Wahnstimmung.Neg.Symtome.Prodomalphase.Medikamente

Da ich wie gesagt, nicht mehr wusste, wer ich bin und was das Medikament mit mir macht, habe ich es vor 4,5 Jahren weggelassen. Okay, es nicht mehr einzunehmen lag auch daran, dass mir da erstmals die Verdachtsdiagnose schizzoaffektive Störung gestellt worden ist.

Die schizzoaffektive Störung wurde von meiner festen Psychiaterin nie anerkannt. Auch die anderen Psychiater, die ich danach aufsuchte, konnten die Diagnose nicht nachvollziehen.
Ich finde mich bei deiner Symptombeschreibung auch wieder und hab mit etwa 18 ein Medikament wie Sertalin bekommen, Citalopram ist praktisch sehr ähnlich. In einer kleinen Minidosis, dazu Doxepin, was auch ein Antidepressivum ist, welches eher müde und locker / entspannt macht.
Diese Probleme mit meinem sozialen Umfeld hatte ich auch, was sich durch die Erkrankung verändert hat, wo ich jetzt zumindest selbstbewusster bin ohne derartig schüchtern wie früher zu sein.
So etwas kann die Prodromalphase, also die Vorphase der Psychose sein, bei mir waren da etwa Depressionen und starke Rückenverspannungen im Spiel, wobei eben keine richtigen Akutsymptome aufgetreten sind, aber ich mich von den Antidepressiva her auch verändert gefühlt habe, etwas aufgepusht, was mit der Zeit immer abgedrehter wurde.
Dann anfang 20 ist die Psychose akut ausgebrochen, erst hat es paranoide Psychose geheißen, später ist gemischte schizoaffektive Störung die Diagnose gewesen, welche die F20 praktisch als Zusatzdiagnose einschließt.

Bis hierhin habe ich geantwortet
jetzt erst folgende Passage:
Nun, jetzt mal zu meinen Symptomen.
Ich habe ein total schlechtes Gedächtnis und Zeitgefühl, wenn ich an Ereignisse aus der Vergangenheit zurück denke, fehlt mir das Gefühl dafür, es ist, als hätte ich das garnicht selbst erlebt. Außerdem vergesse ich Dinge, die ich eigentlich wissen müsste. Es ist möglich, dass ich sie immer noch weiß, aber einfach nicht mehr abrufen kann.
Meine Umgebung wirkt oft leblos und fast durchgehend sehe ich alles so, als sei ich betrunken, dadurch kann ich auch nicht ganz klar denken, ich habe keinen roten Faden mehr, alles fließt ineinander über. Manchmal habe ich das Gefühl keine Kontrolle mehr darüber zu haben, was ich erzähle, erzähle dann manchmal in meinem Redefluss etwas, dass ich hinterher bereue. Es ist alles so ungeordnet in meinem Kopf.
Ich habe oft Denkschwierigkeiten, als sei das Denken blockiert. Auch das flüssige Sprechen fällt mir dann schwer. Manchmal habe ich das Gefühl, nicht auf den Punkt kommen zu können und drumherum zu reden.
Ich kann Wichtiges nicht von Unwichtigem unterscheiden.
Ich kann keine Entscheidungen mehr treffen.
Ich habe keinen Appetit.
Ich kann nicht Lernen.
Ich habe Konzentrationsstörungen.
Ich leide an Reizüberflutung.
Diese Vergesslichkeit hatte ich auch, dass mir frühere Filme die ich gesehen, mir beim wiederholten Ansehen neu oder anders vorgekommen sind, wobei ich das auf einen Ski Urlaub zurückgeführt habe, bei dem ich mit dem Kopf etwas schwerer aufgeschlagen bin.
Vergesslichkeit gibt es auch als Symptom der Erkrankung und im Vorfeld wurde ich auch immer vergesslicher, wenn ich zum Beispiel etwas nach der Arbeit einkaufen sollte, hab ich das immer vergessen. Eher so die Vergesslichkeit für Dinge abseits des Berufes.
Diesen Redefluss hatte ich vor Erkrankungsausbruch auch sehr stark, wobei das dann immer abstrakter und absurder wurde.
Die Gesichtsausdrücke anderer Personen sind mir sehr ins Auge gefallen und alles war wie scharfgestellt von der Sicht der Augen her. Da gab es dann auch Fehlinterpretation von Mimik und Gestik, wo ich dann dachte "ach der hat was gegen mich".
Diese blockierte Denken kenne ich auch, wie wenn sich im Kopf alles anstaut, wie Kopfschmerz, Migräne etwas.
Im Akutfall war das Sprechen auch zerfahren wie wenn man einen sinnlosen Satz an den anderen reiht und in einer Märchenwelt / Traumwelt lebt wo Bücher, Fiktion oder Religion auf einmal real erschienen ist, als ob die Welt um einen quasi auch durchdreht.
Das wichtige von Unwichtigen zu unterscheiden kann auch mit einer Nebenwirkung der SSRI Antidepressiva sein, Serotoninsyndrom und Psychose klingen auch ähnlich, wobei mir gesagt worden ist, dass die Antidepressiva höchstens den Erkrankungsausbruch beschleunigt haben. Meiner Erfahrung nach wirken sich Serotoninantidepressiva darauf aus, also vieles wird Gleichgültig, was auch ein antidepressiver Nutzen sein kann.
Lernen konnte ich auch nichts mehr, hab weder etwas verstanden noch habe ich mich die Zeit genommen, mir wurde alles zu viel. Damals habe ich den Techniker gemacht und das erste Semester verkürzt, weil ich vorher so gut in Naturwissenschaften und so war, also beruflich Begabtenförderung bekommen habe.
Das Technikerstudium konnte ich dann vergessen und selbst da haben sich dann im Unterricht verrückte Dinge abgespielt, wo ich dann überall doppelte Botschaften reininterpretiert habe und von dem, was wirklich gesagt wurde, kaum etwas mitbekommen habe. Wurde immer absurder alles wie, wenn man in einer Zwischenwelt ist oder betrunken.
Reizüberflutung natürlich auch.
Bei mir war das vor 2011, dann ist die Erkrankung ausgebrochen. Vorher eben Depressionen und dieses sich weniger zugehörig fühlen, Unwohlsein, Schüchternheit und ich fühlte mich krank, wobei keine körperlichen Ursachen und so gefunden wurden.

Den darunter liegenden Abschnitt schaue ich mich später an, nur so mal als kleinen Vergleich, da ich mich bei vielen Sachen die du beschreibst, wiedergefunden habe.