkerungsschichten. Sie ist quasi im Genpool des Menschen integriert und wird dennoch nicht herausselektiert durch die Evolution, weil die einzelnen sie begünstigenden Genmutationen jeweils für sich und auch im Gesamtpaket selektive Vorteile für die Ausbilldung und Vernetzung des ZNS darstellen in verschiedenster Art. Nur wenn die Krankheit ausgelöst wird beim Träger der genetischen Voraussetzung, wird sie ein selektiver Nachteil und der Besitzer stirbt meist recht zeitnah oder landet am Rande der Gesellschaft. Einige schaffen es unter großer Mühe, einigermaßen normale Lebensumstände aufrecht zu erhalten. Eigentlich aber unter dem Soll dessen, was einem Träger einer ganzen Fülle an vorteilhaften Genmutationen möglich sein sollte.
Bei der Evolution der Meeressäuger zum Beispiel, hätte sich ja vor dem Abschluss des Wechsesl des Lebensraums vom Land ins Meer eine dafür zuträgliche Mutation als eindeutiger Nachteil des Trägers erwiesen, im Phänotyp des Gens zumindest, denn ein verkrüppelter Fuß, der als Fuß nicht mehr richtig zu gebrauchen ist, aber noch keine wirklich guten Eigenschaften als Flosse hat, müsste deshalb ein Nachteil sein. Also hätte diese Anpassung niemals stattfinden dürfen ohne die Kopplung der für diese wichtigen Mutationen an andere genetische Eigenschaften des Tieres, die selektive Vorteile bieten und so die unfertige Anpassung im Genpool der Population erhalten. Genau so, wie es mir gerade bei der Schizophrenie mir erscheint.
In einem metaphorischen analogen Vergleich würde ich das in etwa so darstellen: Das Gehirn ist ein Netzwerk aus verschiedenen Computern, die durch ein Intranet verbunden sind, so dass die Dateien von einem Rechner auf jeden anderen via LAN-Kabel hin und her geschickt werden können. Jeder Computer ist dabei das jeweilige Transmittersystem in jeweils jedem der bestimmten funktionellen Areale des Kortex oder gar des gesamten ZNS. Bei den schizophrenen „Computer-Netzwerken“ sind jetzt aber alle Rechner, die im Vergleich die dopaminergen Systeme der einzelnen Areale sind, von Windows 95 auf Windows 10 updated worden und mit ihnen auch alle Dokument- und Bild-Bearbeitungsprogramme, so dass die Datei-Formate auf einmal ganz andere sind und die übrigen Rechner im Intranet, die noch mit Windows 95 laufen, die Datei-Formate, die die Rechner mit neuem Betriebssystem erstellt haben, nicht mehr lesen oder öffnen können. Die Folge: Error auf den W95-Rechnern oder eben die typsichen akuten Symptome der Schizophrenie im menschlichen Bewusstsein. Die Kommunikation des ZNS ist fundamental gestört und das Bewusstsein kann nicht mehr arbeiten, wie es soll. Die bisherige Behandlung durch die dopaminergen Antagonisten wäre jetzt in der Metapher, bei allen Rechnern mit neuem Betriebssystem und neuer Software einfach zum Erstellen der Dokumente und Dateien einen ‚Windows 98‘-Kompatibilitätsmodus zu wählen, der auf den anderen noch alten W95-Rechnern zwar irgendwie möglich zu öffnen ist, aber dabei heftig rumbuggt und bei langfristiger Verwendung der W98-Dateiformate sogar Hardwareschäden an den Rechnern mit altem Betriebssystem hervorruft. Wieso jetzt also nicht die Strategie ändern und die Rechner mit den veralteten Betriebssystemen mit speziell dafür modifizierten Versionen des neuen Windows 10 für ihre jeweilige spezielle Funktion (AI unterstütztes Zell-Engineering z.B.) einfach updaten, statt den betroffenen Menschen durch die Drosselung der Funktionalität des gesamten Kortex und weiterer funktioneller Areale sämtliche Grundlagen einer lebenswerten Existenz am Punkt seines eigenen Bewusstseins zu nehmen, und ihn so nach und nach in den Suizid oder zumindest immens verfrühten „natürlichen“ Tod zu treiben?
Ich habe irgendwie einfach den Eindruck, dass dieser Zeitpunkt, an dem die unfertige Anpassung vom Nachteil allmählich zum Vorteil werden könnte, gerade zu kommen scheint oder sogar womöglich nur noch durch die kapitalistische Unterdrückungs-Maschinerie und die dadurch bedingte Korruption im Gesundheitssektor und der Pharma-Industrie zurückgehalten wird, aber mein tatsächlicher Kenntnisstand der für ein näheres Verständnis wichtigen Wissenschaften ist unzureichend, um genaues sagen zu können. Zwar auch nicht gerade klein, aber ich brauche valide Studien möglichst hoher Qualitität und so thematisch umfangreich wie möglich, nach bester Möglichkeit bereits falsifiziert. Kennt sich jemand sonst noch im Bereich Neuro aus und kann mir vielleicht Literatur empfehlen?