(bösartige) Stimmen hören 24/7 - Suche nach Gleichgesinnten

Hallo erfahrene Foris, was sagt ihr zum Beitrag von Schobie? Kann das stimmen, dass die Stimmen von aussen kommen oder is es eine Aussage im wahn/in der Psychose getätigt? Is die Wissenschaft nicht ausreichend erforscht wenn wir sagen es gibt keine Geister, Stimmen aus dem Jenseits etc

Wieso helfen die Medikamente bei Schobie nicht
Ich glaube, eine Psychose hat Innen- und Außenwirkung, wie eine Art Netzwerk, mit dem Menschen untereinander verbunden sind, um überhaupt Empathie empfinden zu können.
Bei einer Psychose driftet da Vieles in eine Art Traumwelt ab, die dann doch ganz anders sein kann, wie es real der Fall ist und einem im Akutfall diese Dinge einen Streich spielen.
Da ich kein Stimmenhörer bin, kann ich Stimmen auch nur schwer einordnen. Bei mir sind das eher Gefühle, wo man den Eindruck hat Dinge vorher ahnen zu können, als ob es eine telepathische Verbundenheit gibt. Gedanken eben auch außerhalb des Körpers existieren und sich ausbreiten können.
Bei Stimmen kann ich mir vorstellen, dass gesunde und kranke Menschen so etwas wie Stimmen im Unterbewusstsein haben, die einen vielleicht auch schützen können, wenn man etwa an Schutzengel oder so glaubt, so können ja manchmal Kleinigkeiten über Leben und Tod entscheiden und womöglich kann einem da dieses gedankliche Konflecht helfen oder auch schaden.
Ich würde das dann auch eher als etwas Spirituelles sehen, worauf Religionen sich begründen können. Dinge, die wissenschaftlich eben nur schwer nachweisbar und noch unverstanden sind.

Wenn jemand Stimmen hört, so können diese gut, aber auch bösartig sein. Bei einer Psychose wie bei mir ohne Stimmen ist diese gedankliche Irreführung so ein Problem, wo man eben mithilfe der Medikamente sich auch selbst schützen muss, um in keinen kranken Zustand abzudriften, indem man wie getrieben oder fast schon besessen sein kann, wo man dann auch seinen Gefühlen mehr glaubt als der Realität.
Ähnlich sehe ich das mit den Stimmen. Vielleicht helfen da die Medikamente auch, diese Stimmen weniger ernst zu nehmen und kritischer zu betrachten, wo jemand im Akutfall eben im schlimmeren Fall blind den Stimmen vertraut, sodass man eben Fremdgesteuert ist(wo auch immer diese Stimmen herkommen).

In der Klinik habe ich mal mit einer Betroffenen gesprochen, die aufgrund ihrer Stimmen und einer Jesusfigur/stimme die zu ihr sprach, Waschmittel oder Weichspühler getrunken hat, bis sie dann vergiftet eingeliefert wurde. Das war eine tiefgläubige Frau, die in ihrem Wahn Bibel und so selbststudiert hat. @Gelöschter Benutzer 2379 und @Gelöschtes Mitglied 593 , wie denkt ihr über so etwas? Kann man da noch sicher sein, ob es Jesus oder ein Dämon gewesen ist und wie sollte man das bewerten, wenn Betroffene durch Stimmen oder Erscheinungen irgendwie in die Irre geführt werden? Wie soll man das unterscheiden, was von Gott und was vom Teufel kommt?
Es gibt in den forensischen Anstalten auch schwerwiegende Fälle, die aufgrund ihrer Stimmen jemanden umgebracht haben, vielleicht auch nahestehende Menschen, da denke ich eben schon das auch teuflische Mächte am Werk sein können, die derartigen Glauben an die Stimmen dann ausnutzen so das Betroffene sich selbst oder Anderen schaden, indem die Stimmen den Kranken etwas einreden.
Wo kann man da eine Grenze ziehen zwischen guten und bösen Stimmen und wie will das ein Betroffener klar unterscheiden, wenn diese Stimmen vielleicht Spielchen wie normale Menschen bei Mobbing etwa mit einem treiben.

Kann es sein, dass Stimmen auch von realen und lebenden Menschen kommen können und eben keine Geister, Engel, Dämonen oder so dahinterstecken?

Vielleicht ist es bei den Stimmen ja genauso wie bei Betroffenen ohne Stimmen, wo man durch die Medikamente Abstand zu diesen Sachen bekommt und derartige magische Gedanken in den Hintergrund rücken, weil man vielleicht dann keinen solchen ausgeprägten spirituellen Zugang zu dieser zum Teil kranken Gedanken/Geisteswelt mehr bekommt?

@nemesis67 ich frage mich welche Auswirkung die Medikamente auf die Stimmen haben. Lassen diese Stimmen dann von einem ab oder verlieren das Interesse, oder rücken diese immer weiter in den Hintergrund bis das nur noch als Rauschen oder so etwas wahrnehmbar ist? Auch wenn diese Medikamente keine Wundermittel sind, so ändern diese ja doch einiges und womöglich kann man dann realistischer und besser mit Stimmen und dergleichen umgehen ohne sich zu stark davor beeinflussen zu lassen.
Angenommen eine Stimme gäbe sich als Gott aus und zwingt den Erkrankten etwas zu tun, dann könnte es ja auch sein, dass ein realer Mensch im Kopf des Erkrankten Gott spielt, um über diesen eine Macht auszuüben und für eigene Interessen zu gewinnen?
__


Bisher habe ich vom Inhalt nur wenig gelesen, was diese Stimmen überhaupt so sagen und ob es da unter den Erkrankten Ähnlichkeiten gibt, ob die Stimmen immer Gut oder Böse sind oder eine Mischung oder diese je nach Medikamenteeinnahme Druck auf die Betroffenen ausüben, also auch zu Medikamenten raten oder davon abraten. Welche Rolle spielt dann noch das eigene Ich oder die eigene Meinung, wenn Stimmen im Kopf die Dirigentschaft übernehmen und werden diese auch aggressiv, wenn man im Widerspruch dazu handelt?

Ich glaube, es geht auf der Welt häufig um Macht, wo (böse) Menschen einander belügen und betrügen um für sich den größten Nutzen daraus zu ziehen. Woher weis man, welchen Stimmen oder Gedanken man trauen kann, wenn diese vielleicht ganz bewusst mit einem spielen?
Nur so als ein paar Gedanken dazu. Ich bezweifle, dass Stimmen und Gedankeneingebungen bei einer Psychose alleine von einem selbst kommen. Medikamente helfen mir(ohne Stimmen) dabei in kein zu stark esoterisches Denken abzudriften, also die Gefühle, die einen sonst verleiten oder übernehmen etwas abzustumpfen, damit man noch realistisch bleibt und sich auf das faktenbasierte verlässt. Würde ich etwa absetzen, würde ich in dieses magische Denken verfallen, wo Stimmung und alles sehr wechselhaft/instabil ist und man zu sehr von diesen eher übersteigerten Emotionen abhängig ist, also die Emotionen dann Macht über das eigene Verhalten bekommen und im Akutfall diese Gefühle/Emotionen auch Spiele mit einem spielen, wo man gedanklich eben auch sehr in die Irre geführt werden kann. Ähnlich wie, wenn einem jemand bewusst belügt, damit man in die Irre geführt wird und den Bezug zur Realität verliert.
Schizophrenie, Stimmen oder so Sachen würde ich von daher immer auch von einer menschlichen Ebene betrachten, wo mit besonders schwachen, unwissenden und gläubigen Menschen auch Spielchen betrieben werden können. Von daher finde ich auch den Glauben oder Religion als schädlich für Schizophrene, weil dieser dazu anleitet etwas zu glauben, wofür es keine klaren Beweise gibt.
Mir hat es geholfen da fundamental alles, auch meine religiösen Sichtweisen zu hinterfragen. Für das, was vorher aufgrund von Unwissen nur eine gefühlte Wahrheit gewesen ist, eben mich selbst nach und nach diese Dinge wissensbasiert herauszuarbeiten und ein ausgewogenes Bild davon zu machen ohne mich Extremen und Extremmeinungen ganz hinzugeben.
Religion spricht ja häufig auch von Idealvorstellungen, die real einem auch schaden oder das Leben schwer machen können, wo man praktisch auch für sich einen Mittelweg finden muss, welcher mit der eigenen Lebensrealität zusammenpasst.

Nur so als einige gemischte Gedanken dazu. Schwer zu sagen, ob man als Stimmenhörer ähnliche Probleme hat wie Betroffene, die keine Stimmen wahrnehmen können. Das würde mich sehr interessieren, wo die Unterschiede sind zwischen Betroffenen(mit und ohne Stimmen) und ob die Medikamente da ähnlich wirken.