Medikamente absetzen Arzt sagt Nein!

Mir ist klar geworden, das jeder unterschiedliche Stärken und Schwächen hat, ein anderen Lebensstil führt, und eine unterschiedliche Einstellung zu "Krankheit" hat. Ein gutes Ausschleichen setzt gewisse innere Bedingungen vorraus, die es leichter machen mit der neuen Situation ohne Medikamente klar zu kommen. Ich dachte daher, noch ein paar allgemeine Bedingungen zu nennen, die aus meiner Sicht hilfreich sein können.

1.) In einem engen Kontakt zu sich selbst sein.

Eine Feinfühligkeit für die inneren Prozesse zu entwicklen, lernen sein Gemüt und seine Gedanken zu beobachten. Das braucht es um die sogenannten Frühwarnsignale rechtzeitig erkennen zu können, wie Konzentrationsschwierigkeiten ungewöhliche Gedanken usw. Ein sehr extrovertierter Lebensstil (nur als Beispiel, viele Partys, viele Beziehungen, viele Reisen ect.) macht es schwerer nach innen zu kommen. Sich Zeit für sich nehmen, mindestens täglich eine halbe Stunde zur Ruhe zu kommen und über sich und den Tag zu reflektieren ist eine Hilfe, wie ein Tagebuch führen. Es gibt aber auch eine Methode die Psychologen u.a. bei Schizophrenie empfehlen, die nennt sich Journeling. Ein Tagebuch zeichnet Erlebnisse nach, dort hältst du Erinnerungen fest und fängst Momente ein. Du bildest ab, was passiert ist und erzählst deine Geschichte. Das Journal beschäftigt sich mit inneren Prozessen.

2.) Krankheitseinsicht.

Medikamente geben eine gewisse Sicherheit und man könnte glauben, das alles gut ist, man eigentlich gesund ist. Und wenn es schlecht läuft, glaubt man gern, das es die Medikamente sind die das Unwohlsein auslösen.

Es ist aber eher so, das die inneren Konflikte ungelöst, unter der Decke der Medikamente schlummern und von Zeit zu Zeit sich einen Weg an die Oberfläche des Geistes bahnen. Ohne Medikamente fühlst Du Dich lediglich leichter, befreiter, Deine Emotionen haben mehr Raum.

Wenn man also glaubt man sei eigentlich gesund oder die Medikamente seine Schuld am Unwohlsein, dann kann es dazu führen eine passive Haltung einzunehmen. Also nicht innerlich zu arbeiten, durch verschiedene Therapien z.B. Das kann dann beim Ausschleichen der Medikamente dazu führen, das die Konfiktdynamik wieder freien Raum zu Entfaltung bekommt und an Stärke kein Stück verloren hat. Man also so belastet ist, wie vor der ersten Psychose.

Was die Psychose letztentlich ausgelöst, an die Oberfläche gebracht hat, wie Überarbeitung, Drogen, eine Trennung ist eigentlich zweitrangig, es kommt auf das innere Muster an was lebendig wurde. Das zu bearbeiten, wird unausweichlich sein um gesund zu werden.


3. Fürsorge

Krankheit ist auch ein Zeichen mangelder Selbst-Liebe. Gerade beim Ausschleichen, kommt es meiner Meinung darauf an, eine maximal Fürsorge für sich zu entwickeln. Ein Gespür für seine Bedürfnisse nach Schutz, Entspannung, Ausgleich, Harmonie.

Das Gute ist aber, man kann, egal was passiert, nicht scheitern, selbst wenn man einen Rückfall erleidet. Es ist wie Fahrradfahren lernen ohne Stützräder. Jede Erfahrung, ist dazulernen, es kann immer nur besser werden.

Ich wünsche Dir viel Glück beim Ausschleichen. Alles Gute!

ANMERKUNG: Das ist meine persönliche Meinung, aus meiner ganz persönlichen Erfahrung. Es kann sein das jemand Medikamente sein Leben lang braucht und es Ihn/Ihr damit besser geht.