Wie habt ihr gelernt, mit paranoider Schizophrenie umzugehen?
@Kopernikus
Ich finde das gesamte Konzept bei diesen Tipps gut, da es über das hinausgeht, was man über Betroffene im Regelfall denkt und eben eine Problematik angesprochen wird, auf die bei der Behandlung von Schizophrenen kaum Wert gelegt wird.
In der Psychiatrie stehen Symptome im Mittelpunkt, welche mit den Medikamenten völlig unterbunden werden. Diese Medikamente erzeugen auch eine Lebenswirklichkeit wo Patienten zwar etwas lernen, aber echte Fortschritte da wirklich eine Mammutaufgabe sind, also man in den Betroffenen eher Problemfälle sehen möchte, als Menschen mit Besonderheiten, die man fördern muss.
Ich glaube eher das man Betroffene als Untermenschen sieht, die Krankheit als harten Schlag und Fass ohne Boden.
Und manche Tipps sind schlicht, mit den Worten des Verfassers, Quatsch und 2/3 gehören zum normalen Denken dazu.
Was meinst du damit?
Ich kenne diese Vergötterung von Threads von Dir nicht. Du wirst deine Gründe haben.
Ich finde, der Verfasser hat sich viel Mühe gemacht überhaupt so einen langen Artikel zu schreiben und das mit anderen Erkrankten zu teilen finde ich super. Wo erkennst du da eine Vergötterung? Es sollte eher eine Würdigung sein. Vieles davon hat mich auch persönlich angesprochen, da diese Probleme erst im Verlauf der Erkrankung erkennbar werden und es manchmal bei einem selbst gewisse Veränderungen braucht.
Aufgrund der üblichen Medikamente bezweifle ich, dass Betroffene da alles unter einen Hut bekommen können, das bedeutet, dass man Abstriche im Leben machen muss, was zum Teil auch die Negativsymptomatik regelt.
Viele Probleme der Psychose kann man mit den Medikamenten nur bearbeitbar machen, es braucht Zeit bis man sich da reflektieren kann und wieder eine Struktur ins Leben und Denken bringt. Medikamente geben einen Zeit und Kraft wo man sonnst in ein tiefes Loch fallen würde und selbstzerstörerisch würde.
Die grundlegende Skepsis für Medikamente des Verfassers kann ich insofern nachvollziehen, dass es eben mehr als Medikamente bedarf und die beschriebenen Dinge zu kurz kommen.
Wenn jemand beispielsweise mit Risperidon oder einem anderen Medikament geistig auf Höhe eines Kleinkindes geschrumpft wird, dann sind auch die Möglichkeiten die man hat endlich, man stößt also an Grenzen wo man die Probleme ignorieren muss, eben Konstruktiv die eigene Wahnwelt hinterfragen zu können und umzuschalten.
Es ist sehr schwer für mich zwischen Traumwelt und Realität zu unterscheiden und da eine Linie zu ziehen. Die Psychose und das Wahnhafte geht da in die Tiefe und für mich haben diese Wahnhaften Symptome auch für das Kollektiv der Bevölkerung die gesund ist, einen Sinn. Also ich glaube das Psychotiker und andere Menschen gedanklich miteinander verbunden sind und das was real und annehmbar ist auch irgendwo vordefiniert werden muss. Bei diesem Konstrukt dieser Realität haben denke ich auch Betroffene einen Platz, da diese in sich diese Zwiespälte austragen und vielleicht dafür was bei gesunden intuitiv richtig gemacht wird, eben die geistige Grundlage legen.