@Aachen
Die Neuroleptika/Antipsychotika blockieren ja das Dopamin. Positivsymptome kann man damit sehr gut behandeln und gehen relativ schnell weg. Negativsymptome sind etwas Anderes und lassen sich schwieriger behandeln.
Die Medikamente haben schon ihren Nutzen, damit du überhaupt zurück in die Realität kommst, weil du dich anderweitig beim Absetzen vermutlich wieder in eine ähnliche Situation bewegst, wo diese Traumvorstellungen immer realer werden und irgendwann du diesen mehr glaubst als der Realität oder eben die Realität anders interpretierst.
Ich wünsche dir da Glück mit dem Absetzen, aber die Negativsymptome kommen ja auch von der Erkrankung, also wird vermutlich der Stress steigen. Meistens fühlt man sich kurz nach dem Absetzen der NLs besser, was wie ein Honeymooneffekt ist, dann aber Negativsymptome zunehmen, auch Depressionen auftreten können und dann eben irgendwann auch Positivsymptome und richtig starke Ängste, Verfolgungswahn auftreten können.
Das können auch andere Symptome sein als zu Beginn der Erkrankung, also dir ist zwar jetzt klar das dies krank war, aber wenn du dann Akut wirst, wird diese Grenze zur Traumwelt immer fließender und man wird da auch leichtgläubiger, emotionaler etc. auch starke Stimmungsschwankungen können auftreten.
Die empfohlenen Medikamente von mir sollen das Neuroleptikum über einen längeren Zeitraum absetzen, sodass du anfangs das Neuroleptikum einen Monat weglässt, und durch die speziellen Antidepressiva dich soweit stabilisierst, dass diese Negativsymptome und Absetzprobleme deutlich abgemildert werden. Antidepressiva sind da mild und ich sehe das derzeit als einzige Möglichkeit gegen ausgeprägte Negativsymptome anzukommen. Bupropion ist das einzige Antidepressivum dieser Art, sonnst würden eher ADHS Medikamente infrage kommen, wobei ich damit persönlich keine Erfahrung habe.
Dir hat das Amisulprid ja auch irgendwo geholfen, aber die Negativsymptome bestehen ja weiterhin, solange diese da sind, kommt die Psychose (normalerweise) auch immer wieder zurück, von daher wäre es gut erstmal diese Negativssymptome wie ich es beschrieben habe zu behandeln und erst dann kann das Absetzen des Neurolptikums funktionieren. In der Zwischenzeit bietet sich da eben eine Intervalleinnahme des Neuroleptikums an, indem du das Aripiprazol etwa 1-2 Monate absetzt und dann für etwa 1-2 Wochen durchgehend einnimmst. Irgendwann verlängert sich dieser Absetzzeitraum und über die Jahre kann es so dann ganz ohne funktionieren.
Die Chance, dass man ohne Neuroleptika dauerhaft bei einer paranoiden Schizophrenie auskommt, sind sehr gering. Das kann 1/2 Jahr oder Jahr halbwegs gut gehen, indem man sich da durchquält, aber das ist auch ein Risiko und du verschwendest damit auch Zeit.