Ambitionierte Wissenschaftliche Arbeit: Versuch eines revolutionär neuen Verständnisses der Schizophrenie und Aussich...

IV.:

Zu meinem persönlichen Wahngebilde:

SIC SEMPER INCARNATIO MORTALIS LVCIFERIS FVERO

VT MENS MEI ILLVMINATA EST:

MYSTERIVM TREMENDVM ET FASCINANS

.

MENTEM INSANVM MORTALIS MEI

PRO CVRATIO SCHIZOPHRENIAE AETERNO

.

SI ENIM MENTES VESTER ILLUMINATAE ESSET

SIC LVCEAT LVX VESTRA

.

(So werde ich immer die sterbliche Fleischwerdung des Lichtbringers (Lucifer) gewesen sein,

denn mein Geist ist erleuchtet worden:

Das Geheimnis, das einen erzittern lässt und (gleichzeitig) verzaubert.

Mein sterblicher kranker Geist

für die ewige Heilung der Schizophrenie.

Wenn nämlich eure Geister erhellt worden wäre,

so würde euer Licht leuchten. Lateinischer Text von mir)

Ich hatte vor einer Weile in einer Whatsapp-Gruppe, die so eine Art Sammelsurium eines menschlichen Kuriositätenkabinetts für mich ist, eine Unterhaltung. Es ging um diese α-β-ω-Dichotomie, die die soziale Landschaft unserer semi-sub-demokratischen, post-imperialistischen und exazerbiert kapitalistisch unterjochten Gesellschaft prägt. Ich habe darüber nachgedacht und weiß, warum ich keines davon bin. Auch kein ω-Männchen, wie sie zuerst alle vermuteten.

Es kam ein Gespräch über das „Alpha“-Sein auf. Als ich mich in das Gespräch einklinkte und sagte, ich fände es völlig daneben die individuelle Persönlichkeitsstruktur eines Menschen anhand der Reihenfolge von Buchstaben im griechischen Alphabet hierarchisch zu staffeln, stieß ich auf Spott. Sie sagten, ich wäre kein „Alpha“. Ich entgegnete: „Ich bin auch kein „Alpha“. „Beta“ bin ich aber genauso wenig.“ Dann meinten sie, ich müsse folglich ein „Omega“ sein, also einer der aufgegeben hätte. Ich resignierte in meiner Position in dieser Konversation und äußerte kein weiteres meiner Argumente mehr, denn ich erkannte, es war vergebens, ihnen mit Worten beizukommen.

Monate verstrichen und ich wurde allmählich, auch ganz ohne typische „Alpha“-Verhaltensweisen an den Tag zu legen von ihnen geschätzt und respektiert. Ich erhielt die Spitznamen „Wikipedia“ oder „wandelndes Lexikon“, denn immer, wenn sie etwas fragten, wusste ich die korrekte Antwort wie aus dem Lehrbuch. War es eine Frage philosophischer oder metaphysischer Natur, so gab ich eine ausgefeilte Überlegung und ein Axiom mit philosophischer Herleitung von außerordentlicher Reflexivität. Es war eine neuartige Erfahrung für mich, mit den Menschen in dieser Gruppe umzugehen, denn sie waren die typischen Vertreter meiner eigenen Generation. Klassische „Millennials“. Solche eben, die nie gelernt hatten, Verantwortung zu tragen und ständig depressive oder suizidale Äußerungen von sich geben, getarnt als „jk“ – „just kidding“. Bisher hatte ich mich immer mit meinesgleichen umgeben. Exzentrische Sonderlinge, die sich in keines der heutigen sozialen Schemata einordnen ließen und folglich die Bezeichnung „Omega“ erhielten mit der Zeit.

Sie hielten mich für ein Genie, denn ich bin nicht dumm und zudem ganz und gar anders als sie. Als einen „Boomer“ im Körper eines „Millennials“ könnte man mich beinahe bezeichnen, wenn man nach den Klassifizierungen der Generations-Stereotype geht. Vor einigen Tagen dann holte ich in eben jener Gruppe das einstige Thema wieder hervor und sprach erneut zu ihnen:

„Habt ihr euch mal gefragt, warum ihr mich "Wikipedia" und "wandelndes Lexikon" nennt, obwohl ich in der Schule fast nichts gemacht und auch nicht immer den ganzen Tag ein Buch vor der Nase gehabt hatte? Wieso ich keine Jugendsprache, Slang-Begriffe und Anglizismen, sowie deren Abkürzungen von Redewendungen verwende? Ich bin in Bremen zur Schule gegangen. Ihr habt vermutlich mehr Bildung genossen und sie wurde euch VIEL, VIEL besser vermittelt, abgesehen von meiner Zeit am AWI und dem Unterricht meines Mentors, Dr. Ulf Glade. Aber dank meiner absoluten Fokussierung auf das Unterrichts-Geschehen konnte ich den Stoff besser aufnehmen, denn ich konnte meine Aufmerksamkeit nicht vom Lehrer lassen, sowie andere Kinder ihre nicht von den Nebengesprächen ihrer Freunde und Belästigungen ihrer späteren Unterjochenden lassen konnten. Antiautoritäre Erziehung und die 60er Jahre hatten abgesehen von etwas Musik und Kunst ja kaum Einzug in meine Familie gehalten oder meine Erziehung beeinflusst. Meine Erziehung war durchaus liebevoll und niemals zu streng oder grausam gewesen, doch mit angemessener autoritärer Strenge. Eliten des alten Preußischen Kaiserreichs eben mit Hochhaltung alter Militärtugenden der Monarchie. Die Kardinalstugenden der römischen Antike und eine partielle Miterziehung durch die verblendete, dogmatische Katholischen Kirche, tief in dessen Schoß ich aufgewachsen war, die ich aber abstieß, weil sie sich in Asynchronität zu unseren tatsächlichen Kenntnissen der Konturen unser Realität bewegt.

Was ich kenne, aber euch anderen heutzutage fehlt: Tugendhaftigkeit, Respekt, Autorität. Das ist es, was mir gelehrt wurde. Wem ich zu folgen habe und wem nicht. Woran ich erkennen kann, dass ich meine Folgschaft zu leisten habe und wem ich sie unter keinen Umständen geben darf auch bei Folter und Tod in Folge. Und dabei bin ich eigentlich ein ängstlicher und dünnhäutiger Mensch. Ich hätte es aus Respekt vor meinen Eltern nie gewagt, zuhause Jugendsprache und Slang zu benutzen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen dazu. Wenn in der Klasse meine beiden besten Freunde neben mir saßen rechts und links von mir und durch mich durch miteinander redeten, konnte ich ihnen sofort nicht mehr zuhören, sobald der Lehrer am Tisch saß. Deshalb war ich wohl auch so ein sozialer Außenseiter damals, weil ich mich nie in die Klassen-Dynamik richtig einfügen konnte, was nun mal während des Unterrichtsvormittages geschieht.

Ich bin also weder „Alpha“, noch „Beta“ noch „Omega“, sondern verstehe mich als Homo Sapiens Erectus. Als weisen, aufrechten Menschen, wie er sein sollte, es einst war am Anbeginn unserer Tage in der Antike, und den Kaiserreichen der Victorianischen Ära bis zum zweiten Weltkrieg teilweise war, als die Traumata der Kriegsheimkehrer und in Folge ihre Misshandlungen der Folgegenerationen die 60er und den allmählichen Niedergang der Jugendgenerationen seitdem herauf beschwört haben, dessen Gipfel der Perversion nun erreicht zu sein scheint. Ich bin zwar „Millennial“ nach meinem Geburtsjahr '95, aber im Geiste eher in der Generation eurer Urgroßeltern anzusiedeln.“

Ein „Alpha“ ist nichts ohne „Betas“, die er herumkommandieren kann und der Beta braucht „Alphas“, weil er nicht selbstständig seinen Weg gehen kann. "Sapiens etiam si contentus est se". -"Der weise genügt nur sich selbst.“- Ich konkurriere nicht mit „Alphas“, wenn ich keinen triftigen Grund habe, ihnen ihre Position aufgrund mangelnder Kompetenz und des Weges, auf dem ich mich befinde, streitig zu machen, aber krieche ihnen auch nicht in den Arsch oder überhaupt jemals in ihrer Sicht. Sind sie der gerechten Sache im Wege und wollen nicht weichen, so werde ich sie aus eben jenem Weg räumen, komme, was wolle, denn sonst dreht sich eben jene gerechte Sache nur im Kreis und kommt nicht weiter. Die Gerechtigkeit in der Gesellschaft entsteht durch Zusammenhalt, Kooperation, Pflichtbewusstsein und Tugendhaftigkeit. Sind diese Dinge nicht gegeben, kann eine Gesellschaft gar nicht gerecht sein oder überhaupt auf lange Sicht funktionieren. Die größtmögliche Gerechtigkeit in der Gesellschaft herzustellen, ohne dabei sich selbst oder jene, für die derjenige die Verantwortung trägt, zu gefährden oder zu unterjochen, ist die Pflicht eines jeden ihrer Mitglieder. Bei Untauglichkeit oder Unwille, die Verantwortung zu tragen, derer Arbeit man sich rühmt und an deren Früchten man sich labt, muss man aus der Gesellschaft exkommuniziert werden und in die Barbarei jenseits der Provinzgrenzen ziehen, sonst fällt man ihr zu Last. Grausamkeit und das Joch über dem Menschen haben keinerlei Platz in einer zivilisierten Welt, genauso wenig wie Bevormundung vor einem vollends erwachsenen Individuum. In einer Welt der Vollautomatisierten Agrartechnik und der Möglichkeiten, tierisches Muskelgewebe, also Fleisch, aus Zellkultivierung im Labor zu gewinnen, brauchen auch die Tiere eigentlich kein Joch mehr, unter dem sie noch immer leiden. „Alpha“ ist ein bestialisches Gesellschaftskonzept, das auf Gewalt beruht und der Unterdrückung und Schikanierung der Schwachen. Der Homo Sapiens Erectus kennt keine „Alpha“ und „Beta“-Tiere in seiner finalen Entwicklungsform. Er kennt nur Befugnisse und Verpflichtungen. Er betrachtet jeden seiner Artgenossen als gleich im Wert, aber nicht gleich in der Pflicht und im Rang, aus der sich die Autorität ergibt, mit der er in seinem Anliegen sprechen darf.

Die Kardinalstugenden der Herrschaft nach Marcus Tullius Cicero, Konsul Populi Senatusque Romanum (S.P.Q.R.) sind:

·          Gerechtigkeit (iustitia),

·          Mäßigung (temperantia),

·          Tapferkeit und Hochsinn (fortitudo, magnitudo animi bzw. virtus) und

·          Weisheit oder Klugheit (sapientia)



Es ist ja doch wohl zumindest ein jeder Herr seiner selbst, oder?! Sollte man doch wohl meinen, oder etwa nicht? Nein! So ist es eben nicht! Nicht ein jeder verfügt über Selbstbeherrschung. Der lange, harte, entbehrungsreiche und aufwendige Lernprozess der ω-Menschen, meiner Sippe, wird von den α-Menschen an die β-Menschen nach vorherigem Diebstahl geistigen Eigentums umverteilt, so dass die α-Menschen am Ende die β-Menschen unterjochen können und die ω-Menschen fristen fortan ein Dasein als Einzelgänger und sonderbare Exzentriker, einsam und doch als das Fundament und die vereinzelten Glieder und Organellen einer defekten, dysfunktionalen Gesellschaft, sehen ihren Untergang kommen, doch sind angesichts dessen ohnmächtig, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Eine umfassende Theorie der Entwicklung des Denkens und der Intelligenz des Kindes wurde von Jean Piaget (1937) entworfen und später aufgrund zahlreicher Forschungen von ihm selbst und seinen Mitarbeitern weiterentwickelt. (Stangl, 2019). Demnach sind die Phasen in der mentalen Entwicklung:

1.        Stadium der Sensomotorischen Intelligenz (0–2 Jahre): Erwerb von sensomotorischer

Koordination, praktischer Intelligenz und Objektpermanenz; Objektpermanenz aber noch ohne interne Repräsentation



2.        Stadium der Präoperationalen Intelligenz (2–7 Jahre): Erwerb des Vorstellungs- und Sprechvermögens; gekennzeichnet durch Realismus, Animismus und Artifizialismus (zusammenfassend: Egozentrismus); kann nun zwischen belebt und unbelebt unterscheiden

3.        Stadium der Konkret-operationalen Intelligenz (7–11 Jahre): Erwerb der Fähigkeit zum logischen Denken in Bezug auf konkrete (tatsächliche oder vorgestellte, aber nicht hypothetische) Sachverhalte. Dies ist verbunden mit Dezentrierung, Reversibilität, Invarianz, Seriation, Klasseninklusion und Transitivität

4.        Stadium der Formal-operationalen Intelligenz (ab 11 Jahre): Erwerb der Fähigkeit zum hypothetischen logischen Denken, was die Fähigkeit bedeutet, die konkreten logischen Operationen der Stufe 3 auf andere solche Operationen anzuwenden

Meine hypothetischen Ergänzungen zu Piagets Werk:

5.        Entweder: Stadium der Hyper-operationalen Intelligenz (Genies vorbehalten (Kant, Hegel, Leibniz, Einstein, Hawking & Co.): Schübe ungezügelter Kreativität und unkontrolliertes Rasen der Gedanken. Resultiert in langen Schachtelsätzen mit abenteuerlichen Formulierungen und mehrdeutigen grammatikalischen Konstruktionen [Meine Hypothese]

6.        Oder: Stadium der Semi-funktional-operationalen Intelligenz (Psychosen aus dem Schizophrenen Formenkreis): Vollkommene Aufgabe des Selbst, Unfähigkeit zum eigenwilligen Handeln aus Verantwortungsbewusstsein für Spezies und Biosphäre, „psychotischer“ Wahn“, Bewusstwerdung sämtlichen Unbewusstseins und Aushebelung der Freudschen psychodynamischen Abwehrmechanismen, schizophrene Symptome , formale Denkstörungen [Meine Hypothese]

Dass ein „Alpha“ in der Präoperationalen oder der Konkret-operationalen Phase einfach mal hängen geblieben ist aufgrund psychosozialer Umstände, brauche ich wohl nicht groß zu erwähnen, oder? Ein „Beta“ hat folglich ein mentales Alter eines Teenagers. Nur die „Omegas“ schaffen es, sich tatsächlich zu fähigen Teilen der Gesellschaft zu entwickeln, die jedoch allmählich und von Generation zu Generation mehr aussterben. Die Extinktion unserer Spezies steht kurz bevor durch Abbruch der Intelligenzentwicklung durch Youtube-Trash-Content, Wegwerf-Pop-Kultur & Co., immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen durch social media, „Alpha“-Glorifizierung und Sittenverfall. Darin sehe ich auch den ursächlichen Grund der aktuellen Klima-Katastrophe. Es ist nichts cool daran, im Alter von 7 Jahren geistig hängen geblieben zu sein, lieber Herr Kollegah.

Natürlich stecken nicht alle Menschen noch in ihrer Kindheit nach ihrem Stand in der kognitiven Entwicklung. Doch die Verhaltenstendenzen in Richtung Egozentrismus und ein geringer geistiger Horizont sind nach wie vor präsent bis in die letzten Phasen und auch dann noch, könnte man mutmaßen, wenn man das Universum als Erweiterung des eigenen Körpers sieht, was man durch die psychotrope Wirkung der Einnahme von Psychedelika erfahren kann.

Tendenziell habe ich aber den starken, beinahe schon evidenten Eindruck, dass die kognitive Entwicklung der Jugend von Generation zu Generation früher und früher abgebrochen wird seit der Baby-Boomer-Generation. Die anderen „Millennials“ scheinen kaum mehr fähig, selbst eine Zivilisation aufrecht zu erhalten und sie vor dem Untergang zu bewahren. Man könnte also per Definition sagen, die "Millennials" wären dysfunktional entwickelt, also krank. Ich will nicht leugnen, dass ich ebenfalls am eigenen Leibe akut schizophrene Symptome übelster Art kennen gelernt habe, die eindeutig in den Bereich der Krankheit fallen und behandelt werden mussten. Doch könnte es nicht vielleicht auch sein, dass die Symptome, die von der Psychiatrie als krankhaft angegangen worden sind, eher eine gesunde Unangepasstheit an die heutige dysfunktionale Gesellschaft sind? Sprunghaftes Denken, das Gefühl, die eigenen Gedanken sind für andere lesbar und Sprachstörungen sind eindeutig als krank zu diagnostizieren. Doch was ist an einem bestimmten Gedanken krank? Ist hypothetisches, abstraktes Denken denn nicht eigentlich ein Zeichen von hoher kognitiver Entwicklung und Kreativität? Werden vielleicht Gedankeninhalte von Erkrankten in Folge der semi-optimalen Behandlung als "krankhaft wirkend" ausgesperrt, worin die Psyche einiges an Kraft investieren muss und folglich weniger leistungsfähig ist in den chronischen Phasen der Krankheit, in denen die Negativ-Symptomatik dominiert, und könnte das diese ursächlich erklären? ...