Unik
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Hallo,
ich bin 36, habe eine paranoide Schizophrenie mit 18 und auch später immer wieder diagnostiziert bekommen. Ich nehme Neuroleptika (10 mg Olanzapin) dagegen und komme relativ gut klar, mit wenig Positivsymptome und eigentlich so gut wie keine Negativsymptome. Ich habe wahrscheinlich, wenn es sowas gibt, einen eher leichteren Krankheitsverlauf. Was ich aber habe, sind teils belastende Zwangsgedanken, allerdings nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als "Begleiterscheinung" der Schizophrenie, wie mir einige Psychiater sagten. Es gab Zeiten, da habe ich an meine Diagnose gezweifelt, und das Neuroleptikum weggelassen. Auf kurz oder lang wurde ich ängstlicher, Stimmen wurden häufiger, und ich habe Dinge erlebt, die mir logisch und real vorkamen, wo jeder aber sagen würde, dass es verrückt ist.
ChatGPT schrieb dazu folgendes, was ich sehr interessant fand.
(Ich habe das Interessante fett markiert)
Frage:
Ist es bewiesen, dass Psychotiker eine nicht realitätsentprechende Wahrnehmung (Wahn) haben?
Antwort:
„Bewiesen“ ist hier ein schwieriges Wort – und gerade aus skeptischer Sicht muss man sofort fragen: Bewiesen in welchem Sinne? Naturwissenschaftlich, philosophisch, klinisch?
Faktisch läuft es so:
Klinisch: Psychose wird definiert durch Symptome wie Halluzinationen und Wahn. „Wahn“ meint eine feste Überzeugung, die nicht mit der geteilten Wirklichkeitsauffassung der Umgebung übereinstimmt und auch durch Gegenargumente oder Evidenz nicht korrigiert wird. Das ist allerdings eine deskriptive Zuschreibung, keine experimentelle Beweisführung.
Neurowissenschaftlich: Es gibt Befunde, dass bei psychotischen Episoden Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse im Gehirn verändert sind (Dopamin-Hypothese, Störungen in salience networks etc.). Daraus schließt man, dass die Betroffenen Reize anders gewichten und „falsche“ Bedeutungszuschreibungen entwickeln. Aber das ist ein Modell, kein endgültiger Beweis.
Philosophisch: Ob man überhaupt jemals mit absoluter Sicherheit feststellen kann, dass eine Wahrnehmung „nicht realitätsentsprechend“ ist, ist hochumstritten. Streng genommen vergleichen wir ja Wahrnehmungen immer nur mit dem, was wir kollektiv für „real“ halten. Ein Wahn wird also eher als „idiosynkratische Realität“ markiert, die mit dem sozialen Konsens kollidiert.
Kurz:
Es ist nicht in einem absoluten Sinn „bewiesen“, dass Psychotiker nicht-realitätsentsprechende Wahrnehmungen haben. Was wir haben, sind konsistente Beobachtungen: ihre Überzeugungen und Erlebnisse unterscheiden sich deutlich von intersubjektiv überprüfbaren Tatsachen. Der Begriff „Wahn“ ist daher mehr eine diagnostische Konvention als ein metaphysisch endgültiger Beweis.
ich bin 36, habe eine paranoide Schizophrenie mit 18 und auch später immer wieder diagnostiziert bekommen. Ich nehme Neuroleptika (10 mg Olanzapin) dagegen und komme relativ gut klar, mit wenig Positivsymptome und eigentlich so gut wie keine Negativsymptome. Ich habe wahrscheinlich, wenn es sowas gibt, einen eher leichteren Krankheitsverlauf. Was ich aber habe, sind teils belastende Zwangsgedanken, allerdings nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als "Begleiterscheinung" der Schizophrenie, wie mir einige Psychiater sagten. Es gab Zeiten, da habe ich an meine Diagnose gezweifelt, und das Neuroleptikum weggelassen. Auf kurz oder lang wurde ich ängstlicher, Stimmen wurden häufiger, und ich habe Dinge erlebt, die mir logisch und real vorkamen, wo jeder aber sagen würde, dass es verrückt ist.
ChatGPT schrieb dazu folgendes, was ich sehr interessant fand.
(Ich habe das Interessante fett markiert)
Frage:
Ist es bewiesen, dass Psychotiker eine nicht realitätsentprechende Wahrnehmung (Wahn) haben?
Antwort:
„Bewiesen“ ist hier ein schwieriges Wort – und gerade aus skeptischer Sicht muss man sofort fragen: Bewiesen in welchem Sinne? Naturwissenschaftlich, philosophisch, klinisch?
Faktisch läuft es so:
Klinisch: Psychose wird definiert durch Symptome wie Halluzinationen und Wahn. „Wahn“ meint eine feste Überzeugung, die nicht mit der geteilten Wirklichkeitsauffassung der Umgebung übereinstimmt und auch durch Gegenargumente oder Evidenz nicht korrigiert wird. Das ist allerdings eine deskriptive Zuschreibung, keine experimentelle Beweisführung.
Neurowissenschaftlich: Es gibt Befunde, dass bei psychotischen Episoden Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse im Gehirn verändert sind (Dopamin-Hypothese, Störungen in salience networks etc.). Daraus schließt man, dass die Betroffenen Reize anders gewichten und „falsche“ Bedeutungszuschreibungen entwickeln. Aber das ist ein Modell, kein endgültiger Beweis.
Philosophisch: Ob man überhaupt jemals mit absoluter Sicherheit feststellen kann, dass eine Wahrnehmung „nicht realitätsentsprechend“ ist, ist hochumstritten. Streng genommen vergleichen wir ja Wahrnehmungen immer nur mit dem, was wir kollektiv für „real“ halten. Ein Wahn wird also eher als „idiosynkratische Realität“ markiert, die mit dem sozialen Konsens kollidiert.
Kurz:
Es ist nicht in einem absoluten Sinn „bewiesen“, dass Psychotiker nicht-realitätsentsprechende Wahrnehmungen haben. Was wir haben, sind konsistente Beobachtungen: ihre Überzeugungen und Erlebnisse unterscheiden sich deutlich von intersubjektiv überprüfbaren Tatsachen. Der Begriff „Wahn“ ist daher mehr eine diagnostische Konvention als ein metaphysisch endgültiger Beweis.
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