Angehörige
Du hast recht
@Gelöschtes Mitglied 1135
Ich bin da eher von mittleren-schweren Verläufen ausgegangen.
Vollzeit ist selbst für gesunde Menschen eine Belastung und die Betroffenen müssen ja noch ihr eigenes Leben irgendwie geregelt bekommen, von daher finde ich sind beispielsweise 35-40 Stunden die Woche fast ein Ding der Unmöglichkeit oder zumindest keine Dauerlösung. Als Betroffener muss man da zum Teil erstmal selbst verstehen, dass man einen Gang herunterschalten muss und die Erwartungen Anderer schwer erfüllen kann.
Wenn man zu lange arbeitet, wird man laut früheren Erfahrungen krank, von daher gibt es da ja auch gesetzliche Maximums. Wenn man also schon psychisch krank ist und Psychose scheint da schwerwiegend zu sein, dann finde ich Vollzeit eben unrealistisch. Teilzeit oder Halbzeit wären da besser, auch bei stupiden Tätigkeiten.
Neuroleptika(Antipsychotika) wirken anscheinend auch bei gesunden Menschen sehr beeinträchtigend, da fast alle Betroffene diese Medikamente brauchen ist Vollzeit aufgrund dessen schon unrealistisch. Die Negativsymptome wie Motivationslosigkeit nehmen durch diese Medikamente ja noch zu.
Wenn Medikamentös alles ideal wäre, dann wäre da auch mehr möglich und im späteren Verlauf, wenn sich die Situation bessert.
Ein weiterer Punkt ist, dass grade zu Beginn der Erkrankung selbst Angehörige wenig wissen über die Problematik der Erkrankung und Medikamente haben und eventuell von den Betroffenen zu viel abverlangen, was zu zusätzlichen Konflikten führt. Bei mir hat das Arbeitsamt damals schon extremen Stress erzeugt und Zuhause ging das weiter, weil Angehörige diesen Druck fortgeführt haben.
Teilzeit wäre finde ich realistischer nach so einen Krankheitsausbruch. Später, wenn es einem besser geht und man sich mehr zutraut, dann wäre vielleicht auch Vollzeit möglich, aber da fehlt es bisher auch an geeigneten Behandlungen, die vielleicht zu einer Heilung führen können. Mit den von mir empfohlenen Medikamenten ist von der gesellschaftlichen Leistung her mehr drin, aber was sollen da jene Betroffene sagen, die den "Standard" bekommen, also bereits da liegen medikamentös Welten dazwischen.