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Schizophrenie und Arbeit Dilemma

Liraas

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24 Juni 2023
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4
Hallo,
Kurz zu mir: Bin 30 Jahra alt und leide seit ich 14 Jahre alt bin an Schizophrenie. Damals noch unbehandel da ich mich nicht getraut habe mit jemanden darüber zu reden. Seit meinem 25 Lebensjahr bin ich wegen Schizophrenie in Behandlung. Ging auch ganz gut mit den Medikamenten (Risperidon) die ich nehme. Seit zwei Jahren arbeite ich jetzt, erst Teilzeit dann Vollzeit, ungelernt in einer Senioren-WG. Im März habe ich dann den Arbeitgeber gewechselt (andere Senioren-WG). Mein Arbeitgeber weiß nichts von der Schizophrenie. Nun ist es aber so das ich seit einiger Zeit merke das es mir zunehmend schlechter geht. Ich merke wie die Symptome langsam zurück kommen und merke auch das meine Leistungsfähigkeit abnimmt. Ich will mich nicht krank schreiben lassen da ich Angst habe das es dann raus kommt und ich die Kollegen nicht hängen lassen will. Außerdem habe ich Angst das ich dann gefeuert werde (wenn ich mich jetzt schon für länger krank schreiben lasse, es raus kommt oder meine Leistungsfähigkeit weiter sinkt).
Mir wird grade alles zuviel. Weniger arbeiten kommt auch nicht in Frage da ich nicht weiß wie ich das ansprechen soll ohne meine Schizophrenie offen zu legen und ich desweiteren auf das Geld angewiesen bin. Ich bin am verzweifel und weiß nicht was ich tun kann.
Habt ihr vielleicht einen Rat für mich?
 
Hast du deinen Schwerbehindertenausweis? Ich weiß nicht, wie es ohne ist, ob dein Arbeitgeber dich dann wegen der Schizophrenie kündigen darf, ich kann mir das eigentlich auch nicht vorstellen, dass das rechtens wäre, aber mit Schwerbehindertenausweis ist es das auf keinen Fall. Damit hast du besonderen Kündigungsschutz, mehr Urlaubstage und bist auch nicht verpflichtet deinem Arbeitgeber mitzuteilen, welche Behinderung du hast. Ansonsten kannst du dich erst mal krank schreiben lassen, ohne deinem Arbeitgeber zu sagen, an was genau du erkrankt bist. Das steht ja auf dem Attest für den Arbeitgeber auch gar nicht drauf und das aus gutem Grund.
 
Mach einen Termin mit deinem Psychiater ggfl wird die Medikamentdosis erhöht.Sich mal für eine Woche Krankschreiben zu lassen ist völlig ok. Aus datenschutzrechtlichen Gründen darf der Arbeitgeber nicht fragen, warum du krankgeschrieben bist.Selbst wenn es länger dauert. 6 Wochen bekommst du Lohnfortzahlung. Danach übernimmt das die Krankenkasse, aber nur einem bestimmten Prozentsatz.


Denk an deine Gesundheit, ich verstehe den finanziellen Aspekt aber erstmal wärst du abgesichert.
 
Hallo,
Kurz zu mir: Bin 30 Jahra alt und leide seit ich 14 Jahre alt bin an Schizophrenie. Damals noch unbehandel da ich mich nicht getraut habe mit jemanden darüber zu reden. Seit meinem 25 Lebensjahr bin ich wegen Schizophrenie in Behandlung. Ging auch ganz gut mit den Medikamenten (Risperidon) die ich nehme. Seit zwei Jahren arbeite ich jetzt, erst Teilzeit dann Vollzeit, ungelernt in einer Senioren-WG. Im März habe ich dann den Arbeitgeber gewechselt (andere Senioren-WG). Mein Arbeitgeber weiß nichts von der Schizophrenie. Nun ist es aber so das ich seit einiger Zeit merke das es mir zunehmend schlechter geht. Ich merke wie die Symptome langsam zurück kommen und merke auch das meine Leistungsfähigkeit abnimmt. Ich will mich nicht krank schreiben lassen da ich Angst habe das es dann raus kommt und ich die Kollegen nicht hängen lassen will. Außerdem habe ich Angst das ich dann gefeuert werde (wenn ich mich jetzt schon für länger krank schreiben lasse, es raus kommt oder meine Leistungsfähigkeit weiter sinkt).
Mir wird grade alles zuviel. Weniger arbeiten kommt auch nicht in Frage da ich nicht weiß wie ich das ansprechen soll ohne meine Schizophrenie offen zu legen und ich desweiteren auf das Geld angewiesen bin. Ich bin am verzweifel und weiß nicht was ich tun kann.
Habt ihr vielleicht einen Rat für mich?
Es gibt die Möglichkeit, Erwerbsminderungsrente zu beantragen:
https://www.deutsche-rentenversiche...derungsrente/erwerbsminderungsrente_node.html
Da gibt es Voll- und Teilerwerbsminderung. Bei der Vollen, die mit Schizophrenie zum Teil möglich ist, bekommst du die volle Rente (etwas unter der Altersrente) und darfst bis zu 525€ ohne Abzüge dazuverdienen, aber theoretisch auch mehr, mit Abzügen arbeiten.
Bei Teilerwerbsminderung, welche vielleicht derzeit für dich interessant wäre, fällt die Rente geringer aus und du kannst eben mehr dazuverdienen.

Schau es dir einfach mal an. Es gibt in jedem Fall diese Möglichkeit, auch wenn du den Job verlieren solltest.
 
Ich habe noch keinen GdB und somit auch noch keinen Schwerbehindertenausweis. Will das aber nächsten Monat mit meiner Psychiaterin besprechen. Eventuell spreche ich dann auch das Thema Erwerbsminderungsrente an.
 
Ich habe noch keinen GdB und somit auch noch keinen Schwerbehindertenausweis. Will das aber nächsten Monat mit meiner Psychiaterin besprechen. Eventuell spreche ich dann auch das Thema Erwerbsminderungsrente an.
Bei mir ist der GdB welcher 2011 festgestellt wurde Glaube ich bei 30 oder 40% also keine Schwerbehinderung, da man eher bei starken körperlichen Einschränkungen von Schwerbehinderung spricht und die Psyche eben nur einen Teil ausmacht.

Ich habe da trotzdem die volle Erwerbsminderung bekommen, da dies eher von der Psychose abhängt.

@Liraas an deiner Stelle würde ich zumindest keine zu hohen Erwartungen dahinein setzen einen Schwerbehintertenausweis zu bekommen. Dafür braucht man glaube ich über 50%

Du solltest besser das Erwerbsminderungsrentethema ansprechen und vielleicht eine psychische Reha machen, wo man dich dahingehend auch die Arbeitsunfähigkeit oder Stunden die du maximal arbeiten kannst/sollest attestiert. Am besten du machst das über deinen Psychiater aus und sprichst deine Probleme an. Druck ist Gift für die Psychose und du solltest deutlich weniger Stunden arbeiten, also besser unter 30 oder 20 Stunden die Woche, was denke ich von deiner Psychose abhängt und wie du Medikamentös eingestellt bist, macht da auf längere Sicht viel aus.

Vollerwerbsminderung wäre der Idealfall, da könntest du 525 € ohne Abzüge dazuverdienen zur vollen EM-Rente, was an sich dann zu einem ähnlichen Einkommen führen sollte, wie wenn du anderweitig voll arbeiten würdest. Man kann bei voller Erwerbsminderung auch mehr arbeiten, aber mit Abzügen was die 525€ übersteigt.
Es gibt glaube ich auch Teilerwerbsminderung.

Diese Themen kannst du einerseits mit deinem Psychiater absprechen und du solltest dich auch über den Sozialpsychiatrischen Dienst informieren, was du da für Möglichkeiten hast, was möglich ist und was dir zusteht, da auch andere Kosten zum Teil übernommen werden.

Falls du das mit der EM-Rente alleine kaum hinbekommst, wäre da vielleicht möglich einen Betreuer zu suchen, damit das mit der Antragserstellung und so dir möglich ist, oder eben wenn du in der Familie jemanden hast der dich da hilft.
 
Mein Schwerbehindertenausweis beträgt 60 % unbefristet wegen seelischer Behinderung (Stimmen). Habe allerdings 3 Monate darauf warten müssen, bis dieser eintraf. Hat mir damals aber sehr geholfen. War noch arbeiten und somit unkündbar.

Trotz meines 5-wöchigen bedingten Krankheitsausfall wurde ich nicht gekündigt. Wenn man in der Tat noch arbeiten gehen will trotz Erkrankung, ist ein Schwerbehindertenausweis eine gute Lösung.

Die EM-Rente kann man dann ja immer noch einreichen, falls es dann beruflich gar nicht mehr gehen sollte. Mein Psychiater hat mir dabei sehr geholfen. Mußte dann zu einem Gutachter mit dem ich ein zweistündiges Gespräch führte. Danach wurde mir die EM-Rente bewilligt.
 
Ich habe 50 GdB Schwerbehindertenausweis. Hatte den sekbst beantragt während oder kurz nach einer stationären Behandlung. Jahre später hatte ich ne Reha beantragt und die bewilligt bekommen. Die Sozialarbeiterin dort hat dann ein Schreiben an die Rentenversicherung geschickt, dass ich nicht mehr voll erwerbsfähig bin und sie mir die Teilerwerbsminderungsrente genehmigen sollen. Ich hatte da von mir aus aber auch schon vorher nur noch in Teilzeit gearbeitet. Mir wurde dann die Teilerwerbsminderungsrente befristet genehmigt.
Ich finde das super, weil ich durch die Arbeit einen strukturierten Tagesablauf bekomme ohne mich zu überfordern und bekomme das Geld als würde ich Ganztags arbeiten.
 
@Liraas ich würde dem Arbeitgeber einfach sagen, dass du Halbzeit arbeiten möchtest, weil die Arbeit zu anstrengend für dich geworden ist, wegen dem Arbeitsstress - mehr nicht. Wenn er dich kündigt fange einfach woanders, soweit ich weiß gibt es ein Fachkräftemangel in deinem Arbeitsbereich - sollte also gehen. Schwerbehinderungsausweis dauert sehr lange und bringt nur was bei mittleren bis großen Unternehmen.
Dauerhaft Krankschreiben und volles Gehalten einstreichen wird nach spätestens 6 Monaten garantiert zur Kündigung führen.

 
@ Supertrooper,

Mir hat der Schwerbehindertenausweis sehr viel gebracht. Wenn man als Schizophrene Angst vor dem Vorgesetzten hat, da man mit Schizophrenie sehr oft krankgeschrieben ist was nicht ausbleibt, ist so ein Schwerbehindertenausweis eine gute Stütze.

@ Liraas, ich würde einen Schwerbehindertenausweis auf jeden Fall zusätzlich beantragen, falls du die EM-Rente noch nicht beantragt hast und weiter arbeiten gehen möchtest.

Außerdem tut der Schwerbehindertenausweis immer noch seine Dienste, auch wenn man schon aus dem Arbeitsleben ausgetreten ist. Im Zoo, Museen und vieles mehr bekomme ich mit meinem Schwerbehindertenausweis ermäßigten Eintritt, was ich heute noch nutze.
 
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