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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven
➝ Die Dopamin-Regulationshypothese
➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Komische Psychose die ich nicht beschreiben kann, wie gehts weiter?

dom9998

New member
Servus, ich bräuchte mal euren Rat. Ich bin 31, hab vergangenen jahres 30% THC Weed geraucht, wohlgemerkt war dass mein allererster Weed konsum. Daraufhin bin ich im Krankenhaus gelandet mit Panikattacken und ner menge Angst. Ca 10 Tage lang hielt die Deralisation an. Was meine ich mit Derealisation :
Hab mich nur zu 50% gespürt, so als wäre der Körper vom Rest getrennt, hab alles nur gedämpft wahrgenommen, hatte "springer" in der Zeit d.h. wie solche mini blackouts.
Bis sich das dann nach den 10 Tagen wieder völlig normalisiert hat, wurde von Tag zu Tag besser und dann war wieder alles gut.

Nach ca. 5 Monaten hatte ich aber ein schweres traumatisches Erlebnis. Ich habe sehr stark versucht zum Glauben zu finden (eben durch die Weed geschichte, weil mich das einfach damals schon schockiert und traumatisiert hat). Ich habe dann meine Nase sehr stark in die Bibel gesteckt, man möge meinen zu stark. Ich habe sie mehrmals durchgelesen. Dann habe ich mir einen Termin bei einem Pfarrer gemacht, und konnte 2 Tage nicht schlafen. War durchgehend wach und wollte endlich herausfinden ob der Katholische oder Evangelische Glaube wahr ist. Nunja, was dann passiert ist, derjenige Pfarrer hat mich vollkommen traumatisiert, so sehr dass ich danach wieder meinen Körper kaum gespürt hab. Vor allem durch so aussagen wie : "Das war Gott, und wenn du dich nicht sofort bekehrst kommst du in die Hölle". Als ich das gehört hab bin ich völlig zerbrochen vor Angst. Mittlerweile weiß ich dass der Herr wohl einfach nur unempathisch war und ein strenger Missionar der selbst nicht richtig Dicht zu sein scheint, andere Pfarrer haben mich dann beruhigt.

Jedenfalls, am nächsten Tag des Vorfalls bin ich morgens freiwillig in die ambulante Psychiatrie, weil es mir sooo schlecht ging und ich einfach nur Angst hatte. Ich war verdammt innerlich unruhig und war nur am grübeln. Ich hatte wie gesagt wieder das Problem dass ich meinen Körper nicht richtig spüre. Am selben Tag hat meine Mutter den 3. Schlaganfall erlitten, wo ich mir plötzlich dachte : WOW der Pfarrer hatte Recht, Gott straft mich. Dann habe ich noch mehr meine Nase in die Bibel gesteckt und mir gings immer schlechterDas Grübeln ob das was er sagte wahr ist hielt mehrere Tage an, ich hab angefangen die Bibel wortwörtlich zu nehmen. Mein Insta und YouTube Feed war voll mit religions Videos, ungewollt weil der Algorhitmus dazu geführt hat. In der Ambulanz wurde mir Setralin + Pipamperon verschrieben.

Pipamperon brachte nix, nach 10 Tagen auf Risperidon umgestellt. Heidewitzka, ich hab daraufhin die schlimmsten 1 1/2 Wochen meines Lebens gehabt, also ich war völlig totkrank und todtraurig. Ich hab das Gefühl das Zeug hat mir richtig die Birne weggescheppert. Und es hat die Empfindungsstörungen auch nicht verbessert. Dann wurde auf 2.5mg Olanzapin umgestellt. nach 2-3 Tagen war alles wieder top , klar der Stress war weniger und ich weiß bis heute nicht ob die Medis meine Lage stabilisiert haben, oder dass ich ne Freundin gefunden habe und meine Mom wieder da war und keine Folgeschäden hatte. Aber ich finde die Medis (nur olanzapin)haben auf jeden Fall mitgewirkt. Seit Februar habe ich das Olanzapin dann genommen. Vor 4 Wochen ca. habe ich dann umgekrempelt auf 1.25mg (also ne Halbe). Damit hatte ich auch keine Probleme. Vor 3 Tagen hab ichs dann aber komplett eingestellt, sprich abgesetzt.

Leider hab ich jetzt ne extreme innere Unruhe, Angst und schwierigkeiten mich zu konzentrieren, bin wieder zu sehr in Grübellaune und kann mich irgendwie mit meiner Arbeit (bin selbstständig) nicht ablenken da mir alles so schwer erscheint. Hab einfach Angst dass da ne heftige Psychose ausbricht wenn ich die Medis nicht weiter nehme. Ich hatte wirklich absolut keine Nebenwirkungen vom Olanzapin, ich war super happy. Abgesehen davon dass ich 10kg zugenommen habe lol ... Aber ich habe bissl Reddit durchforstet und immer wieder liest man dass Olanzapin schwere nebenwirkungen haben kann und auf dauer das Gehirn schädigt. Da habe ich auch angst gekriegt, einerseits mache ich mir mein Hirn kaputt, auf der anderen Seite könnte ne Psychose ausbrechen. Also gibts keine "Lösung". Ich weiß echt nicht was ich machen soll.

Mit der Psychiaterin von der Ambulanz hatte ich 3 Termine wo ich gefragt wurde wies mir geht, Diagnose konnte sie keine Stellen ausser : "Ja wenn sie ihren Körper nicht richtig spüren habe sie psychotische Symptome". Hatte mehrere Therapietermine bei einer Psychologin, die konnte mir auch nicht helfen und sagte nur sie sind mega angespannt und haben innere Unruhe.

Mehr weiß ich nicht, ich würde die Medis ja auch sein lassen und nur nehmen wenn ich merke wow irgendwas passiert, aber dann lese ich hie so ratschläge in anderen Beiträgen wie : "Warst du noch in der Lage die Medis selbstständig einzunehmen" ... das macht mir halt auch angst. Da denke ich mir wow, was wenn ich verrückt werde und nicht mal mehr die Medis nehmen kann im ernstfall weil ich sie nicht durchgehend genommen habe ...

Stimmen Hören, Halluzinationen, komische Gerüche, Agressionen usw. hatte ich alles NICHT.

Was ich hatte : Körperempfindungsstörungen (Warmes gesicht wenn der Rest kalt ist, ähnlich wie Durchblutungsstörungen), Hitzewallungen in den Armen und Beinen. Innere extreme Unruhe, Grübelzwang. Das Gefühl des "betäubt" seins, also Tinnitus und unscharfe Sicht.

Liebe Grüße an alle, Gott mit euch!
 
Dann habe ich mir einen Termin bei einem Pfarrer gemacht,
Du kannst diesen Weg ja fortsetzen. Auch mit den Psychiatern. Aber längerfristig würde ich sagen: Du hast vor allem viel Angst, Angst, die auch durch die Cannabis-Derealisation hervorgerufen worden ist. Olanzapin schädigt auf Dauer nicht so sehr das Gehirn, sondern den gesamten Körper durch entstehenden Diabetes mellitus Typ II. Das muss nicht so kommen, ist aber häufig der Endpunkt, von dem aus es dann meistens auch kein Zurück mehr gibt. Es macht extrem dick, kurioserweise ist da die "dirty drug" Clozapin noch besser (außer in manchen Tabellen/"Statistiken"). Man kann sich diesen Nebenwirkungen fast gar nicht entziehen. Glaubensunsicherheit oder religiöse Anwandlungen trotz eigentlichem Atheismus sind eigentlich keine Anzeichen einer Psychose, sondern stehen für sich. Möglicherweise hast du eine Krise, hier sind Gespräche hilfreicher als die "Hämmer" für "Schizophrene", auch wenn du mal einen heftigen Cannabisrausch und infolge die drogeninduzierte Psychose hattest.
 
Stimmen Hören, Halluzinationen, komische Gerüche, Agressionen usw. hatte ich alles NICHT.
Meinst du damit jetzt, diese Symptome zu haben?

Einen religiösen Wahn hatte ich auch, wobei ich mir kaum vorstellen kann, wie man 2x die Bibel lesen kann. Ist ja doch einiges.

Ich würde mich auf keine solchen Behauptungen einlassen, dass Gott dich straft, so etwas führt einen nur noch tiefer in den Wahn.

Olanzapin macht normal starke Gewichtszunahme und allgemein muss man bei diesen Wirkstoffen mit starker Dämpfung und kognitiven Einschränkungen rechnen.
Du hast kleine Dosierungen, wobei einfaches Absetzen ein extrem hohes Rückfallrisiko hat.

Ich würde dir statt Olanzapin empfehlen, nach Aripiprazol (Abilify) zu fragen. Das war bei mir kognitiv völlig ok und wirkt ab 5mg also in der kleinsten Tablettendosis sehr gut.
Es ist ein moderner Partialagonist, welche deutlich nebenwirkungsärmer sind. Hier ein Nebenwirkungsüberblick:
https://schizophrenie-forum.com/psy...hotika_nebenwirkungen_referenz_2026-pdf.2772/

Ansonsten, wenn du längerfistig absetzen willst, kannst du mit niedrig dosierten Aripiprazol sehr gut diese Intervalltherapie machen:
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Dabei wird Bupropion, ein NDRI‑Antidepressivum, eingesetzt, was in den Phasen ohne Antipsychotikum sehr gut gegen innere Unruhe hilft und die psychotischen Symptome über einen längeren Zeitraum zurückhält. Das Antipsychotikum kann dann bedarfsweise eingenommen werden und die Situation kann sich so stetig bessern.

Einfach die Broschüre ausgedruckt zum Psychiater mitnehmen, dann könnt ihr gemeinsam darüber entscheiden. Da es noch keine Leitlinienempfehlung ist, gibt die Zustimmungsmöglichkeit dir un deinen Psychiater Sicherheit, es in dem Rahmen sicher anwenden zu können, da in der Broschüre auch Trimipramin-Tropfen oder Trazodon für die Schafstörungen stehen und optional ein SSRI-Antidepressivum in den ersten Intervallphasen, da es die Emotionen etwas zurückhält und für die Nebenwirkungsprophylaxe beim Bupropion wichtig ist.

Erst mal vom Olanzapin auf 5mg Aripiprazol wechseln, da das schon einen großen Unterschied machen kann.

Mach dir keinen Absetzdruck, da es bei schweren Rückfällen hinterher schlechter als vorher sein kann. Lieber zusammen mit dem Arzt und da ist die Intervalltherapie von mir entwickelt ein recht sicherer und zuverlässiger Weg.
Standardtherapien sind meist wenig erfolgversprechend. Bupropion hilft quasi sich von Antipsychotika zu entwöhnen und stabilisiert die Absetzsymptome wie starke innere Unruhe oder Reizbarkeit sehr.
Es soll täglich eingenommen ermöglichen, dass du 3–10 Monate ohne Antipsychotika (wie Olanzapin, nur in dem Fall Aripiprazol) stabil auskommst und dann können 3 Wochen niedrig dosiertes Aripiprazol zur stabilisierung ausreichen.

Falls du mit Aripiprazol trotzdem weniger zufrieden bist, sollte das Bupropion auch mit Olanzapin funktionieren.

Zumindest solltest du dir keine Vorwürfe machen, du kannst nichts zur Erkrankung und das kann jeden treffen. Wenn du mit den Medikamenten so umstellst, hast du eine Chance auf ein normales, glückliches Leben.
 
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