Denken
@Aachen
Ich kenne diese Probleme von mir selbst, bei mir ist aber kein Cannabiskonsum dazugekommen.
Es kann von der Droge kommen, weil es ja auch Drogenpsychosen gibt, aber wenn du von paranoider Schizophrenie schreibst, dann scheint das bei dir die chronische Form zu sein, die im Zweifelsfall auch ohne Drogen ausgebrochen wäre.
Hast du schon einmal deine Medikamente in der Vergangenheit abgesetzt und einen Rückfall gehabt?
Deine Erfahrungen können dir helfen früher zu erkennen, wenn du psychotisch wirst, aber häufig werden Betroffene, die ihre Medikamente absetzen wieder rückfällig. Da bewegt man sich eben wieder langsam hinein und es kann sich ja auch vieles in der Psychose ändern, weil diese Erfahrungen auch nach einer medikamentösen Behandlung in anderer Form auftreten können.
Negativsymptome wie Konzentrationsstörungen hängen stark von den Medikamenten ab. Alle Neuroleptika/Antipsychotika haben das Problem gewisse Negativsymptome zu hinterlassen, da diese da relativ unwirksam sind. Trotzdem gibt es Unterschiede von den Wirkstoffen, die sehr gravierend sein können.
Amisuplrid 200mg ist ja eine niedrige oder normale Dosis die du da hast. Amisuprid wirkt realtiv stark auf das Prolaktin, was sich hormonell auf Libido und Emotionen dämpfend auswirken kann.
Ich würde dir bezüglich der Konzentration erstmal das Abilify(Aripiprazol) in Tablettenform statt dem Amisulprid vorschlagen. 5mg täglich können da schon ausreichen(weniger ist mehr bei den Neuroleptika).
Abilify macht kaum Dämpfung, was den Prolaktinspiegel angeht und kann von daher etwas unangenehm anregend sein, von daher sollte das Ziel sein da zusätzlich mit anderen Wirkstoffen die Libido und Emotionen etwas zu dämpfen, statt alles dem Abilify zu überlassen oder dieses zuweit hochzudosieren.
Negativsymptome und Konzentrationsprobleme bleiben trotzdem zu einem gewissen Grad bestehen, trotzdem wirst du vermutlich eine deutliche Besserung bemerken.
Wenn du die Negativsymptome behandeln willst, dann ist das Antidepressivum Bupropion sehr wichtig, das steigert ähnlich wie ein ADHS Medikament die Konzentration und wirkt Unruhe entgegen, grade wenn man es zusammen mit einer Intervalltherapie des Aripiprazols einnimmt.
Bupropion ist ein SNDRI, es wirkt auf Dopamin und Noradrenalin und gehört zu den atypischen Antidepressiva, weil es sich deutlich von anderen Antidepressiva unterscheidet.
Bezüglich der Emotionen und Libido würde im Anschluss Citalopram(SSRI Antidepressivum/Serotoninwiederaufnahmehemmer) Sinn machen, was gleichzeitig Nebenwirkungen des Bupropions reduziert.
Diese Reihenfolge sollte eingehalten werden. Erst auf Aripiprazol umstellen, dann Bupropion zusätzlich, dann Citalopram täglich. Dann bietet sich an das Aripiprazol zeitweise abzusetzen und in Intervallen einzunehmen, so kannst du dich langsam vom Neuroleptikum entwöhnen und gleichzeitig die Negativsyptome deutlich verbessern. Konzentration wird dann mit der Zeit immer besser.
Hier im Forum findest du genaueres dazu, wie du das einnehmen kannst und worauf dabei zu achten ist:
Medikamente-Orientierung.
Am besten wäre es, wenn du die
Druckversion deinem Psychiater vorstellst und fragst, ob er so eine Umstellung unterstützen würde.