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Überreitzung

Sven321

Member
Registriert
22 Okt. 2021
Beiträge
55
Hallo Forum,

Ich bin mal wieder übereitzt weil ich wahrscheinlich zulange Musik gehört habe. Ich habe das immer mal es kommt erst wenn das Quetiapin als Tages dosis nach lässt am Nachmittag. Ich nehme dann immer gleich das Medikament ein und warte bis es wirkt dann geht es mir wieder besser.

Wie kann ich diese überreitzung vermeiden habt ihr eine Idee oder selber erfahrung. Scheinbar ist es so wenn ich mir zu viel zumute an Reitzen Tags über kommt es immer so zum späten Nachmittag.
 
Was für Musik hörst du denn? Wenn ich mich überreizt fühle, höre ich oft ruhige Musik oder Musik, die ich gut kenne. Was mir auch hilft ist einen Ort zu haben, an den ich mich zurückziehen kann, wo es nicht so viele Reize gibt. Ich bin noch nicht gut darin Ordnung zu halten, aber nicht so viele Dinge um sich herum zu haben soll sehr dazu beitragen, sich innerlich ruhig zu fühlen, wenn man sehr sensibel ist, was Reize betrifft. Rausgehen mache ich nur noch mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, vielleicht wäre das auch was für dich? Es blendet die Verkehrsgeräusche und Stimmen anderer Menschen zwar nicht komplett aus, aber fährt alles auf einen Pegel runter, mit dem ich gut leben kann und ich bin nach langen Busfahrten jetzt nicht mehr so kaputt. Ich weiß nicht, wo du sonst noch Probleme hast, aber bei mir kam es beim Einkaufen oft zu Reizüberflutung, wegen der Musik, der vielen Menschen, dem Suchen und Aussuchen zwischen so vielen Produkten etc., das mache ich jetzt online und lasse es mir liefern, vielleicht gibt es so einen Service ja bei dir auch? Das war alles was mir einfällt an Tipps um Reizüberflutung zu vermeiden, ich hoffe du kannst davon was mitnehmen, was dir hilft!
 
@maxi

Danke für deine schnelle Antwort.
Wahrscheinlich habe ich mich nicht eindeutig ausgedrückt, was ich mit überreitzung meinte ist nicht reitzüberflutung es ist aber so ähnlich.

In meinem Fall ist es so wenn ich am Tage mir zuviel zu Mute, das kann schon sein eine sehr interessante Doku dich schaue oder allgemein sehr viel tv sehe dann bin ich abends überreitz und sehr nervös sehe alles scharf und kann den Blick auch nicht mehr halten und die Zeit vergeht nicht mehr. Ich bin dann auch nicht mehr im stande etwas hinzu bekommen. Ich nehme dann das Quetiapin etwas zeitiger ein und warte bis es mir besser geht.
 
@Sven321 ,

nimmst du vielleicht eine zu kleine Dosis Quetiapin ein?
Dieses "alles scharf sehen" kenne ich eher von Akutphasen. Nervösität und Überreiztheit auch.
Eventuell könntest du die Dosis des Quetiapin's für ein/zwei Wochen erhöhen, sodass du dann durchaus stärker gedämpft in dieser Zeit bist und anschließend wieder auf eine niedrigere Dosis gehst.
 
Hallo Maggi

Ich nehme bereits 100mg Quetiapin. Ich glaube ich will es nicht erhöhen.

Was mir an mir aufgefallen ist das die überreitzung Schwankungen hat. Mal hält man viel aus am Tag und dann wiederum gibt es Tage an den ich am Vormittag schon Probleme mit der Konzentration bekomme und dann bin ich auch abends überreizt.

Ich weiß auch nicht, am besten so hin nehmen und aus dem Verhalten lernen und das beste draus machen.

Die Ärzte haben eh keine Zeit.
 
100mg ist an sich wenig oder eine sehr kleine Dosis.
Laut Volkmar Aderhold, einen psychiatriekritischen Psychiater welcher kleinen Dosierungen bewirbt, liegt der Dosierbereich vom Quetiapin bei 150-600mg
Neuroleptika minimal - warum und wie (siehe Seite 6)

Insofern kann es schon an der Dosierung bei dir liegen.

Im Idealfall würde ich an deiner Stelle vom Quetiapin zum Aripiprazol (5mg kleine Dosis) wechseln, dazu hättest du gute Voraussetzungen, da du relativ kleine Dosierungen hast.
Aripiprazol ist zum Teil nebenwirkungsarmer, es hat ein etwas anderes Wirk- und Nebenwirkungsspektrum bei der du dann bei einer Umstellung die Unterschiede siehst.
Hattest du Aripiprazol schon mal allein für sich eingenommen und wäre das vielleicht einen Versuch wert?

Wenn du Aripiprazol hättest, dann könntest du auf mittlerer Sicht der Medikamente-Empfehlung folgen, dabei könntest du später Konzentrationsstörungen gezielt mit dem Antidepressivum Bupropion behandel, welche aber beim Aripiprazol schon anders oder reduzierter ausfallen können.
Nervosität und bezüglich von Unruhe ist beim Aripiprazol eher gesteigert, weil es kaum sedierend ist, von daher ist Bupropion ergänzend wichtig. Das andere Antidepressivum (Citalopram) bietet sich erst am Schluss an, da es auch eher nervös macht und das in Kombination mit Aripiprazol ohne dem Bupropion zu viel wäre.
Anfangen könntest du so mit einer kompletten Umstellung vom Quetiapin auf 5mg Aripiprazol, welches an sich schon deutlich verträglicher sein sollte, aber es tendenziell oder am Anfang der Einnahme etwas Unruhe machen kann. Das wäre Sitzunruhe(Akathisie), was zu Beginn der Einnahme etwa auftreten kann oder bis die Wirkung des Aripiprazols voll da ist, kann anfangs ein etwas benommenes Gefühl auftreten. An sich sollte das minimal sein, aber bei bestimmten Kombinationen wie Aripiprazol + Citalopram wäre so etwas vorprogrammiert. Aripiprazol sollte man auch so ohne andere Neuroleptika einnehmen, was vielleicht ähnliche Gründe hat.

Such dir einen Psychiater der sich Zeit für dich nimmt und regelmäßig dein Blut etc. und Medikamenteeinstellung überprüft.
Ob diese von mir empfohlene Kombi für dich geeignet ist, findet man häufig nur durch Ausprobieren heraus, also ist es schon gut, wenn man einen Psychiater hat, der bei solchen Dingen mit sich reden lässt und etwa eine Umstellung unterstützt.
Auch so werden häufig die Medikamente gewechselt, wenn Nebenwirkungen auftreten. Von Olanzapin und Clozapin würde ich wegen der Gewichtszunahme abraten. Risperidon ist ähnlich dem Quetiapin vom Nebenwirkungsspektrum. Amisulprid dämpft die Libido stärker, wegen der Wirkung auf das Prolaktin. Ziprasidon wäre ein ähnlich gut verträgliches Neuroleptikum wie Aripiprazol, führt aber zu leichten QT-Verlängerungen und ist eines bzw. das laut Metastudie schwächste A-typische Neuroleptikum.
Ziprasidon macht ähnlich wie Aripiprazol keine Einschränkungen bei der Libido und hat keine starke Sedierung, dafür können diese Wirkstoffe etwas Unruhig machen. Diese Unruhe kann man beim Aripiprazol durch das Bupropion einfach lösen, auch wenn Psychiater davon wenig Ahnung haben, wäre das keine große Anpassung. Dann bietet sich auch Citalopram als letztes an, um bestimmte Nebenwirkungen welche mit der Noradrenalinwirkung des Bupropions verbunden sind zu reduzieren. Etwa Miktionsstörungen(schwache Blase) oder Neigung zur Verstopfung können durch das Bupropion als Nebenwirkung auftreten. Das kann man dann einfach mit Citalopram lösen, womit die Serotoninwirkung üblicher Antidepressiva ergänzt wird.
Bupropion wird als atypisches Antidepressivum bezeichnet, weil es andere Nebenwirkungen als übliche Antidepressiva hat, da können die Erfahrungswerte der Psychiater relativ dünn sein, wenn diese meist zu anderen Wirkstoffen greifen.
Zudem hilft Bupropion bei der Nikotinentwöhnung, steigert die Konzentration und Wachheit und reduziert die Unruhe, was sich beim Autofahren sehr positiv bemerkbar macht.
Anderweitig würde ich beim Autofahren mit Aripiprazol aufpassen, weil man eher etwas aufgedreht und dann zu rasant Unterwegs sein kann, zudem kann man aufgrund von Negativsymptomen unaufmerksam sein, was man eben mit dem Bupropion wegbekommt.
Bei anderen Neuroleptika wie Quetiapin treten ähnliche Nebenwirkungen wie beim Aripiprazol auf, da die Wirkstoffe sich relativ deutlich unterscheiden, ist Wirk- und Nebenwirkungsspektrum anders, was dann auch andere Vor- und Nachteile hat.
Ein direkter Vergleich, wenn man unterschiedliche Neuroleptika über mehrere Wochen/Monate einzeln ausprobiert hat, kann helfen für sich das passende zu finden.
Am Anfang der Einnahme, etwa bei einer Umstellung hat man beide Medikamente noch im Blut und es kann Monate Dauern bis die Nebenwirkungen des Quetiapins zurückgehen, insofern sollte man geduldig sein und auch Wechselwirkungen bedenken die Anfangs auftreten können. Auch wenn der Wirkstoff bereits aus dem Blut ist dauert es bis sich die Neurotransmitter und so an den neuen Wirkstoff gewöhnt haben und die Auswirkung des vorherigen ganz weg ist, das kann schon ein paar Monate dauern bis man dann besser sagen kann, wie man das Aripiprazol im Vergleich verträgt.
 
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