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Im Forum findest Du eine Medikamente-Empfehlung.

Die empfohlene Wirkstoffkombination ermöglicht ein relativ normales Leben trotz Erkrankung. Anders als bei den herkömmlichen Therapien hilft diese Wirkstoffkombination auch bei Negativsymptomen, was den Verlauf der Erkrankung erheblich verbessern kann.

Empfehlung

Frage zu Medikamentenemfehlung

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Wem hat die Medikamentenempfehlung in diesem Forum geholfen ?
Gibt es positives Feedback ?

Vielen Dank für eure Antworten.
 
Administrator
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Mir hilft es enorm. Vorher als ich nur übliche Medikamente und Neuroleptika hatte, gab es bei mir so gut wie keine Fortschritte. Bei mir war es ein langer Weg bis ich diese Kombi gefunden habe und es ist eben keine Standardtherapie, die man ohne Eigenverantwortung zu übernehmen bekommt.
Gibt insgesamt nur wenig Feedback, wobei es von den Erfahrungen her bei täglicher Neuroleptikaeinnahme kaum Wirkung und Nebenwirkungen hat. Die Antidepressiva wirken besser, wenn man das Neuroleptikum nur noch in Intervallen einnimmt, wofür diese Wirkstoffe laut Fachmeinung eben nicht vorgesehen sind, da ja da von "Spiegelmedikamenten" die Rede ist.
Wenn man der Medikamenteempfehlung im Forum folgt, dann sollte man sich möglichst exakt dran halten, da fast jedes andere Medikament, insbesondere Antipsychotikum eben andere Besonderheiten hat und die empfohlene Zusammenstellung da eben bis ins Detail aufeinander abgestimmt ist.
Dosierungen können im Laufe der Therapie variieren sowie auch die Intervalle in denen das Neuroleptikum(Antipsychotikum) kurzzeitig abgesetzt wird(intervalltherapie).
Bei den von mir empfohlenen Antidepressiv ist vor allem das Bupropion(SNDRI Antidepressiva) von Bedeutung, für das Citalopram (SSRI Antidepressivum) gibt es zwar Ersatzwirkstoffe, aber dann können bei den anderen Wirkstoffen auch ganz andere Dosierungen herauskommen, da das Auswirkung auf den Medikamentespiegel anderer Medikamente im Blut haben kann.
Das Aripiprazol eignet sich wegen der guten Akutwirkung für eine Intervalltherapie, wo man bei anderen Neuroleptika wie Risperidon meist mehrere Wochen Einlaufzeit oder vorher ein typisches Neuroleptikum braucht, um eine etwas akutere Psychose abzufangen. Auch wenn man etwa Risperidon für seine Wirkung preist, so ist die Potenz der Antipsychotika bei den atypischen Wirkstoffen etwas anderes wie bei den Klassischen typischen Neuroleptika und was bei der einen Psychose hilft, kann bei der Anderen auch wirkungslos sein.
Im Verlauf der Therapie strukturiert sich quasi das Gehirn neu, von daher können Wirkstoffe, die am Anfang gut und zweckmäßig sind, im späteren Verlauf auch durch Wirkstoffe getauscht werden, die Anfangs vielleicht keinen Nutzen oder Wirkung hatten. Da sollte man variabel sein.

Im Verlauf der Erkrankung sind Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Wirkstoffe immer relevanter, also sollte man zumindest langfristig der Empfehlung von mir tendieren, statt in der Therapie stehenzubleiben oder gar geistig abzubauen.
Wenn man einmal seine Neuroleptika versucht hat abzusetzen und keinen Erfolg hatte, dann ist diese Empfehlung von mir ein gutes Mittelding wo wirklich nur ein Minimum der Neuroleptika eingesetzt wird und die Antidepressiva diese Absetzproblematik des Neuroleptikums (zeitweise) reduziert, auch wenn immer mal eine Intervalleinnahme(anhand der eigenen Frühwarnsymptome) notwendig isst.

Auch Ärzte oder Psychiater können praktisch keine schizophrenen Patienten heilen, es geht vor allem um den Verlauf der Erkrankung, also wie man trotz der Medikamente ein halbwegs vernünftiges Leben führen kann. Aufgrund der Neuroleptikaeinnahme können bestimme Negativsymptome auch zunehmen und gerade bei diesen Wirkstoffen ist weniger manchmal mehr.

Ich würde mich auch über mehr Erfahrungen dazu freuen und wenn jene, die es probieren oder probiert haben auch regelmäßig mal reinschauen oder zumindest einmal Feedback geben würden, inwiefern sich damit etwas zum Besseren oder Schlechteren verändert hat. Natürlich sind mir da positive Erfahrungen willkommen, aber auch negative wie Nebenwirkungen oder kaum/keine Wirkung können hier diskutiert werden. Es gibt da grade auch bei der Empfehlung von mir viel Einstellmöglichkeiten, um die Wirkstoffe so aufeinander abzustimmen das kaum Nebenwirkungen auftreten und auch individuelle Probleme/Symptomatik gezielt gelöst werden kann.

Die Medikamente sind keine Lösung für Lebensprobleme selbst, die ja im Grunde jeder auch Gesunde haben. Die Medikamente sind für uns Betroffene eine Hilfe, um einerseits Zeit zu gewinnen und andererseits auch effektiv an sich selbst und seinen Problemen arbeiten zu können. Auch können unterschiedliche Wirkstoffe oder auch Antipsychotika ganz andere Sichtweisen oder Denkvorgänge in einem anstoßen, was hilft Problemlösungen zu finden, die einem anderweitig nie in den Sinn gekommen sind, oder überhaupt erst die eigenen Probleme aufzeigen, die man vorher als normal empfunden hat.
Es gibt natürlich vieles was einem hilft, Medikamente unterdrücken manchmal nur, das was einen krank macht. Manchmal muss man auch bewusst etwas Symptomatik zulassen, um überhaupt geistige Strukturen, die einen, wie Medikamente schützen können, aufzubauen.
Auch Psychosen selbst können sehr unterschiedlich sein, einer hat Stimmen, der Andere sieht Geister, bei manchen sind vor allem die Gefühle(Affekte) betroffen, Wahn, Beziehungsideen, Gedankenausbreitung / Gedankeneingabe.
Schon allein diese Unterschiede zeigen ja, dass man keine allgemeine Empfehlung abgeben kann und jeder irgendwo seinen eigenen Weg aus der Erkrankung finden muss. Die Empfehlung im Forum soll also einem die Möglichkeit eröffnen genauer und letztendlich auch individueller eingestellt werden zu können, wo Psychiater häufig nur das eine Neuroleptikum mit dem Anderen tauschen, hat man hier schon von der Anzahl und Wirkweise der einzelnen Wirkstoffe, sehr viele Möglichkeiten.
Es wäre natürlich auch toll, wenn abweichende Erfahrungen mit anderen Neuroleptika und dieser/andere Antidepressiva zusammenkommen, aber für viele Erkrankte sind solche Selbstversuche schier unmöglich und wie beim Kochen kann eben ein Ding den ganzen Brei verderben.
Ist jetzt etwas länger geworden, ich hoffe den ein oder anderen Mut zu machen das auch auszuprobieren und seine/ihre sehr wertvolle Erfahrung hier an der ein oder anderen Stelle im Forum zu teilen.
 
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@Felix93
Die meisten Empfehlungen werden wohl Rezeptpflichtig sein. Und mir hat noch kein Psychologe / Arzt etwas verschrieben, was sich außerhalb seiner eigenen Therapievorstellung bewegt. Kein Tavor, kein Abilify, kein Lithium.
Dann solltest du auch genau definieren, in welchen Bereichen du dir Hilfe erhoffst.
 
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@Kopernikus
Es bezieht sich auf diese Medikamente-Empfehlung von mir.

Und mir hat noch kein Psychologe / Arzt etwas verschrieben, was sich außerhalb seiner eigenen Therapievorstellung bewegt. Kein Tavor, kein Abilify, kein Lithium.
Warum schließt man diese Medikamente denn aus? Bei Psychosen und ähnlichen Erkrankungen sind diese durchaus gebräuchlich. Teils geht es bei den Medikamenten um Profit, etwa sind Depotspritze völliger Schwachsinn und reine Geldmache. Da wird mit weniger Nebenwirkungen durch konstante Dosis geworben, aber das hat sogut wie keinen Nutzen, eher ist man damit nur platt und zum Teil geistig sehr eingeschränkt.

Tavor kann süchtig machen, wo ich eine gewisse Skepsis verstehe. Bei Abilify, was eines der verträglichsten Neuroleptika ist, fällt mir das schwer nachzuvollziehen, was daran falsch sein soll. Lithium wird eher bei der Bipolen Störung gegeben aber hat einen relativ guten Ruf.
 
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@Maggi
Das waren eher Beispiele. Die Liste hätte ich beliebig fortsetzen können. Aber ich hab es nicht so mit Medikamenten und die genannten sind mir noch im Gedächtnis. Ich nehme seit 8 Jahren keine mehr. Da vergisst man einiges, was es mal gegeben hat oder gibt, oder man mal genommen hat.

Das Vergnügen einer Depotspritze wurde mir aber auch nicht verwehrt. Meine 2 schlechten Tage im Monat hat diese quadratisch gesteigert. Dank der weiß ich auch, was eine Depression wirklich ist. Da hängt das Leben am seidenen Faden... Das hab ich dann 4 mal mitgemacht (man will ja einen Zufall ausschließen) und dann abgebrochen. Gebracht hat sie sowieso nichts, aber man macht halt viele Dinge, damit man seine Ruhe hat ;)
 
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@Kopernikus
da gehen bei mir viele Fragezeichen auf. Inwieweit bist du selbst von der Erkrankung betroffen gewesen und wie hast du das in den Griff bekommen? Dass du auf die Medikamente verzichten konntest, spricht ja eher für deine vorangegangene Therapie oder dass du zum Drittel gehörst, die einen eher milden Verlauf haben.
Ich frage mich eben wo bei dir die Problematik gelegen ist und was du für einen Grund bei dir siehst, wie du soweit geschafft hast?
Gebracht hat sie sowieso nichts, aber man macht halt viele Dinge, damit man seine Ruhe hat ;)
Wie meinst du das mit der Ruhe?
 
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@Maggi
Morgen wirst du viel zu lesen haben ;)

Trotz Diagnose, trotz Psychiatrien, trotz Wahnsinn, trotz Medikamenten und was so alles dazugehört, hab ich mich geweigert, die Krankheit zu akzeptieren. Aber mein Umfeld hat mir das leider nicht so leicht gemacht. Und damit die mir meine Ruhe ließen, hab ich etliche Therapien mitgemacht. Das meinte ich mit Ruhe.
Ich merk gerade, dass ich mir heute zum ersten mal Gedanken drüber mache, wie das damals war. Man sagt immer so leicht, dass einem keiner hilft , aber da haben schon sehr viele Hände zusammen gearbeitet, damit das damals funktionierte.
 
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@Maggi
Ein Psychologe hat mich mal gefragt, wie man das aushalten kann. Ich hab ihm gesagt:
"Indem man damit geboren wird. Ich kenn es nicht anders. Ihr sagt ich bin nicht normal, ich sage das nicht."

Und alles andere ist ein 24 Stunden Kampf, Kampf, Kampf. Wenn ich mit jemandem rede, spricht dieser in 80% 2-3 Sätze. Den unpassendsten Filter ich weg, bleibt noch was, konzentrier ich mich aufs wesentliche.

Und über den Rest will ich nicht reden. Denn wenn das nicht eingebildet und Schizophren ist, dann wird es schwer mit dieser Art von Wahrheit umzugehen.
 
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